Geburtstag steht an: Rockwerkstatt Lahr setzt sich seit 30 Jahren für lebendige Popkultur ein

Schon mehrere Male in Lahr zu Gast: Die Band „Dirty Deeds“, die am Samstag, 19. September, wieder im Schlachthof spielt.
Wilhelm- Lahrer Rockwerkstatt feiert 30 Jahre und stärkt seitdem die regionale Musikszene.
- Gegründet am 28. Januar 1996, mit Premierenkonzert von „The Brothers“ im Stiftsschaffneikeller.
- Schlachthof wurde am 15. Juni 2001 eröffnet – seither zentrale Konzertlocation.
- Über 900 Konzerte, breite Genres und internationale Gäste wie Justin Sullivan.
- Nachwuchsförderung bleibt Kernaufgabe; Geburtstagsfeier am Samstag, 26. September.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Wurzeln der Lahrer Rockwerkstatt reichen zurück in die damalige Initiative IG Rock, ein loses Treffen von Rockmusikern, die unter der Betreuung des früheren Jugendpflegers Reinhold Boos in den städtischen Proberäumen in der Eichrodtschule sowie der ehemaligen Theodor-Heuss-Schule probten. Schon damals veranstaltete die Stadtjugendpflege vereinzelt Konzerte mit lokalen Bands im Stiftsschaffneikeller.
Der eigentliche Wendepunkt folgte mit der Organisation eines größeren Open-Air-Konzerts im Mauerfeld Lahr, das als Zeichen gegen rechte Umtriebe initiiert wurde. Im Organisationsteam erkannten Reinhold Boos und Wolfgang Richter die Notwendigkeit einer festen Struktur, um sich intensiver um die Belange der lokalen Rockszene zu kümmern.
Premierenkonzert stieg mit „The Brothers“
Am 28. Januar 1996 wurde die Lahrer Rockwerkstatt offiziell gegründet. Wolfgang Richter stellte sich als Vorsitzender zur Wahl – und lenkt die Geschicke des Vereins bis zum heutigen Tag. Das Premierenkonzert der Rockwerkstatt stieg noch im selben Jahr mit der Band „The Brothers“ im Stiftsschaffneikeller, der bis 2001 als Hauptspielstätte diente.
Ab 1998 nahm ein wegweisendes Projekt Gestalt an: In enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Lahr, der Stadtjugendpflege und der Rockwerkstatt wurde auf Basis eines Konzepts letzterer der Umbau des ehemaligen Schlachthofs geplant und umgesetzt. Am 15. Juni 2001 wurde die neue Jugendbegegnungsstätte und Konzertlocation schließlich feierlich eröffnet. Bereits am Folgetag startete die Rockwerkstatt den Konzertbetrieb mit dem Format „United Lahrtist“, bei dem zehn lokale Bands gemeinsam auftraten – ein Begriff und Konzept, das sich bis heute fest etabliert hat, wenn verschiedene regionale Formationen auf einer Bühne vereint werden.
Neben dem Schlachthof übernahm die Rockwerkstatt ab dem 19. September 2000 auch Proberäume im umgebauten ehemaligen Kommandobunker der Kanadier auf dem Lahrer Flughafengelände. Bis zu zwölf Bands gleichzeitig nutzten die Räumlichkeiten als musikalisches Zuhause, ehe das Areal im Mai 2026 für den Abbruch freigegeben wurde.
In der Bilanz stehen mehr als 900 Konzert
Die Förderung des musikalischen Nachwuchses ist ein zentraler Pfeiler in der Satzung des Vereins. Durch zahlreiche Bandcontests und das jährliche Schaulaufen der Schülerinnen und Schüler der Musikschule Lahr bietet die Rockwerkstatt jungen Talenten eine professionelle Plattform. Aus dieser Arbeit gingen bereits überregional erfolgreiche Künstlerinnen und Künstler wie Nicolai Hoch, Hannah Wilhelm und Joe Hertenstein hervor.

Der aktuelle Vorstand (von links): Adrian Schaub, Nicolaus Wilhelm, Taner Demiralay, Heike Dorow, Vorstandsvorsitzender Wolfgang Richter, Marion Göhringer und Sven Täubert
VereinIn der Bilanz des Vereins stehen mittlerweile mehr als 900 Konzerte. Neben der regionalen Szene lockte die Rockwerkstatt immer wieder internationale Größen nach Lahr – darunter Maria Solheim aus Norwegen, Justin Sullivan (Frontmann von New Model Army), die schottische Band Mànran sowie Sarah Bettens (K’s Choice) aus Belgien. Entgegen dem Namen ist das Programm der Rockwerkstatt von einer großen musikalischen Bandbreite geprägt. Auftritte der Bigband W oder gemeinsame Konzerte mit dem Polizeichor unterstreichen den spartenübergreifenden Ansatz des Vereins.
Das Wirken der Rockwerkstatt beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Musik: Soziales Engagement wird seit jeher großgeschrieben. Der Verein organisierte zahlreiche Benefizkonzerte – unter anderem für Flut- und Erdbebenopfer in Haiti und der Türkei, zur Unterstützung der Ukraine sowie das traditionelle jährliche Weihnachtsbenefiz. Zudem pflegt die Rockwerkstatt enge Kooperationen mit Lahrer Institutionen und Vereinen wie dem Kulturamt, der Mediathek, dem Freundeskreis Alajuela, der Ukrainehilfe Gemeinsam Europa und dem Verein Demokratie Lahr.
Selbst die Herausforderungen der Pandemie meisterte der Verein kreativ und weitgehend schadlos: In Kooperation mit den Punchline Studios entstanden 15 professionelle Konzertfilme mit unterschiedlichen Formationen, von denen einige sogar preisgekrönt wurden.
Heute zählt die Lahrer Rockwerkstatt rund 140 Mitglieder. Die umfangreiche und professionelle Ton- und Lichttechnik im Schlachthof befindet sich vollkommen im Besitz des Vereins und bietet optimale Voraussetzungen für die Zukunft.
So wird gefeiert
Die anstehende Geburtstagsfeier am Samstag, 26. September, spiegelt die DNA der Rockwerkstatt wider: Mit „No Authority“ und „Kid-O“ stehen bei freiem Eintritt langjährige Weggefährten auf der Bühne, während der Nachwuchs der Musikschule zeigt, dass weiterhin für musikalischen Nachschub in Lahr gesorgt ist.
