Ärger um gesperrte Bahnbrücke: So will Martin Herrenknecht den Verkehr in Lahr schnell wieder rollen lassen

„Seit der Vollsperrung der Brücke in der Rheinstraße versinkt unsere Stadt im Verkehrschaos“: Auch Unternehmer Martin Herrenknecht ist die Sperrung ein Dorn im Auge.
Soeren Stache/dpa- Rheinstraße-Brücke in Lahr seit fast drei Wochen voll gesperrt – Risse erzwangen Stilllegung.
- Stadt prüft Teilöffnung mit Monitoring oder Abriss und Provisorium; Beschluss im Oktober geplant.
- Ersatzneubau gilt als nötig, Inbetriebnahme voraussichtlich in etwa fünf Jahren.
- Unternehmer Martin Herrenknecht fordert Abriss und einfache Stahlbrücke ohne lange Verfahren.
- Er kritisiert Pläne zur Ertüchtigung der Rheintalbahn und bietet Fertigungskapazitäten an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit fast drei Wochen ist die Bahnbrücke in der Rheinstraße komplett gesperrt. Wie mehrfach berichtet, wurden Mitte Juli Rissbildungen entdeckt, was die sofortige Stilllegung aus Sicherheitsgründen erforderlich machte.
Zuvor hatte die Stadtverwaltung noch versucht, die angeschlagene Brücke durch Tempo 30 sowie ein Tonnagelimit möglichst lange befahrbar zu halten – in der Hoffnung, eine Sperrung so lange zu vermeiden, bis ein Ersatzneubau über die Bahn fertiggestellt ist. Bekanntermaßen kam es anders – und seitdem wird in der Stadt und der Umgebung zum Teil leidenschaftlich über die Thematik diskutiert.
Ein zeitnaher Ersatzneubau sei angesichts der überragenden Verkehrsbedeutung unumgänglich, bekräftigte die Stadt am Montag in einer Pressemitteilung. Nach derzeitiger Einschätzung sei aber mit einem Zeitraum von etwa fünf Jahren bis zur Inbetriebnahme der neuen Brücke zu rechnen. Die Quintessenz der Mitteilung war letztlich, dass die Brücke bis auf Weiteres komplett dicht bleibt.
Stadt hat bereits zwei Optionen präsentiert
Derzeit prüfe man, so die Verwaltung, zwei Optionen: Die eine ist eine Teilöffnung, die allerdings ein engmaschigeres und aufwendigeres Monitoring zwingend voraussetzen würde. Für den Schwerlastverkehr bliebe das Bauwerk jedoch weiterhin gesperrt. Die zweite Option wäre der Abriss der maroden Brücke und der Bau eines Provisoriums.

Die Brücke ist seit fast drei Wochen gesperrt.
LienhardAngesichts der hohen Kosten beider Möglichkeiten will die Stadt ein weiteres Nachuntersuchungspaket beauftragen. Der Gemeinderat wird sich wohl im Oktober mit dem Thema befassen, laut Stadt ist eine „detaillierte Beschlussvorlage“ mit den beiden Optionen geplant.
Herrenknecht: „Wenn die Brücke akut einsturzgefährdet ist, müssen wir jetzt handeln“
Am Freitag hat sich nun auch der Schwanauer Unternehmer Martin Herrenknecht in einem Schreiben an unsere Redaktion zu Wort gemeldet: Seit der Vollsperrung der Brücke versinke die Stadt im Verkehrschaos. „Wenn ich von Schwanau aus morgens zum Bahnhof will, muss ich am Vorabend verzweifelt Routen planen und ende tags darauf trotzdem im Stau!“, echauffiert sich Herrenknecht.
„Wenn die Brücke akut einsturzgefährdet ist, müssen wir jetzt handeln: das marode Bauwerk abreißen und eine funktionale Stahlbrücke ohne viel Schnickschnack aufstellen. Einen jahrelangen Prozess des Planens und Prüfens können wir uns nicht leisten“, betont der Tunnelbohrmaschinenbauer in dem Schreiben – und stellt die rhetorische Frage, was passieren würde, wenn sich Teile der Brücke lösen und auf einen durchfahrenden Zug fallen würden.
Um schnell ins Handeln zu kommen, müsse sich die Stadt Lahr insbesondere den „sinnfreien Plänen für die Ertüchtigung der Rheintalbahn“ entgegenstellen, so Herrenknecht. „Wenn die Bahn die Bestandsstrecke auf 250 km/h ausbaut, muss die neue Brücke an anderer Stelle und rund drei Meter höher gebaut werden. Die Quittung zahlen dann Bürger und Unternehmen in der Region: fünf Jahre Schienenersatzverkehr. Eine massive Beeinträchtigung des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft. Und das alles für vier Minuten Zeitgewinn. Was für ein Irrsinn!“, heißt es in Herrenknechts Schreiben an unsere Redaktion weiter.
„Wenn es hilft, stelle ich Fertigungskapazitäten zur Verfügung“
Dabei liegt die Lösung seiner Meinung nach auf der Hand: Die ohnehin geplanten neuen Gleise entlang der Autobahn sollten demnach nicht nur Güterzüge, sondern auch den schnellen Fernverkehr aufnehmen. Die bestehende Strecke könnte dann mit überschaubarem Aufwand modernisiert werden. „Und Lahr könnte unmittelbar mit dem Bau der neuen Stahlbrücke loslegen“, erklärt der Unternehmer. Sein Schreiben beendet der Unternehmer mit einem Hinweis auf seine Bereitschaft zur Unterstützung: „Wenn es hilft, stelle ich gern Fertigungskapazitäten in meinem Werk in Schwanau zur Verfügung.“

