Richtungsweisende Entscheidung im Oktober: Bahnbrücke in der Lahrer Rheinstraße bleibt vorerst für jeglichen Verkehr gesperrt

Die Bahnbrücke in der Rheinstraße bleibt gesperrt.
Lienhard- Lahrer Rheinstraßen-Brücke bleibt bis auf Weiteres komplett gesperrt.
- Entscheidung über weiteres Vorgehen wird im Oktober erwartet.
- Option Teilöffnung: enges Monitoring mit Laser, Glasfasern und Schallsensoren, ca. 900.000 Euro.
- Option Abriss plus Provisorium – inklusive Abbruch ca. 2,4 Mio. Euro, auch für Schwerlast geeignet.
- Verwaltung lässt Nachuntersuchung erstellen und kündigt eine Beschlussvorlage mit beiden Optionen an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Bahnbrücke in der Rheinstraße bleibt bis auf Weiteres komplett gesperrt. Das ist die Quintessenz einer umfangreichen Mitteilung der Stadt Lahr von Montagmittag. Eine Entscheidung, wie es weitergeht, ist im Oktober zu erwarten. Die Stadt prüft zwei Optionen: eine Teilöffnung sowie einen Abriss inklusive Neubau eines Provisoriums. Beides dürfte teuer werden.
Wie mehrfach berichtet, ist es Mitte Juli bei der angeschlagenen Brücke zu Rissbildungen gekommen, was die sofortige Sperrung aus Sicherheitsgründen zur Folge hatte. Zuvor hatte die Stadt versucht, das 1956 errichtete Bauwerk, dessen Bauweise mit der Dresdner Carolabrücke vergleichbar ist, durch Tempo 30 und ein Tonnagelimit so lange wie möglich am Leben zu erhalten. Die Hoffnung war, so die Stadt, eine Sperrung so lange zu vermeiden, bis ein Ersatzneubau über die Bahn fertiggestellt ist.
Nun hat die Verwaltung mit einem Ingenieursbüro erarbeitet, wie es weitergehen könnte: Eine Möglichkeit könnte darin bestehen, die bestehende Brücke für einen Teil des Verkehrs wieder zu öffnen. Dies würde ein engmaschigeres und aufwendigeres Monitoring zwingend voraussetzen. Das beauftragte Büro hat dafür laut Stadt Vorschläge erarbeitet: Über Laser-gestützte Deformationsbetrachtungen, einzubauende Glasfasern und Schallsensoren wäre es möglich, die tatsächliche Belastbarkeit und Lebensdauer der Brücke dauerhaft und mit höherer Genauigkeit zu verfolgen. Dies würde in einem Zeitraum von fünf Jahren Kosten von insgesamt etwa 900.000 Euro verursachen. Für den Schwerlastverkehr müsste die Brücke jedoch auf jeden Fall weiter gesperrt bleiben. Ob überhaupt die ursprünglich angestrebten 16 Tonnen Tragfähigkeit noch gewährleistet werden können, sei noch zu klären, heißt es.
Bau eines Provisoriums würde 2,4 Millionen Euro kosten
Option zwei ist ein Abriss der maroden Brücke und der Bau eines Provisoriums. Die Stadt zählt die Nach- und die Vorteile dieser Variante auf: Auf der einen Seite stehen die höheren Kosten, die bei grober Ersteinschätzung für einen Zeitraum von fünf Jahren bei etwa 2,4 Millionen Euro liegen würden. Die Kosten für den Abbruch der bestehenden Brücke von schätzungsweise rund 500.000 Euro seien darin bereits inbegriffen. Auf der anderen Seite wäre das Provisorium auch für den Schwerlastverkehr geeignet, sodass sich die Verkehrssituation im Stadtgebiet erheblich entspannen würde. Außerdem wäre das Provisorium ohnehin erforderlich, sofern die bestehende Brücke bis zur Inbetriebnahme des Neubaus infolge weiterer Rissbildungen erneut gesperrt werden müsste. Dann wären erhebliche finanzielle Mittel für ein Monitoring quasi ohne Nutzen angefallen.
Angesichts der hohen Kosten sämtlicher Varianten wird die Verwaltung ein weiteres Nachuntersuchungspaket beauftragen, heißt es. Es soll herausarbeiten, ob ein vertieftes Monitoring der bestehenden Brücke wirtschaftlich gerechtfertigt werden kann oder ob sich der Bau eines Provisoriums noch eindeutiger anbieten würde. Die Stadt geht davon aus, dass beide Varianten den Haushalt belasten werden.
Der Gemeinderat wird sich voraussichtlich in seiner Oktober-Sitzung mit dem Thema befassen, so die Stadt. Man erarbeite eine „detaillierte Beschlussvorlage“ mit den beiden Optionen.