Beschluss im Gemeinderat
: Darum wird es in Wolfach keine Stellplätze für Motorräder geben

Wolfachs Gemeinderat hat sich nach eingehender Debatte am Mittwoch mehrheitlich dafür entschieden, die bisherige Praxis beizubehalten.
Von
Tobias Lupfer
Oberndorf
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Auch zukünftig wird es keine eigens ausgewiesenen Motorrad-Parkplätze in Wolfachs Innenstadt geben.

Lupfer

Als Teil des geplanten Park- und Verkehrskonzepts diskutierte der Gemeinderat am Mittwoch intensiv über die mögliche Ausweisung von Motorradstellplätzen sowie die Anbringung von Fahrrad-Abstellbügeln in der Innenstadt.

Offene Kritik äußerte Bürgermeister Thomas Geppert eingangs an der Zusammenarbeit mit dem Freiburger Büro Fichtner Water & Transportation: „Mit der Begleitung des Büros sind wir in Summe nicht zufrieden.“

Meinungen gehen beim Thema auseinander

Im Hinblick auf das Parkkonzept als Ganzes werde Wolfach im Spätjahr als eine von landesweit sieben Kommunen die Öffentlichkeit im Projekt „Parkraumdialog“ einbinden. Am Mittwoch lag der Fokus auf der Frage, ob der Wildwuchs in Sachen parkender Motorräder durch gekennzeichnete Flächen und Kontrollen durchs Ordnungsamt eingedämmt werden soll.

Es gehe nicht darum, die Stadtkasse aufzubessern, sondern um ordnungspolitische Überlegungen für alle Verkehrsteilnehmer, betonte Geppert. Speziell zur Parksituation an Sonntagen im Sommer gebe es immer wieder Rückmeldungen und Fotos von Touristen und Einwohnern im Ordnungsamt, sagte Sonntag.

Drei mögliche Flächen für Biker-Parkplätze schlug die Verwaltung vor – unter anderem direkt vor dem Rathaus. Carsten Boser (Grüne) unterstützte eine klare Regelung: „Im Moment stehen die halt sowieso da – zwischen Gehweg und Straße.“

Vor dem Rathaus solle es keine offiziellen Parkplätze geben

Seien die ausgewiesenen Stellplätze voll, müssten auch Biker wie Autofahrer vor der Stadt einen Platz suchen. Offizielle Parkplätze direkt vor dem Rathaus lehnte er aber ab: „Das ist für mich ein absolutes Unding.“ Das Rathaus sei das von Touristen am meisten fotografierte Gebäude.

René Plaasch (SPD) brachte das Parkhaus in der Bergstraße als Alternative zu Stellplätzen vor dem Rathaus auf. Dort könne auch eine Art Spind für Helme und Jacken geschaffen werden. Die Ausweisung von Stellplätzen mache „nur Sinn, wenn man sie kontrolliert“. Zweifel an der Akzeptanz gab es aus der Verwaltung selbst.

Hauptamtsleiter Dirk Bregger war aus seiner Erfahrung als Motorradfahrer sicher: „Sowas wird nicht angenommen werden. Es wird keiner auch nur 100 Meter in der Stadt rumlaufen, um von einem Stellplatz zur Gastronomie zu kommen.“ Zudem machten neue Parkplätze neue Schilder nötig, und an Wochenenden kämen oft mehr Biker als man Parkplätze ausweisen könne.

Mit dem Biker-Weekend mache man Werbung

„Motorradfahrer neigen dazu, dass sie ihr Motorrad sehen wollen“, sagte Kordula Kovac (CDU) und warf wirtschaftliche Überlegungen auf: Mit dem Biker-Weekend mache man Werbung fürs Motorradfahren. Mit begrenzten Stellflächen nehme man in Kauf, „dass wir weniger Biker in der Stadt haben und weniger Umsatz in der Gastronomie“.

„Da gibt’s schon immer zwei Lager“, sagte Inge Schoch (SPD). Es gebe auch Biker, die sagen, man könne außerhalb der Stadt parken und laufen. Sie erinnerte an den Bürgervorschlag vom April, bei der Sparkasse Biker-Parkplätze auszuweisen. „Ich finde, man kann und sollte darüber diskutieren. Sie sollten meiner Meinung nach nicht in dieser schönen Stadt stehen.“

Andere sahen die Parksituation unproblematisch. Georg Schmieder (FWV) pflichtete bei: „Wir müssen uns doch freuen, dass die kommen. Dann noch am Sonntag kontrollieren und die noch verärgern – da bin ich total dagegen.“

Der Ratsbeschluss

Am Ende stand folgender Ratsbeschluss: Bei drei Nein-Stimmen beschloss der Rat, dass es auch künftig keine ausgewiesenen Motorradstellplätze geben wird.

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