750 Jahre Trillfingen: So lief das Spiel der Fußball-Allstars gegen die TSV Legenden

Zwei der vielen Stars, die sich am Benefiz-Fußballspiel im Rahmen der 750-Jahr-Feier beteiligten. Ex-VfB-Profi Arthur Boka und Influencerin Jenice.
Carola LenskiEin Dorf feiert drei Tage lang seine urkundliche Ersterwähnung vor 750 Jahren und den Auftakt dazu bildet ausgerechnet ein Fußballspiel? Eine ungewöhnliche Idee, aber eine die beim Publikum bestens ankam. Möglich geworden war das Benefiz-Match gegen ein Team, das mit etlichen ehemaligen Bundesliga- und Nationalspielern gespickt war, durch Kontakte der stellvertretenden Trillfinger Ortsvorsteherin Alexandra Graf.
Vor einem Jahr entstand der Kontakt zu Daniel Pelzel und Marco Iantorno – beide betreiben zusammen die PI Victory Agency, die solche Spiele organisiert. Und das Großartige daran: weil vom Eintrittspreis in Höhe von zehn Euro zwei Euro zu gleichen Teilen an die zu die Kinderkrebsklinik in Tübingen und an den Förderverein für Kinder- und Jugendmedizin am Zollernalbklinikum in Balingen flossen, verzichteten die Stars auf ihre Gage.
Rasen präsentiert sich im Top Zustand
Alles fieberte dem Tag entgegen: der Rasen des Fußballplatzes wurde extra in einen Top-Zustand versetzt. Als die von Ex-Mönchengladbach-Trainer André Schubert und Serdar Can gecoachten Gäste eintrafen – neben den Kickern standen auch Influencerin, Sängerin und Moderatorin Jenice sowie Schauspieler David Ali Rashed im All-Stars-Kader – hatten sie zwei echte Überraschungen im Gepäck.
Zum einen hatte Teamkoordinator Marco Iantorno aus Freudenstadt ein Replika des DFB-Pokals mitgebracht, mit der man sich fotografieren lassen und dabei eine Spende für die Benefizzwecke in eine Büchse stecken konnte.
Ist das wirklich?...Maradona!!
Das fast noch größere Highlight war aber Iantornos Partner. Denn das war kein Geringer als der eigentlich im Fußballhimmel weilend Diego Armando Maradona. Ja ist denn der vor fünf Jahren verstorbene argentinische Superstar wieder auferstanden und extra nach Trillfingen gekommen? Fast hätte man es meinen können. Unter der dunklen Sonnenbrille und im edlen Zwirn steckte allerdings Abi Atici aus Geislingen an der Steige. Er gilt als einer der weltbesten Doppelgänger der „Hand Gottes“ und sieht dem Original täuschend ähnlich. Atici hat Maradona sogar einmal persönlich getroffen und ihn um Erlaubnis gefragt, ob er ihn doublen und seine Unterschrift nachahmen darf.
Solche Autogramme sind natürlich gefragt (nicht nur bei Kindern), ebenso wie die von allen anderen Spielern und Spielerinnen des Allstar-Teams. Unter ihnen Größen (im wahrsten Sinne des Wortes) wie Mo Idrissou, Sergio Pinto, Ex-VfB-Profi Arthur Boka, Karim Matmour oder Slobodan Komljenovic. Mit Dennis Epstein, Florian Kath oder Stephan Vogler sind auch ein paar Ex-Spieler der TSG Balingen im Team.
Beeindruckende Show vor dem Spiel
Nachdem die Autogramme verteilt sind, füllen sich allmählich die Reihen am Sportplatz. Allstars und die Trillfinger Legenden – gecoacht von Gerhard Hertkorn und mit über 30 Spielern angetreten – wärmen sich zunächst auf. Dann laufen die beiden Teams zu epischer Musik auf den Platz ein: vorneweg Fabian Heller und Wendelin Stehle als Fahnenträger des TSV sowie Berthold Pfeffer. Er hat 651 Spiele für die Blau-Weißen absolviert und damit die zweitmeisten überhaupt. Dann folgt das Schiedsrichtergespann mit Edwin Rebholz aus Albstadt, der schon über 2000 Spiele gepfiffen hat. Assistiert wird er von Markus Diener und Joachim Ernst.

Jetzt geht’s los. Die beiden Mannschaftskapitäne Elmar Singer und Arthur Boka mit Schiedsrichter Edwin Rebholz bei der Seitenwahl.
Foto: Thomas KostAufregend dürfte dieser Moment auch für die Trillfinger Grundschüler und Kindergartenkinder sein. Sie laufen an den Händen der Spieler beiden Teams auf den Rasen. Ortsvorsteher Horst Henle greift schließlich auch noch zum Mikrofon, begrüßt beide Teams und bedankt sich bei allen, die diese Ereignis möglich gemacht haben.
Spiel geht klar ans Allstar-Team
Die beiden Mannschaftsführer Elmar Singer und Arthur Boka halten dann im Mittelkreis einen kurzen Plausch mit dem Schiedsrichter Rebholz, es erfolgt die Seitenwahl und dann geht’s auch schon los. Die ganz in Weiß spielenden Ex-Profis nehmen schnell das Heft in die Hand und beweisen vor den Augen von rund 1100 Zuschauern am Spielfeldrand, dass sie nichts verlernt haben. Mit einem klaren 6:0 für die Allstars geht’s in die Pause. In der zweiten Halbzeit läuft es dann etwas besser für die TSV-Legenden und ein Elfmeter, den Arthur Boka über die Latte setzt, scheint irgendwie ein Weckruf zu sein. Philip Stehle erzielt nämlich noch zwei sehenswerte Treffer für die im dunkelblauen Dreß spielenden TSVler. Dass es am Ende 9:2 für die Ex-Profis ausgeht, ist nicht so wichtig. Alle hatte ihren Spaß – und der gute Zweck stand schließlich im Vordergrund.
Kabinengespräche zwischen Profis und Freizeitkickern.
In den Umkleidekabinen kam es dann noch zu vielen netten Gesprächen zwischen den Spielern, dort war auch ein kleiner Imbiss vorbereitet. Das Allstar-Team begab sich anschließend noch ins Festzelt (dort spielte die Blaskapelle „Föhrenberger“) bevor es dann in zwei extra gebuchte Hotelrestaurants zur Übernachtung ging. Geplant war auch noch eine Versteigerung der Promi-Trikots für den Benefizzweck.