750 Jahre Trillfingen
: Ein Dorf feiert seine lange Geschichte

Landrat, Bürgermeister, Ortsvorsteher: Alle gratulierten Trillfingen zur Ersterwähnung vor 750 Jahren. Historiker Rolf Vogt beleuchtete die Ortsgeschichte.
Von
Thomas Kost
Oberndorf
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Beim Festakt (von links): Bürgermeister Heiko Lebherz, Landrat Günther-Martin Pauli, der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß und Trillfingens Ortsvorsteher Horst Henle.

Thomas Kost

Einen Tag zuvor hatte das Fest mit einem Benefizfußballspiel zwishcen einem mit prominenten Kickern, Sängerin Jenice und Schauspieler David Ali Rashed besetzten All Star Team und einer TSV-Legendenmannschaft und dem Fassanstich begonnen. Tags darauf war ein weiteres Highlight geboten: der Festakt in der Mehrzweckhalle, bei dem die Ersterwähnung des Dorfes anno 1275 im „Liber decimationis“ des Bistums Konstanz gefeiert wurde.

Sowohl Ortsvorsteher Horst Henle als auch der Haigerlocher Bürgermeister Heiko Lebherz und Landrat Günther-Martin Pauli sprachen vor rund 200 Gästen – unter ihnen auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß – Grußworte.

Die Trillfinger zeichnet ein großer Zusammenhalt aus

„Es ist ein Datum, das uns Einwohner miteinander verbindet und stolz macht“, meinte der Ortsvorsteher. „Trillfingen ist ein Ort, der nicht nur von Tradition und seinem Vereinsleben geprägt ist, sondern von Menschen, die die Dinge immer positiv sahen und Mut zu Entscheidungen hatten“, betonte der Bürgermeister. Deshalb habe sich der Ort bis heute auch so gut entwickelt.

„Glückwunsch zu diesem Jubiläum, dagegen sind 50 Jahre Zollernalbkreis oder 50 Jahre Albstadt geradezu Kindergeburtstage“, schmunzelte der Landrat mit dem ihm eigenen Humor. Es sei wichtig, so Pauli, dass die Trillfinger Bevölkerung mit derselben Zuversicht in die Zukunft blicke, mit der sie auch schwierige Zeiten überstanden habe.

Die Bauernkapelle umrahmt den Festakt

Foto: Thomas Kost

Bauernkapelle und Gesangverein spielen und singen

Umrahmt wurde der Festakt in den mit der Ortsfahne, der Stadtfahne und der Deutschlandfahne geschmückten Mehrzweckhalle von Trillfinger Gesangverein „Eintracht“ unter der Leitung von Benjamin Schreijäg und der Bauernkapelle Trillfingen unter der Leitung von Elmar Schneider. Sowohl Sängerschar („80 Millionen“, „König von Deutschland“ „Heimat“) als auch Blasorchester („Vivat Patria“, „Ceremony and Celebration“; „Im Eilschritt nach St. Peter“) boten je drei Stücke dar.

Das neue Heimatbuch vorgestellt

Der Festakt bot auch den idealen Anlass, um die zum Dorfjubiläum völlig neu erstellte und rund 260 Seiten starke Ortschronik vorzustellen. Martin Heck präsentierte sie in einer gerafften Form mit einer Power-Point-Präsentation. Und dann war das Rednerpult auch schon frei für den wohl wichtigsten Teil des Festaktes: Rolf Vogt, Leiter der Hohenzollerischen Heimatbücherei in Hechingen, hatte sich mit dem historischen Datum befasst und unternahm mit dem Publikum eine Zeitreise durch eine 750-jährige Geschichte, die voller bedeutender Wegmarken wie zum Beispiel der Trillfinger Volksversammlung am 24. September 1848 war.

Von links: Martin Heck, der für die Gestaltung des Heimatbuches zuständige Grafiker Günter Stehle und Ortsvorsteher Horst Henle

Foto: Thomas Kost

Historiker Rolf Vogt: Trillfingen dürfte noch älter sein

„750 Jahre? Eher nicht“, mit dieser Feststellung stieg Vogt in seinen Vortrag ein. Was er damit sagen wollte: 1275 wurde Trillfingen zwar zum ersten Mal schriftlich erwähnt, aber mit ziemlicher Sicherheit dürfte Trillfingen noch älter sein. Darauf deute laut dem Festredner der alemannische Namen des Dorfes mit der Endung „-ingen“ oder die früher datierten Ersterwähnungen von Orten (Hart, Stetten) und Bauten (Römerturm in Haigerloch) in direkter Nachbarschaft hin. Eher unwahrscheinlich, dass es zu dieser Zeit noch kein Dorf Trillfingen gegeben haben dürfte.

Historiker Rolf Vogt beleuchtet in einem Vortrag die Ortsgeschichte.

Foto: Thomas Kost

Sowohl Rolf Vogt als auch der fürs Heimatbuch zuständige Grafiker Günter Stehle erhielten als Dankeschön von Ortsvorsteher Horst Henle je ein Exemplar der frisch gedruckten neuen Ortschronik.

Der Festakt endete mit dem gemeinsam gesungenen Hohenzollernlied, zu dem sich alle von ihren Plätzen erhoben.

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