125 Jahre Eyachtalbahn
: Studie empfiehlt eine Linie im Stundentakt

Vor 125 Jahren brachte die Eyachtal-Bahnstrecke auch Kurgäste nach Bad Imnau – bis der Personenverkehr eingestellt wurde. Seit Jahren bemühen sich Kommunen um ihre Reaktivierung.
Von
Gunar Haid
Oberndorf
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Die Eyachtal-Bahnstrecke Eyach-Hechingen wurde um die Jahrtausendwende 1900 gebaut und im Jahre 1901 in Betrieb genommen. Im kommenden Jahr wird die Strecke 125 Jahre alt.

Gunar Haid

Vor 125 Jahren wurde die Eyachtalbahn zwischen Eyach über Mühringen, Bad Imnau, Haigerloch zunächst bis nach Stetten zum Salzbergwerk gebaut.

Am 18. Juni 1901 wurde die 13,26 Kilometer lange Stichstrecke als normalspurige Kleinbahn und als dritte Strecke der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) in Betrieb genommen.

Bahnstrecke war für den Kurort und das Stettener Salzbergwerk wichtig

Erst elf Jahre später, am 24. Dezember 1912, erfolgte der Lückenschluss mit der Eröffnung der Streckenverlängerung über Stetten, Hart, Rangendingen, Stein bis Hechingen als letzte Stammstrecke der HzL.

Damit wurde eine durchgehende Bahnverbindung von 86 Kilometern Länge quer durch die Hohenzollernsche Lande von Eyach über Hechingen, Gammertingen und Hanfertal bis Sigmaringendorf geschaffen.

Derzeit wird die Strecke für den Ferienexpress „Eyachtäler-Zug der Zeit“ oder früher von den Eisenbahnfreunden Zolleralb (siehe Fotos) für historische Dampfzugfahrten genutzt.

Foto: Gunar Haid

Für Bad Imnau, das im August 1937 den Titel Kurort verliehen bekam, war die Bahnverbindung für den Personentransport und für die Kurgäste aus Richtung Horb oder Tübingen kommend, sehr wichtig. Ebenso für den Güterverkehr des Salzbergwerks in Stetten, wo das Salz in die Waggons verladen und zum Kunden transportiert wurde.

Der Bahnhof in Bad Imnau wurde ebenfalls 1901 erbaut und hatte früher sogar zeitweise eine Bahnhofswirtschaft mit externem Aborthäuschen integriert. Die Strecke blieb nach der Einstellung des Personenverkehrs von Eyach bis Haigerloch im Jahr 1972 für den Güterverkehr in Betrieb.

Bad Imnauer Bahnhofsgebäude musste Parkplätzen weichen

Der Imnauer Bahnhof wurde dann nur noch für den Güterverkehr genutzt und im Jahre 1987 abgerissen. An dieser Stelle wurden Mitarbeiterparkplätze der Imnauer Apollo-Quellen gebaut. Für den Personennahverkehr kamen von der HzL Omnibusse zum Einsatz und die Haltestelle wurde innerorts bei der Quellenstraße verlegt.

Ein Fahrgast filmt seine Reise bei der historischen Dampfzugfahrt auf der Eyachbahnstrecke.

Foto: Gunar Haid

Im Jahr 2009 wurde der Oberbau der Bahnstrecke erneuert. Die Personenbeförderung wurde seitdem lediglich von Mai bis Mitte Oktober an Sonn- und Feiertagen mit dem Zug „Der Eyachtäler Rad- und Freizeitexpress“ angeboten.

2019 wurde die Eyachtalbahn im unteren Mittelfeld eingestuft

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg startete 2019 eine Offensive zur Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken und untersuchte das Fahrgastpotenzial von 42 Reaktivierungsstrecken im Land.

Im November 2020 wurde die Studie veröffentlicht und die Eyachtalbahn in Kategorie C „Mittleres Nachfragepotenzial – Potenzial vertieft zu betrachten“ eingeordnet. Die anliegenden Kommunen Horb am Neckar, Haigerloch und Starzach sprachen sich für die Reaktivierung der Strecke aus, wenngleich teils Enttäuschung über die Einstufung in das untere Mittelfeld herrschte.

Machbarkeitsstudie empfiehlt die Reaktivierung mit einer Linie

Der Gemeinderat Rangendingen befürwortet ebenfalls eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs, während eine dortige Bürgerinitiative die ländliche Idylle durch Zuglärm gestört sieht und insbesondere an Bahnübergängen eine Gefahr für Anwohner und Kinder befürchtet.

Fahrgäste bei einer historischen Dampfzugfahrt

Foto: Gunar Haid

Eine vom Regionalverband Neckar-Alb in Auftrag gegebene und vom Land geförderte Machbarkeitsstudie empfahl 2023, eine Reaktivierung mit einer Linie Horb–Hechingen im Stundentakt mit Akkumulatortriebwagen weiterzuverfolgen.

Die Gemeinderäte Haigerloch, Rangendingen und Hechingen wollen die Reaktivierung weiterverfolgen

Als Infrastrukturmaßnahmen sind dafür unter anderem der Neubau einer direkten Verbindungskurve Richtung Horb bei Eyach, die Erhöhung der Streckenhöchstgeschwindigkeit durchgehend auf 60 Kilometer pro Stunde, abschnittsweise auf 80 Kilometer pro Stunde, sowie der Neubau der fünf neuen Haltepunkte Stetten Ost (Haigerloch), Rangendingen Nord, Rangendingen Ost (als Ersatz für Rangendingen), Hechingen-Stein und Hechingen Nord erforderlich.

Im April 2024 stimmten die Gemeinderäte der Anliegergemeinden Rangendingen, Haigerloch und Hechingen für eine Weiterverfolgung der Reaktivierung.

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