Der Haigerlocher Gemeinderat hat zugestimmt, dass die Stadtverwaltung die nächsten Schritte zur Reaktivierung der Eyachtalbahn angeht. Wie es um das Projekt steht lesen Sie hier.
Der Gemeinderat Haigerloch hat in seiner Sitzung vom 23. April über die geplante Reaktivierung der Eyachtalbahn beraten. Der Beschluss zur Entwicklung weiterer und konkreterer Maßnahmen wurde durch das Gremium angenommen.
Bürgermeister Heiko Lebherz versicherte sich zunächst, dass der Gemeinderat an einer Weiterverfolgung des Projekts, gemeinsam mit der Stadt Hechingen und der Gemeinde Rangendingen, interessiert ist. Die Räte bekundeten daraufhin ihre Zustimmung. Es solle weiter an dem Projekt festgehalten werden.
Es sei allmählich auch an der Zeit, so der Bürgermeister, weiter voran zu gehen. Haigerloch sei nun eine der letzten Gemeinden, die bezüglich der Eyachtalbahn noch Beschlüsse zu fassen habe.
Finanziell stemmbar
Aus finanzieller Sicht sei der kommunale Anteil an den Kosten durchaus stemmbar. Es hatte sich gezeigt, dass umfassende Gleissanierungen und Investitionen in die Leit- und Sicherungstechnik notwendig sind. Laut Machbarkeitsstudie würden sich die Kosten auf 64 Millionen Euro belaufen. Allerdings gebe es ja durchaus Fördertöpfe, so Bürgermeister Lebherz.
Mehr als 90 Prozent dieser Kosten würden von Land und Bund übernommen werden. Den Rest teilen sich die Anrainerkommunen und der Landkreis. Die nächsten Schritte zur Reaktivierung der Eyachtalbahn sollen nun aber vorangetrieben werden. Bedenken aus dem Gemeinderat, mehr Personenverkehr auf den Schienenwegen könnte auch zu erhöhtem Risiko an den Bahnübergängen führen, konnte durch die Verwaltung zerstreut werden. Auch die Bahnübergänge würden im Zuge der Reaktivierung angepasst werden.
Für detaillierte Maßnahmen soll nun eine Arbeitsgruppe gebildet werden.
Der ÖPNV wird attraktiver
Die Umsetzung soll gemeinsam mit dem Landratsamt Zollernalbkreis, dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und dem Infrastruktureigentümer, der SWEG Schienenwege GmbH, entwickelt werden. Gemeinsam wolle man nun in die Bewerberphase eintreten.
Stimmen aus dem Gemeinderat mahnten darüber hinaus an, sich bei den weiteren Schritten nicht zuviel Zeit zu lassen, um sich die umfangreiche Förderung zu sichern.
Im Rathaus geht man durch die Reaktivierung von deutlich steigenden Fahrgastzahlen aus, zumal bis Mitte der 2030er-Jahre die Regionalstadtbahn ausgebaut wird und die Busverbindungen – auch zu Bahnhöfen – verbessert sein würden.
Insgesamt könne eine spürbare Attraktivitätssteigerung des ÖPNV erreicht werden, so heißt es in der Sitzungsvorlage.
Den beiden Anträgen stimmte der Gemeinderat in seiner Abstimmung einstimmig zu. Der Umsetzung des Projekts steht nun also weiter nichts mehr im Wege.