Autorin liest in Freudenstadt
: Liebeserklärungen an den Schwarzwald

Autorin Cornelia Tomaschko hat ihr neues Werk „Mein Nordschwarzwald – wild und schön“ vorgelegt. Es folgt auf ihren Erstling „Mein Südschwarzwald – ehrlich und echt“ aus dem Jahr 2023.
Von
Gerhard Keck
Kreis Freudenstadt
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Der Schurmsee bei Forbach ist ein anziehender Karsee.

Der Schurmsee bei Forbach ist ein anziehender Karsee.

Cornelia Tomaschko
  • Neues Buch „Mein Nordschwarzwald – wild und schön“ erscheint als literarischer Reisebericht.
  • Es umfasst 12 Kapitel, 168 Seiten und ist kein klassischer Reise- oder Wanderführer.
  • Illustrationen von Franziska Neubert zeigen den „Silva Nigra“ in tiefem Schwarzblau.
  • Die Autorin verknüpft Heimatgefühle, Geschichte und Natur – von Grinden bis Glasindustrie.
  • Lesung im Subiaco-Kino Freudenstadt am Donnerstag, 22. Oktober, 20 Uhr, Eintritt acht Euro.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Es ist eine schmucke, handliche Ausgabe mit festem Einband und gerade mal 168 Seiten stark. Die Journalistin und Reisebuchautorin Cornelia Tomaschko, beheimatet in Ettlingen, hat ausdrücklich erneut keinen Reise- oder Wanderführer verfasst. Gleichwohl lässt sich ihr persönlich gehaltenes Buch mit dem üppigen Informationsgehalt auch als Leitfaden für ausgiebige Heimaterkundungen einsetzen.

Wie beim „Südschwarzwald“ hat die Künstlerin und Grafikerin Franziska Neubert zahlreiche Illustrationen beigesteuert. Sie verschaffen dem Betrachter mit ihren in tiefem Schwarzblau gehaltenen Aquarellen Vorstellungen davon, was die Römer dazumal als „Silva Nigra“ benannt haben. Die Gesamtqualität des Werks war ursächlich dafür, dass 2024 die Stiftung Buchkunst Tomaschkos „Südschwarzwald“ zu „Deutschlands schönstem Regionalbuch“ gekürt hat.

Der jetzt vorliegende „Nordschwarzwald“ ist wieder ein literarischer Reisebericht in einem Dutzend Kapiteln. Das Pronomen „Mein“ drückt keinen wie auch immer gearteten rechtlichen Besitzanspruch aus. Vielmehr möchte die Autorin damit ihre gefühlsmäßige Bindung ins Licht rücken. Sie verknüpft damit das, was sie unter Heimat und damit Geborgenheit versteht: „Heimat sind für mich neben der Landschaft vor allem die Menschen, mit denen ich mich wohlfühle.“

Und so steigt sie ein in ihre Ortserkundungen mit einer Reminiszenz an ihre Geburtsheimat Gernsbach, die sie nach Jahren Abwesenheit neu erkundet. Kindheitserinnerungen korrespondieren mit einem tiefschürfenden Exkurs in die lokale und regionale Geschichte. Cornelia Tomaschko erzählt in diesem Zusammenhang von der Gernsbacher Bedeutung im Holzhandel und der Papierindustrie.

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Die Autorin Cornelia Tomaschko

Cornelia Tomaschko liest am Donnerstag, 22. Oktober, im Subiaco-Kino in Freudenstadt aus ihrem neuen Buch.

Cornelia Tomaschko

Ihr Umzug in den 1960er-Jahren in den württembergischen Teil des Schwarzwalds trug zur Erweiterung der regionalen sprachlichen Kompetenz bei. Der Hinweis der Großeltern auf „ä Schdigg Hefaszobbf mit Bräschdlengsgsälz“ beim Sonntagsfrühstück machte ihr einmal mehr klar, dass sich Baden und Württemberg auch im Sprachgebrauch unterscheiden.

Tomaschko richtet an sich selbst den Anspruch, erzählendes Schreiben mit gewissenhafter Recherche fachlicher und historischer Fakten zu verknüpfen. Das wird in den einzelnen Kapiteln deutlich. Ihre „Herzensheimat Schwarzwald“ ist ein Füllhorn. Da lässt sie Badener und Württemberger miteinander konkurrieren, steigt in Merkmale und Erscheinungsformen von Wald, Grinden und Mooren ein, ergründet die Glasindustrie. Ausdrücklichen Respekt zollt Cornelia Tomaschko Initiatoren und Betreibern des Kulturparks Glashütte Buhlbach, die aus der Industriebrache mit immensem Einsatz ein weithin beachtetes Schmuckstück auf die Beine stellten.

Frusterlebnisse beim Sammeln von Heidelbeeren

Der Wald, so lässt sie wissen, ist in ihren Erinnerungen auch belastet mit Wut und Enttäuschung deshalb, weil sie als Kind ihre mühsam gesammelten Heidelbeeren wegen eines Sturzes auf dem Waldboden verstreute. Solcherlei „Frusterlebnisse“ führten bei ihr an den pflichtgemäßen Sammeltagen zum verständlichen Verlangen, sich lieber irgendwo zu verdrücken.

Was wäre der Schwarzwald ohne Hauffs Märchen „Das kalte Herz“. Vielfach medial verarbeitet und wieder aufgelegt, zuweilen auch überstrapaziert, gewinnt es in Cornelia Tomaschkos Rückblick eine besondere Bedeutung. Breiteren Raum widmet sie den abgewirtschafteten Nobeladressen an der Schwarzwaldhochstraße. Aus dem Lost Place Grandhotel Waldlust in Freudenstadt ist mit viel Eigeninitiative des Vereins Denkmalfreunde ein Kulturdenkmal geworden. Dem Haus in seinem immer noch „leicht heruntergekommenen Zustand“ bescheinigt die Autorin „Charme und Stil“.

Im Subiaco-Kino Freudenstadt liest Cornelia Tomaschko am Donnerstag, 22. Oktober, ab 20 Uhr aus ihrem „Nordschwarzwald“. Der Eintritt kostet acht Euro.

Das Buch

Cornelia Tomaschko: „Mein Nordschwarzwald – wild und schön“, 8 grad Verlag Freiburg, 2026, 168 Seiten mit Lesebändchen, 24 Euro.