„Waldlust“ in Freudenstadt
: Frische Putzflächen für die „Zwitscherstube“

Das diesjährige Ausbildungs- und Denkmalsanierungsprojekt „Mission Stuckateur“ im ehemaligen Grandhotel Waldlust in Freudenstadt schreitet zügig voran.
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red/pm
Freudenstadt
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An sämtlichen Ecken und Kanten in der Zwitscherstube wird für die flächige Vollrestaurierung Hand angelegt.

An sämtlichen Ecken und Kanten in der „Zwitscherstube“ wird für die flächige Vollrestaurierung Hand angelegt.

Denkmalfreunde Waldlust
  • Im Grandhotel Waldlust in Freudenstadt läuft „Mission Stuckateur“ in der „Zwitscherstube“.
  • 19 Auszubildende aus Leonberg verputzen Wände, Säulen und Decken im früheren Nachtlokal.
  • Ein Deckenheiz-Kapillarsystem wurde eingebettet, Grund- und Glättschichten sind weit fortgeschritten.
  • Kooperation besteht mit Ausbildungszentrum, Acurit und Knauf PFT – die Denkmalfreunde betreuen vor Ort.
  • Die Reihe startete 2024, zuvor wurden Foyers und Hallen bearbeitet, nun folgt die „Zwitscherstube“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im alten Grandhotel Waldlust wird emsig gewerkelt und verputzt. Junge Stuckateure, insgesamt 19 „Ausbaumanager“ vom Ausbildungszentrum in Leonberg, sind auf zweiwöchiger Lehrgangsschulung in Freudenstadt, schreiben die Denkmalfreunde Waldlust in einer Pressemitteilung. Ihr Einsatz unter Anleitung eines erfahrenen wie „Waldlust“-geübten Ausbildungsmeisters gilt dabei einer lokal- wie hotelgeschichtlichen Ikone: Der legendären „Zwitscherstube“ in der „Waldlust“.

Das einstige Nachtlokal, das von Mitte der 50er-Jahre bis in die 70er große Bekanntheit erlangte und zu einem hochkarätigen Vergnügungstreff avancierte, erhält ein Facelifting. Die Denkmalfreunde Waldlust wollen das frühere Clublokal wiederbeleben und dort einen für Wechselnutzungen kultureller wie auch geselliger Art begehrten Ort schaffen. Eine „Zwitscherstube“ im modernen Gewand, die als Lounge-Bar für Jazzabende ebenso den atmosphärischen Rahmen abgibt wie für Ausstellungen oder Feiern – eine Außengastronomie im neben gelegenen „Waldlust“-Terrassengarten eingeschlossen.

Wände, Säulen und Deckenfelder im Rohzustand

Der bau- und einrichtungstechnische Weg dahin ist laut Mitteilung noch etliche Etappen weit entfernt. Doch die Stuckateur-Lehrlinge leisten gerade enorme Fortschritte bringende Aufbauhilfe. Alle Wände, Säulen und Deckenfelder in der „Zwitscherstube“ befanden sich bis vor kurzem noch im Rohzustand. Vieles war mauerwerkssichtig und mit einigen Fehlstellen und Bruchlöchern gezeichnet.

Ein Decke-tragender Unterzug in der alten Zwitscherstube erhält eine Verkleidung für den im nächsten Schritt erfolgenden Kalkputzaufbau.

Ein decketragender Unterzug in der alten „Zwitscherstube“ erhält eine Verkleidung für den im nächsten Schritt erfolgenden Kalkputzaufbau.

Denkmalfreunde Waldlust

Bis die Stuckateurstruppe begann, sämtliche Grundputze neu aufzutragen, Rohrführungen mit Kästen zu umhüllen und Löcher, Vertiefungen, Wandverbrüche und Anschlussstellen auszubessern und abzuspachteln. Vor allem wurde auch das eben noch freiliegende, neu installierte, innovative Deckenheiz-Kapillarsystem in eine Naturkalkputz-Schicht eingebettet.

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Startschuss war im Jahr 2024

Die Arbeiten mit Kelle, Traufel und Flächenspachtel, in kleinen Teams und unter detailversessener, akribischer Anleitung von Ausbilder Karsten Weber, sind laut Mitteilung weit vorangeschritten. Mittlerweile sind schon die feinkörnigen Glätteschichten an den meisten Wänden aufgetragen und müssen nur noch manuell nachbearbeitet und riefenfrei geschabt werden.

Die Denkmalsanierungs- und Ausbildungskooperation der Waldlustfreunde mit der Berufsförderungsgesellschaft des baden-württembergischen Stuckateurhandwerks ist inzwischen im dritten Folgejahr angelangt. 2024 war der Startschuss. Damals wurden mit Hilfe von Auszubildenden in einem Zeitraum von fünf Wochen die Foyers der „Waldlust“ nach architekturhistorischem Vorbild restauriert. Neue, denkmalgerechte Putze wurden aufgetragen sowie Stuckprofile überarbeitet.

2025 folgten Restarbeiten in den groß dimensionierten, von zahlreichen Arkadenbögen stilvoll eingefassten „englischen“ Hallen. Außerdem wurden die Grund- und Vorbereitungsarbeiten in der auf das alte, originale Grundrissmaß wieder aufgeweiteten „Zwitscherstube“ ausgeführt.

Zuständigkeiten sind verteilt

Gefördert und getragen werden die Arbeitsphasen der Nachwuchs-Stuckateure nicht nur vom Ausbildungszentrum in Leonberg. Das entsendet Maschinen, Werkzeuge und Ausbildungspersonal nach Freudenstadt. Die säckeweise auf Paletten gelagerten Kalkputze sponsert der Hersteller Acurit, die Putzmaschine wird von Knauf PFT mitsamt Einweiser zur Verfügung gestellt.

Die Denkmalfreunde Waldlust begleiten den Praxislehrgang auf ganzer Linie, kümmern sich um die Verpflegung sowie um alle technischen wie administrativen Nebengewerke.

Verein hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt

Der Verein, der sich mit der Revitalisierung der kultigen „Zwitscherstube“ ein ehrgeiziges Ziel gesetzt hat, ist sich über eins im Klaren: Ohne die handwerklich professionell gestützte und unentgeltliche „Mission Stuckateur“ wären solche ambitionierten Ausbau-Programme nicht umsetzbar.

Ausbildungsmeister Karsten Weber (2. von links) erklärt die handwerklich korrekte Überarbeitung des frisch aufgetragenen Kalkglattputzes an der Saalstütze.

Ausbildungsmeister Karsten Weber (Zweiter von links) erklärt die handwerklich korrekte Überarbeitung des frisch aufgetragenen Kalkglattputzes an der Saalstütze.

Denkmalfreunde Waldlust

Vielleicht kann ja bald schon ein erstes „Baustellen“-Event in den frisch gekalkten Räumlichkeiten der alten „Zwitscherstube“ stattfinden. Und vielleicht finden sich noch weitere Branchenverbände, die die eingeläutete „Waldlust“-Renaissance unterstützen möchten. Das jedenfalls hoffen die Denkmalfreunde Waldlust.