Streik an Unikliniken
: In Freiburg fallen an zwei Tagen rund 180 Operationen aus

An vier Unikliniken des Landes hat Verdi am Montag und Dienstag zum Streik aufgerufen – auch in Freiburg. Die Termine vieler Patienten mussten daher verschoben werden.
Von
Felix Paschke
Freiburg
Jetzt in der App anhören
Uniklinik Freiburg

An der Uniklinik Freiburg sind am Montag und Dienstag Streiks angekündigt – zahlreiche Operationen wurden daher verschoben.

Patrick Seeger/dpa (Symbolfoto)
  • Verdi ruft an vier Unikliniken zum Streik auf – in Freiburg fallen rund 180 OPs aus.
  • Betroffen sind Montag und Dienstag Termine, viele Patienten müssen verschieben.
  • Notaufnahmen bleiben offen, Notdienst sichert Notfälle, Intensiv, Geburt, Onkologie, Kinder.
  • In Freiburg streikten rund 300 Beschäftigte, weniger als beim letzten Ausstand.
  • Hintergrund ist der Tarifstreit: Verdi fordert 7,5 % mehr, mindestens 320 €, Angebot angekündigt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bevor am Mittwoch, 17. Juni, die nächste Verhandlung zwischen Verdi und dem Arbeitgeberverband stattfindet, will die Gewerkschaft mit einem Streik am Montag und Dienstag noch einmal den Druck erhöhen. An den Unikliniken Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen sind die Beschäftigten zum Streik aufgerufen.

An der Freiburger Uniklinik beteiligten sich einem Sprecher zufolge am Montag rund 300 Personen an dem Streik. „25 Prozent weniger als beim letzten Streik vor vier Wochen“, so der Sprecher.

Im Klinikalltag war der Arbeitsausstand deutlich zu spüren. „Zahlreiche Patienten, die ihren Termin teils seit Wochen oder Monaten eingeplant haben“, konnten diesen Klinikangaben zufolge nicht wahrnehmen. Zudem mussten aufgrund der beiden Streiktage rund 180 Operationen verschoben werden, heißt es von der Uniklinik.

Notfallversorgung ist gewährleistet

Nicht betroffen sind dabei die Notaufnahmen. Wie bei Streiks im Gesundheitswesen üblich, wurde auch zwischen der Freiburger Uniklinik und der Gewerkschaft eine Notdienstvereinbarung getroffen. Diese stellt sicher, dass durch den Streik keine Patienten zu Schaden kommen.

Verzögerungen im Klinikalltag möglich

„Sichergestellt ist darüber hinaus, dass alle notfallmedizinischen Eingriffe, Intensivpflege und dringende Operationen stattfinden können. Das gilt auch für die Versorgung in der Geburtshilfe, der Onkologie und der Kinderheilkunde“, schreibt die Uniklinik auf ihrer Homepage. Allerdings: An den Streiktagen könne es zu Verzögerungen kommen. „Wenn möglich“, sollen Patienten auf andere Notaufnahmen ausweichen.

Bislang keine Einigung im Tarifstreit

Hintergrund des Streiks ist der andauernde Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft und dem Arbeitgeberverband der Universitätsklinika Baden-Württemberg (AGU). Als Grund für den erneuten Ausstand nannte die Gewerkschaft, dass der AGU bisher kein Angebot vorgelegt und den Rationalisierungsschutz-Tarifvertrag gekündigt habe. „Weiter wurde angedroht, dass jeder weitere Streiktag ein mögliches Ergebnis schmälern werde.“

AGU übt Kritik an den Streiks

AGU-Vorstand Udo Kaisers forderte Verdi vor Beginn des Ausstandes auf, den Warnstreik abzusagen. „Bitte bedenken Sie, dass Streikmaßnahmen durch die damit notwendigen Absagen von Eingriffen beziehungsweise ausufernde Wartezeiten für Patientinnen und Patienten und deren Angehörige außerordentlich belastend sein können.“

In einer Mitteilung betonte der AGU zudem, dass die Tarifrunde 2026 unter dem Druck struktureller Finanzierungslücken stehe. „Die Universitätsklinika stehen nicht unter Druck, weil sie schlechter wirtschaften, sondern weil die realen Kosten schneller steigen als die Budgetzuteilung“, so Kaisers.

Das fordert Verdi

In den Tarifverhandlungen für insgesamt rund 26.000 Beschäftigte fordert Verdi  7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat. Auszubildende sowie Praktikanten sollen monatlich 250 Euro mehr erhalten. Zudem verlangt die Gewerkschaft für Azubis einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets. Für die Verhandlungsrunde am Mittwoch hat der Arbeitgeberverband ein Angebot angekündigt.