Für Dienstag, 19. Mai, hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter des Universitätsklinikums Freiburg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.
Hintergrund des Warnstreiks am Universitätsklinikum Freiburg (UKF) sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 26.000 Beschäftigten der vier baden-württembergischen Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm. Die erste Verhandlungsrunde Anfang Mai verlief ohne Angebot der Arbeitgeber, so Verdi. Stattdessen verwiesen diese auf die finanziellen Belastungen durch die geplante Reform der Gesetzlichen Krankenkassen durch ne Bund. Für die Gewerkschaft sei jedoch klar, dass die schwierige finanzielle Lage nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürfe.
Geplanter Stellenabbau sorgt für Ungewissheit
„Viele Beschäftigte arbeiten seit Jahren unter enormem Druck. Hohe Arbeitsverdichtung, Personalmangel, ständige Überlastung, kurzfristige Dienstplanänderungen und zunehmende psychische Belastungen prägen den Alltag vieler Kolleginnen und Kollegen “, heißt es vonseiten Verdis. Hinzu komme die große Unsicherheit durch die angekündigten Sparmaßnahmen und den geplanten Abbau von rund 350 Vollzeitstellen am Standort Freiburg. Für viele Beschäftigte sei dies ein fatales Signal in einer Situation, in der bereits zahlreiche Bereiche dauerhaft an der Belastungsgrenze arbeiten würden.
„Die Kolleginnen und Kollegen an der Uniklinik Freiburg leisten tagtäglich Herausragendes. Viele arbeiten seit Jahren unter Bedingungen, die dauerhaft krank machen können. Dienste werden ständig umgestellt, freie Tage fallen aus, Pausen können oft nicht eingehalten werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen immer weiter“, betont Franziska Pfab, Gewerkschaftssekretärin von Verdi Südbaden Schwarzwald. Wenn Politik und Arbeitgeber jetzt nur noch über Einsparungen sprechen würden, gefährde das nicht nur die Beschäftigten, sondern langfristig auch die Qualität der Versorgung, so Pfab.
Notfallversorgung ist sichergestellt
Am Streiktag ist sichergestellt, „dass alle notfallmedizinischen Eingriffe, Intensivpflege und dringenden Operationen stattfinden können“. Das gilt auch für die Versorgung in der Geburtshilfe, der Onkologie und der Kinderheilkunde. „Es kann während der Streikzeit zu längeren Wartezeiten kommen. Falls geplante Operations- und Ambulanztermine nicht stattfinden können, wird das Universitätsklinikum Freiburg die betroffenen Patientinnen und Patienten direkt informieren“, teilt das UKF mit. Patienten sollten am Streiktag – wenn möglich – auf andere Notaufnahmen ausweichen, so das UKF.
Die Forderungen von Verdi basieren auf einer landesweiten Beschäftigtenbefragung mit mehr als 3000 Teilnehmer. Sie fordern 7,5 Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 320 Euro mehr pro Monat, 250 Euro mehr monatlich für Auszubildende und Praktikant sowie ein Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets für Auszubildende sowie Perspektiven für bessere Eingruppierungen einzelner Berufsgruppen.