Lehrermangel in der Region
: An diesen Schulen fehlen Lehrer zum Schulstart

Zum Start ins neue Schuljahr bleiben in Baden-Württemberg 426 Lehrerstellen unbesetzt. In welchen Landkreisen und an welchen Schulen in der Region fehlen Pädagogen? Und wie ist die Entwicklung im Vergleich zum vergangenen Schuljahr?
Von
Julia Maria Meene
Schwarzwald/Schwäbische Alb
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Mehr neue Lehrer als Abgänge in Sachsen-Anhalt: PRODUKTION - 27.06.2024, Baden-Württemberg, Neckartailfingen: Schülerinnen und Schüler einer vierten Klasse einer Grundschule nehmen am Unterricht teil, eine Schülerin meldet sich. (zu dpa: «Erstmals wieder mehr neue Lehrer als Abgänge») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

An den Schulen in der Region konnten zum Start ins neue Schuljahr nicht alle offenen Stellen besetzt werden.

Marijan Murat/dpa
  • Zu Schuljahresbeginn bleiben in Baden-Württemberg 426 Lehrerstellen unbesetzt.
  • Die Lage verbessert sich gegenüber dem Vorjahr, doch Sonderpädagogik und Fachlehre fehlen.
  • Schwarzwald-Baar, Rottweil, Zollernalb, Lörrach: offiziell alle Stellen besetzt – Lücken bei Fachlehrern.
  • Freudenstadt und Calw melden offene Stellen nur im sonderpädagogischen Bereich.
  • Ursache für den großen Mangel im vergangenen Jahr: Softwarefehler mit 1.440 unbesetzten Stellen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zu Beginn des neuen Schuljahrs sind nach Angaben des Kultusministeriums noch Hunderte Lehrerstellen nicht besetzt. In ganz Baden-Württemberg sind über alle Schularten hinweg noch 426 Stellen offen.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind die Lücken an den Schulen zum Start allerdings deutlich kleiner. Angespannt ist die Lage in diesem Jahr nur noch in einzelnen Regionen und in einzelnen Fachbereichen. Man komme mit der Einstellung gut voran, habe dennoch aber eine angespannte Versorgung, sagte Kultusminister Andreas Jung. Probleme gebe es sowohl in einzelnen Regionen als auch im Bereich der Sonderpädagogik.

Besonders große Lücken gibt es in diesem Schuljahr bei Fachlehrern für musisch-technische Fächer  und technischen Lehrern an beruflichen Schulen. Mit Blick auf die Schularten ist die Lage recht unterschiedlich. Die meisten ausgebildeten Lehrkräfte fehlen demnach an den sonderpädagogischen Schulen. Dort sind 35 Stellen unbesetzt. An Gymnasien gibt es im ganzen Land dagegen nur vier offene Stellen.

In welchen Landkreisen in der Region zum Schulstart Lehrerstellen offen sind, zeigen die Zahlen der einzelnen Regierungspräsidien.

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Schwarzwald-Baar-Kreis

Nach absoluten Zahlen war der Schwarzwald-Baar-Kreis im vergangenen Jahr am stärksten vom Lehrermangel betroffen, speziell im sonderpädagogischen Bereich. Das Regierungspräsidium Freiburg gibt auf Anfrage unserer Redaktion Auskunft über die konkreten Zahlen.

Im gesamten Landkreis bleiben zum Schulstart in diesem Jahr offiziell keine Stellen vakant – das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Im vergangenen Schuljahr waren 39 Lehrerstellen im Landkreis unbesetzt.

Dass diese Zahlen jedoch nicht ganz der Realität entsprechen, zeigt sich bei einem genaueren Blick: Lediglich in den wissenschaftlichen Lehrämtern (Lehrkräfte mit abgeschlossenem Lehramtsstudium und erfolgreich absolviertem Referendariat) konnten im Bereich des Regierungspräsidiums Freiburg alle Stellen besetzt werden, auch durch befristete Verträge.

Bei den nichtwissenschaftlichen Fachlehrkräften sind es bezogen auf den Bereich des Regierungsbezirks Freiburg 68,5 offene Stellen für den Bereich der Primar- und Sekundarstufe 1 sowie 62 Stellen für den Bereich der Beruflichen Schulen.

Laut einer Sprecherin des Regierungspräsidiums Freiburg werden diese offenen Stellen während des Schuljahrs mit Personen ohne Lehramtsbefähigung besetzt und bedarfsorientiert an Schulen eingesetzt.

Kreis Rottweil

Im Kreis Rottweil bleiben zu Beginn des Schuljahrs nach der gleichen Logik keine Stellen unbesetzt – im vergangenen Jahr waren es 23.

Im vergangenen Jahr war im Landkreis der Bedarf im Bereich der Sonderpädagogik mit acht offenen Stellen am größten – diese Stellen konnten nun zum Start des neuen Schuljahrs besetzt werden.

Zollernalbkreis

Im vergangenen Schuljahr waren im Zollernalbkreis acht Lehrerstellen offen: fünf an Werkrealschulen, zwei an Realschulen und eine an einem SBBZ.

Diese Lücke konnte laut dem Regierungspräsidium Tübingen geschlossen werden. Im gesamten Landkreis seien zum neuen Schuljahr alle Lehrerstellen besetzt.

Landkreis Freudenstadt

Im vergangenen Schuljahr gab es im Kreis Freudenstadt 25 vakante Lehrerstellen, mit den meisten offenen Stellen an Grundschulen. Zum neuen Schuljahr hat sich das geändert: Insgesamt bleiben im Kreis Freudenstadt nur vier Stellen unbesetzt, alle davon im sonderpädagogischen Bildungsbereich.

Gleichwohl sei die Versorgung laut einer Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe in bestimmten Fächern angespannt. Etwa in Physik, Informatik und Bildender Kunst stünden nicht ausreichend Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung.

Landkreis Calw

Nur vier vakante Lehrstellen gibt es im Kreis Calw zum Schulstart – alle davon an den sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen. An Grundschulen, Haupt-/Werkrealschulen und Gymnasien konnten in diesem Jahr zum Schulstart alle Lehrerstellen besetzt werden.

Die Lücken sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich kleiner: Im vergangenen Jahr waren über alle Schulformen verteilt 16 Lehrerstellen offen, die jedoch mit befristeten Ausschreibungen besetzt werden konnten.

Landkreis Tuttlingen

Auch im Kreis Tuttlingen war der Lehrermangel im vergangenen Jahr an SBBZ am größten: Zwölf Stellen blieben hier unbesetzt. Nur an Gymnasien konnten im vergangenen Schuljahr alle Stellen besetzt werden.

Im vergangenen Schuljahr waren im Kreis Tuttlingen insgesamt 28 Lehrerstellen unbesetzt. Diese Lücke konnte zum neuen Schuljahr laut Regierungspräsidium Freiburg vollständig geschlossen werden. Zwar gebe es an den Schulen im Landkreis ebenfalls bei den nichtwissenschaftlichen Fachlehrstellen einzelne Lücken, diese würden aber im Laufe des Schuljahrs bedarfsgerecht verteilt.

Ortenaukreis

Im Ortenaukreis war das Verhältnis zwischen Stellen und Bewerbungen im vergangenen Jahr fast ausgeglichen: An den Grundschulen und weiterführenden Schulen konnten durch Neueinstellungen alle vakanten Stellen besetzt werden – nur an den Berufsschulen blieb eine Stelle unbesetzt. Für dieses Schuljahr konnten alle Stellen besetzt werden.

Landkreis Lörrach

Im Kreis Lörrach ist zum neuen Schuljahr eine deutliche Verbesserung zu erkennen: Insgesamt 26 offene Lehrerstellen hat es im vergangenen Schuljahr gegeben. Zum Schulstart 26/27 bleiben keine Lehrerstellen unbesetzt.

Einzelne Lücken in der Versorgung gebe es an den Schulen lediglich in einzelnen Fächern und im Bereich der Primär- und Sekundarstufe. Diese formal zwar offenen Stellen werden laut Regierungspräsidium Freiburg während des Schuljahrs ebenfalls mit Personen ohne Lehramtsbefähigung besetzt.

Lehrermangel im vergangenen Jahr war einem Fehler geschuldet

Der Grund für den großen Lehrermangel im vergangenen Schuljahr 2025/2026 war insbesondere ein Ausnahmeeffekt: Kurz vor den Sommerferien wurde bekannt, dass 1.440 Lehrerstellen wegen eines Softwarefehlers wohl über Jahre unbemerkt unbesetzt blieben. Sie wurden dann zum neuen Schuljahr alle auf einen Schlag ausgeschrieben.