Zum Schulstart 26/27
: In diesen Landkreisen fehlen die meisten Schulleiter

Zum Schulstart fehlt an vielen Schulen in der Region ein Schulleiter. Warum diese wichtige, aber anspruchsvolle und oft undankbare Stelle immer schwerer zu besetzen ist – und welche Landkreise am stärksten betroffen sind.
Von
Julia Maria Meene
Schwarzwald/Zollernalb
Jetzt in der App anhören
Schule: ARCHIV - 29.08.2023, Hessen, Wiesbaden: Durch das Loch in einer Stuhllehne ist ein Klassenzimmer zu sehen. (zu dpa: «Vize-Schulleiter wegen Beziehung zu Schülerin entlassen») Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zum Schulstart bleibt der Rektorenposten an vielen Schulen in der Region unbesetzt.

Arne Dedert/dpa
  • Zum Schulstart bleiben in vielen Schulen der Region Rektorenposten unbesetzt.
  • Besonders betroffen sind Grundschulen, Haupt-/Werkrealschulen und sonderpädagogische Schulen.
  • Im RP Freiburg sind Gymnasien und Berufliche Schulen vollständig besetzt.
  • Offene Leitungen: Ortenaukreis 9, Rottweil 6, Tuttlingen 6, Schwarzwald-Baar 5, Lörrach 4.
  • Zollernalb 5 vakante Posten; Calw 2 und Freudenstadt 4 kommissarisch geführt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schulleiterinnen und Schulleiter sind eine wichtige Stellschraube im Bildungssystem: Sie führen Kollegien, organisieren den Schulalltag und tragen Verantwortung für die Entwicklung ihrer Schule. Doch der Posten ist anspruchsvoll und oft wenig attraktiv. Zum Schulstart bleiben deshalb in vielen Schulen in der Region die Rektorenbüros unbesetzt.

Besonders ausgeprägt ist das Problem in Baden-Württemberg nach absoluten Zahlen im Bereich Grundschulen, die mehr als die Hälfte aller Schulen ausmachen. Zuletzt hatte jede fünfzehnte Grundschule im Land keinen regulären Leiter.

Die höchste Fehlquote haben Haupt-/Werkrealschulen. Davon haben fast zehn Prozent keinen Leiter. Auch an den sonderpädagogischen Schulen fehlen prozentual viele Rektoren: Jede zwölfte Schulleitungsstelle ist vakant.

Wie ist die Lage im Schwarzwald und auf der Alb?

Wie drastisch die Lage in der Region ist, zeigt ein Blick auf die genauen Zahlen: In vielen Landkreisen in der Region sind derzeit mehr Schulleiterstellen offen als Lehrerstellen. Wir geben einen Überblick darüber, in welchen Landkreisen wie viele Schulleiter fehlen.

Schwabo7 am Morgen
Montag - Sonntag um 7.00 Uhr
Starten Sie Montag bis Sonntag mit den wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt zusammengefasst in den Tag.

Im Bereich des Regierungspräsidiums Freiburg gibt es vakante Schulleiterstellen zum neuen Schuljahr insbesondere an Grundschulen, an Haupt- und Werkrealschulen sowie an sonderpädagogischen Bildungseinrichtungen. An allgemeinbildenden Gymnasien sowie an den Beruflichen Schulen sind im Einzugsbereich des Regierungspräsidiums Freiburg derzeit alle Schulleitungsstellen besetzt.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis sind nach den Sommerferien fünf Schulen ohne Leitung und im Kreis Rottweil haben sechs Schulen keinen Rektor. Im Kreis Tuttlingen fehlen insgesamt sechs Schulleiter. In absoluten Zahlen fehlen im Ortenaukreis zum neuen Schuljahr die meisten Schulleiter: Hier sind neun Stellen offen. Im Kreis Lörrach fehlen zum Schulstart vier Schulleiter.

Im Zollernalbkreis sind zum Start des neuen Schuljahres laut Regierungspräsidium Tübingen an fünf Schulen die Rektorenbüros leer, während alle Lehrerstellen besetzt werden konnten.

Im Landkreis Calw gibt es derzeit zwei offene Schulleiterstellen, im Landkreis Freudenstadt sind es vier. Laut einer Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe sei die Schulleitung jedoch an allen Schulen in den Kreisen Calw und Freudenstadt kommissarisch besetzt. Das heißt, keine der Schulen ist derzeit ohne funktionierende Leitung.

Aktuelle Zahlen darüber, welche Schulformen in der Region am meisten betroffen sind, waren von den Regierungspräsidien Tübingen und Karlsruhe vorerst nicht zu bekommen.

Der Grund für den Schulleiter-Mangel

Die Schulleiterposten sind unbeliebt, weil es für das Mehr an Arbeit kaum mehr Geld gibt. Schon 2018 hatte Ex-Kultusministerin Susanne Eisenmann ein Konzept zur Stärkung von Schulleitungen vorgelegt, das auch der Vermeidung von Vakanzen dienen sollte. Seitdem hat sich aber kaum was getan und die Umsetzung gestaltet sich als schwierig.

Im neuen Koalitionsvertrag haben Grüne und CDU sich vorgenommen, weitere Maßnahmen zu prüfen, um die Schulleitung attraktiver zu machen. Ob dieses Konzept in den kommenden Jahren Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten.