Schulstart steht bevor
: An diesen Schulen in der Region fehlen die meisten Lehrer

Vor dem Start ins neue Schuljahr fehlen noch immer viele Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen in der Region. Welche Landkreise und Schulen am stärksten betroffen sind.
Von
Julia Maria Meene
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

In der Region bleiben einige Lehrstellen zum Schulstart am Montag unbesetzt. (Symbolfoto)

Marijan Murat/dpa

Auch wenn für das kommende Schuljahr insgesamt mehr Lehrer eingestellt wurden als im Vorjahr, bleiben nach den Sommerferien viele Stellen unbesetzt. Insbesondere im ländlichen Raum fehlt weiterhin an vielen Schulen Lehrpersonal. Nur in einem Landkreis in der Region konnten fast alle offenen Stellen besetzt werden.

Das Kultusministerium sei in diesem Jahr vor einer besonderen Herausforderung gestanden: Wegen eines Softwarefehlers wurden in Baden-Württemberg 1440 Stellen für Lehrer als besetzt ausgewiesen, obwohl sie es nicht waren. Zwar sei für das kommende Schuljahr deutlich mehr Lehrpersonal eingestellt worden – trotzdem gebe es durch diese kurz vor der Sommerferien entdeckten Stellen deutlich mehr offene Stellen als im vergangenen Jahr. Das gab Kultusministerin Theresa Schopper in einer Pressekonferenz kurz vor Schulstart bekannt.

Der aktuelle Mangel sei ebenso auf den Anstieg der Schülerzahlen zurückzuführen. Zum demografisch bedingten und planbaren Aufwuchs hinzu kommt eine nicht absehbare Zahl an Geflüchteten aus der Ukraine und aus anderen Ländern. So mussten in Baden-Württemberg in diesem Jahr 440 zusätzliche Grundschulklassen gebildet werden.

Viele offene Stellen gebe es weiterhin auch im sonderpädagogischen Bereich. An fast allen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) in der Region ist der Bedarf derzeit am höchsten.

Den gestiegenen Bedarf mit Neueinstellungen zu decken, klappt nicht überall in der Region. Grundsätzlich sei der ländlichere Raum am stärksten von einem Missverhältnis zwischen angebotenen Stellen und Bewerbungen betroffen. Grund dafür sei häufig die mangelnde räumliche Mobilität der Bewerber.

Viele angehende Lehrkräfte seien nur sehr eingeschränkt bereit, ihre Wohnorte zugunsten einer unbefristeten Anstellung zu verlassen und nehmen lieber befristete Angebote in Ballungsräumen an. Damit seien hier Stellen offen geblieben, die über andere Maßnahmen teilweise auch nur vorübergehend geschlossen werden konnten.

Offene Stellen an den Schulen in der Region

Schwarzwald-Baar-Kreis

Besonders hart trifft der Lehrermangel den Schwarzwald-Baar-Kreis, speziell im sonderpädagogischen Bereich. Das Regierungspräsidium Freiburg gibt auf Anfrage unserer Redaktion Auskunft über die konkreten Zahlen: Im gesamten Landkreis bleiben zum Schulstart insgesamt 39 Stellen vakant – sechs davon an den Grundschulen, sechs in der Sekundarstufe 1, zwei an Gemeinschaftsschulen und vier an Berufsschulen. Insgesamt 21 Stellen bleiben im sonderpädagogischen Bereich offen.

Landkreis Rottweil

Im Kreis Rottweil sind zu Beginn des Schuljahres insgesamt 23 Stellen unbesetzt. Auch hier sei der Bedarf im Bereich der Sonderpädagogik mit acht offenen Stellen am größten. An Grundschulen und in der Sekundarstufe 1 bleiben jeweils fünf Stellen vakant, an Gemeinschaftsschulen sind es zwei Stellen und an Berufsschulen drei Stellen. An Gymnasien konnten alle Stellen besetzt werden.

Zollernalbkreis

Im Zollernalbkreis sind laut dem Tübinger Regierungspräsidium im Moment acht ausgeschriebene Lehrerstellen nicht besetzt – fünf an Werkrealschulen, zwei an Realschulen und eine an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum.

Landkreis Freudenstadt

Im Kreis Freudenstadt gibt es laut dem Regierungspräsidium Karlsruhe den höchsten Bedarf an Grundschulen, 13 Stellen bleiben hier zum Start des neuen Schuljahres unbesetzt. Weitere fünf Stellen bleiben an Berufsschulen offen, zwei in der Sekundarstufe 1 und fünf Stellen an Sonderpädagogischen Bildungszentren. Insgesamt bleiben im Kreis Freudenstadt 25 Stellen unbesetzt.

Landkreis Calw

16 vakante Lehrstellen gibt es im Kreis Calw im kommenden Schuljahr. Fünf davon jeweils an Grundschulen und SBBZ sowie jeweils drei an Berufsschulen und in Sekundarstufe 1. Laut einem Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe konnten in den Landkreisen Calw und Freudenstadt jedoch alle offenen Stellen mit befristeten Ausschreibungen besetzt werden.

Landkreis Tuttlingen

Auch im Kreis Tuttlingen ist der Lehrermangel an SBBZ am größten, zwölf Stellen bleiben hier unbesetzt. Jeweils fünf vakante Stellen gibt es an Grundschulen und in der Sekundarstufe 1, vier Lehrkräfte fehlen an Berufsschulen sowie zwei an Gemeinschaftsschulen. An Gymnasien konnten hier alle Stellen besetzt werden.

Ortenaukreis

Im Ortenaukreis ist das Verhältnis zwischen Stellen und Bewerbungen hingegen fast ausgeglichen: An den Grundschulen und weiterführenden Schulen konnten durch Neueinstellungen alle vakanten Stellen besetzt werden – nur an den Berufsschulen bleibt eine Stelle unbesetzt.

Landkreis Lörrach

Anders sieht es im Kreis Lörrach aus: Insgesamt 26 Stellen bleiben hier zum Start des neuen Schuljahres unbesetzt – 15 dieser vakanten Stellen sind in Sonderpädagogischen Bildungszentren, vier an Berufsschulen, drei an Grundschulen und jeweils zwei an Gemeinschaftsschulen sowie der Sekundarstufe 1.

Schwabo7 am Morgen
Montag - Sonntag um 6.30 Uhr
Starten Sie Montag bis Sonntag mit den wichtigsten Nachrichten des Tages kompakt zusammengefasst in den Tag.