Ferien in Meßstetten und Balingen
: 21 Kinder zwischen Jurameer und Blütenmeer

Drei Tage lang haben 21 Kinder und Jugendliche beim Projekt „Ferien im Jurameer“ die Welt der Bienen und Fossilien in Heselwangen und Dotternhausen erkundet.
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(red/pm)
Oberndorf
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Die Welt der Fossilien und Bienen haben Kinder und Jugendliche beim Kooperationsprojekt „Ferien im Jurameer“ erkundet. Das Bild zeigt die Teilnehmer mit fertig gebohrten Wildbienenboxen im Werkforum der Firma Holcim bei Dotternhausen.

Alexandra Kischkel-Bahlo

21 Kinder haben jüngst am Kooperationsprojekt „Ferien im Jurameer“ teilgenommen. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Aktion der Sparkassenstiftung Umwelt+Natur und des Fossilienmuseums der Holcim Süddeutschland GmbH, teilt die Umweltstiftung schriftlich mit.

Die dreitägige Veranstaltung führte Jungen und Mädchen in die Welt der Fossilien des Schwarzen Juras sowie die Lebensweise von Honigbienen und Wildbienen.

Das Umweltmobil in Heselwangen

Foto: Alexandra Kischkel-Bahlo

An den ersten Tagen stand die Fossiliensuche in Heselwangen und Erzingen auf dem Programm. Dort winden sich Reichenbach und Katzenbach durch die Gesteinsschichten des Schwarzen Juras.

Unter Anleitung der Geowissenschaftlerinnen Annette Schmid-Röhl und Janina Wypich entdeckten die Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis sechzehn Jahren viele Fossilien aus der Zeit des Jurameers.

In einem trockenen Bachbett verbarg sich ein „Teufelszehennagel“

Besonders spannend waren die trockengefallenen Abschnitte der „Bächle“. Dort konnten Fossilien im Bach einfach freigelegt und bestimmt werden. Große Begeisterung weckte ein „Teufelszehennagel“.

Janina Wypich wies darauf hin, dass diese Gryphaea zu einer ausgestorbenen Muschelgattung gehört. „Sie sind mit den Austern verwandt und werden wegen der gebogenen Form auch als Teufelszehennagel bezeichnet“, ergänzte sie.

Ein Teufelszehennagel, oder Gryphaea, aus dem Katzenbach.

Foto: Alexandra Kischkel-Bahlo

Zwischen Steinen und Schlamm entdeckten die Jungforscher auch viele Belemniten, deren patronenartigen schwarze Innenskelette als die bekannteren Donnerkeile versteinerten. Gelegentlich wurden auch die hübschen Stilglieder der Seelilien aufgelesen. Deren Verwandte leben heute noch als lebende Fossilien in der Tiefsee.

Merkwürdige Strukturen auf einem Ammoniten faszinierten die Kinder. „Bei diesen blattförmigen Zeichnungen handelt es sich um sogenannte Lobenlinien“, erklärte Annette Schmid-Röhl.

Und weiter: „Das sind Verwachsungsnähte der Kammerscheidewände mit der Schale des Ammoniten. Ihr Muster kann bei der Unterscheidung verschiedener Ammonitenarten helfen.“

Auf dem Wiesengelände bei Holcim in Dotternhausen summen Honigbienen

Wie lernen Kinder Insekten kennen? „Am besten erkunden Kinder auf eigene Faust einen Lebensraum“, erklärte Stiftungsökologe Hannes Schurr am Rand einer Streuobstwiese in Heselwangen.

Neugierig schubsten die jungen Naturfans Schmetterlinge, Käfer und Bienen in die Fanggläschen. Mit Hilfe des Bildschirmmikroskops vom Umweltmobil betrachtete die Gruppe den Körperbau verschiedener Insekten stark vergrößert.

Die Kinder und Jugendlichen schauen Imker Ludwig Scherer über die Schulter.

Foto: Alexandra Kischkel-Bahlo

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch mehrerer Bienenvölker auf dem Wiesengelände der Firma Holcim in Dotternhausen. Dort erklärte Imker Ludwig Scherer den jungen Besuchern den Lebenszyklus der Honigbienen und ihre Bedeutung für das Ökosystem.

Auch Wildbienen wurden thematisiert und die Kinder haben Nisthilfen für sie gebaut. Diese bieten den solitär lebenden Wildbienen geeignete Brutplätze und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Auch kommendes Jahr soll es „Ferien im Jurameer“ geben

Geowissenschaftlerin Alexandra Kischkel-Bahlo von der Umweltstiftung ist überzeugt, dass Naturerlebnisse in Verbindung mit praktischen Erfahrungen besonders nachhaltig wirken.

„Die Verbindung von Geologie, Biologie und Ökologie, kombiniert mit Bewegung und sozialer Interaktion, machen das Projekt zu einem unvergesslichen Ferienerlebnis“. Für die Organisatoren steht fest: Auch im nächsten Jahr wird es wieder „Ferien im Jurameer“ geben.

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