Auch in Balingen immer teurer
: Braucht es bald eine „Dönerpreisbremse“?

Der Preis für Rinderfleisch steigt seit Monaten an. Der Verband der Dönerproduzenten erwartet, dass der Preis für einen Döner bald die Marke von zehn Euro überschreitet – wie ist die Lage in Balingen?
Von
Jessica Müller
Oberndorf
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Zehn Euro für einen Döner? Damit rechnet der Verband der Dönerproduzenten.

Christoph Schmidt/dpa

„Einmal Döner mit allem“ hat den Verbraucher vor zehn Jahren noch um die vier Euro gekostet. Heute hat sich der Preis für einen Döner bundesweit im Durchschnitt verdoppelt. Schuld ist, wie so oft, die Inflation. Insbesondere die steigenden Fleischpreise treiben auch die Dönerpreise in die Höhe. Kostet der Döner auch in Balingen bald zehn Euro? Wir haben nachgefragt.

Auswirkungen schon länger deutlich spürbar

Hassan Kenan, Inhaber von City Kebap in der Unteren Kirchstraße in Balingen, spürt die Auswirkungen der Preiserhöhungen schon länger sehr deutlich: „Bisher haben wir die Preise noch nicht erhöht, aber wenn das so weiter geht, dann geht es nicht mehr anders“, sagt er.

Damit will er aber noch ein bisschen warten, denn er hat Angst, dass eine Preiserhöhung weniger Kundschaft nach sich zieht. „Das können wir uns nicht leisten.“ In Balingen sei der Konkurrenzdruck sehr hoch und seine Kundschaft bestehe zu einem großen Anteil aus Schülern.

„Wenn ein Döner zehn Euro kostet, kann sich das eine Familie doch gar nicht mehr leisten, ihren Kindern Geld für einen Döner zum Mittagessen mitzugeben“, sagt der Familienvater, der selbst sechs Kinder hat.

Senkung der Mehrwertsteuer wäre sinnvoll

Eine Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie auf sieben Prozent, wie aktuell von Union und SPD diskutiert wird, könnte seiner Ansicht nach sinnvoll sein. „Stabile Preise wären natürlich gut“, so Kenan.

Das findet auch Kollege und Inhaber des Antalya Kebap Haus in der Bahnhofstraße, Cam Cenez. „Ich hoffe, dass das umgesetzt wird“, sagt er. Durch eine steuerliche Entlastung wäre uns geholfen.“ Die steigenden Fleischpreise machen auch ihm zu schaffen: „Wer die Preise erhöht überlebt, wer es nicht macht, geht unter.“ Nicht alle Kunden hätten dafür Verständnis. „Wir wollen damit ja nicht reich werden“, sagt er. „Aber so ist das nicht.“

Seit Januar Preise erhöht

Cem Görür, Inhaber von Arkadaş Kebab, hat bereits Anfang des Jahres seine Preise erhöht. Statt sieben kostet der Döner nun acht Euro. „Innerhalb der letzten vier Monate sind die Fleischpreise gleich zweimal gestiegen“, sagt er. Den Kunden scheint das nicht auf den Magen zu schlagen. „Solange die Qualität konstant bleibt“, zahlen sie auch die acht Euro“, so Görür. Das hätten ihm einige Kunden auch vor der Erhöhung schon beigepflichtet. „Dass viele Lebensmittel teurer werden, merkt man ja auch selber beim Einkaufen.“

Kunden haben Verständnis

Diese Erfahrung hat bisher auch Imam Usak gemacht, der den Orient Imbiss in der Dammstraße führt. „Das sieht ja jeder beim Einkaufen, dass die Preise immer weiter steigen“, meint auch er. Eine Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie würde auch er begrüßen und hofft, dass die Preise dann stabil bleiben. Für ihn sei die Situation aber noch zu stimmen. Preiserhöhungen wird es zwar auch bei ihm geben. Dass ein Döner aber in naher Zukunft für zehn Euro verkauft wird schätzt er nicht als realistisch ein.

Mehrwertsteuer für Gastronomie dauerhaft senken – darum geht’s

Finanzpaket
 16 Arbeitsgruppen mit 256 Unterhändlern sollen sich möglichst in zehn Tagen auf ein gemeinsames Regierungsprogramm einigen. Dabei ist eine Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben und ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Investitionen vor allem in die Infrastruktur ein wichtiger Punkt. Union und SPD wollen darin die Umsatzsteuer für Speisen in der Gastronomie dauerhaft auf sieben Prozent senken. Das sagte CSU-Chef Markus Söder, und das geht auch aus dem Sondierungspapier hervor, auf das sich beide Seiten nach tagelangen Verhandlungen verständigt haben. Ziel sei es, Gastronomie und Verbraucher zu entlasten, heißt es dort.

Die Mehrwertsteuer in der Gastronomie
war bereits in der Corona-Zeit von 19 auf sieben Prozent gesenkt worden, allerdings nur vorübergehend.

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