Weltladen Albstadt wird 40
: Was fairer Handel zu bieten hat: Davon profitieren beide Seiten

Mit einem kleinen Arbeitskreis hat die Geschichte des Weltladens Albstadt vor 40 Jahren in Tailfingen begonnen. Nun lädt die 18-köpfige Gruppe zum Jubiläumsfest ein.
Von
Karina Eyrich
Oberndorf
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18 Aktive – einige fehlen auf dem Foto – engagieren sich aktuell ehrenamtlich im Weltladen Albstadt, der am 21. und 27. September sein Jubiläum feiert.

Meinrad Ritter

Ins Schwabenalter kommt der Weltladen Albstadt: Sein 40-jähriges Bestehen feiert das Team am Samstag, 27. September, ab 15 Uhr im Bildungszentrum, Johannesstraße 5.

Dort gibt es Kaffee und Kuchen, die Schüler der Fair-Trade-Gruppe der Walther-Groz-Schule gebacken haben. Um 17.30 Uhr folgend Grußworte von Oberbürgermeister Roland Tralmer, dem Vorsitzenden des Freundeskreises, Bernhard Schädle-Horn, und Eberhard Bolay om Weltladen-Dachverband. Gründungsmitglied Ilse Setzepfand erzählt im Interview von den Anfängen, und danach werden leckere, ostafrikanische Häppchen und Getränke serviert. Ab 19 Uhr wird der 95-minütige Spielfilm „Made in Bangladesh“ über junge Textilarbeiterinnen gezeigt, die unter prekären Bedingungen dort Kleidung – oft „Fast Fashion“ – anfertigen.

Heidi Kistowski, Ingrid Ritter, Michael Ziegler, Elli Erbrich und Ruth Kellermann (von links) freuen sich auf viele Gäste.

Foto: Karina Eyrich

Eine Ausstellung zeigt Höhepunkte aus der Geschichte des Weltladens, informiert über die Projekte „Jardin del Eden“ in Ecuador und „El Pueblo Unido“ in Peru, die der Weltladen unterstützt, und über den Trägerverein „Freundeskreis Eine Welt“.

Angefangen hatte alles 1985, als ein paar junge Leute in Tailfingen einen Arbeitskreis Dritte-Welt-Laden gründeten und regelmäßig an einem Stand auf dem Wochenmarkt fair gehandelte Produkte anboten. Es war der Grundstein für den Dritte-Welt-Laden, der im April 1986 in einem Wohnhaus in der Katharinenstraße 7 in Tailfingen eröffnete.

Beim „Schwabo“ daheim

Die ehemaligen Geschäftsstelle des Schwarzwälder Boten in der Hechinger Straße 37 war die nächste Station in Tailfingen: 1989 wurde sie bezogen, und nur sechs Jahre später bekam das Geschäft seinen heutigen Namen „Weltladen“. Weitere drei Jahre später zog es um nach Ebingen, in die Schmiechastraße 3, und 2010 in die Obere Vorstadt 25 ins Kunst-Werk-Haus, wo der Weltladen heute noch zu Hause ist.

Meßstetten ist Fair-Trade-Stadt – Albstadt nicht mehr

Der Jubilar ist einer von sechs Weltläden im Zollernalbkreis, allerdings nicht der älteste: Der Weltladen Meßstetten ist schon vor einigen Jahren ins Schwabenalter gekommen, und anders als Albstadt ist Meßstetten Fair-Trade-Stadt – ein Titel, den Albstadt nur von 2015 bis 2017 trug, weil dort keine flankierenden Aktionen mehr stattfinden. Die fair gehandelten Produkte Schokolade und Kaffee etwa werden in der Tourist Information nicht angeboten, was die derzeit 18 Aktiven – Uschi Schneider-Haas und Margret Schmid-Baumann sind von Anfang an dabei, Ruth Kellermann seit 39 Jahren – bedauern.

Wo Schokolade das Leben menschenwürdig macht

Dennoch hat es das Team geschafft, 24 000 D-Mark und – seit 2003 – 55 000 Euro an Erlösen in Projekte zu investieren, die Produzenten ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Etwa in Ghana, wo die Schokolade „Fair Afrique“ produziert wird – von der Kakaobohne bis zur fertigen Tafel. Rund 200 Menschen verschafft das Arbeit vor Ort. Allerdings könnten es 2000 sein, wäre der Absatz besser, erklärt Michael Ziegler. Neben Schokolade und Kaffee, der im Kaffeewerk der Lebenshilfe Zollernalb geröstet wird, gibt es im Weltladen Süßigkeiten, Kunsthandwerk, Taschen und Kleidung sowie die beliebten Solargläser. „Was wir nicht im Laden haben, können wir bestellen“, betont Elli Erbrich. Dass sich die Aktiven Zuwachs wünschen, um die 27 Wochenstunden, an denen der Laden offen hat, abzudecken: selbstredend.

In einem Gottesdienst am Sonntag, 21. September, ab 9.30 Uhr in der Martinskirche wird das Weltladen-Jubiläum ebenfalls gefeiert. Zelebrieren wird ihn Pfarrerin Marlies Haist. Außerdem findet am Sonntag, 28. September, ab 10.45 Uhr in der Emmauskirche Ebingen einen Familiengottesdienst zum Thema fairer Handel statt.

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