Fassungslosigkeit im Gemeinderat Albstadt: Über die Schillerschule ist das letzte Wort noch nicht gesprochen

Schulleiter Georgios Mpouras – neben ihm: seine Lehrer-Kollegin und Onstmettinger Ortschaftsrätin Brigitte Wilke – wirkte fassungslos, als er im Gemeinderat über die plötzlichen Pläne, seine Haupt- und Werkrealschule zu schließen, sprach.
Karina Eyrich„Die Wände sind morsch – auch tragende!“ Das war eine der nicht unwichtigen Informationen, die der Gemeinderat dann doch noch erfahren wollte, ehe er über die Pläne der Stadt Albstadt für die Schillerschule abstimmt.
Das Problem an der Aussage von Schulleiter Georgios Mpouras, den zu hören die Mehrheit der Stadträte in der jüngsten Sitzung gefordert hatte: Er sprach vom Grundschulgebäude. Das ist also ebenso sanierungsbedürftig wie das größere Werkrealschule-Gebäude. Dessen Schüler sollen nach Plänen der Stadt verteilt werden, zumal der Werkrealschul-Abschluss 2030 wegfällt, vor allem auf die Lammerberg-Realschule Tailfingen, von wo eh der Großteil der Schiller-Haupt- und Werkrealschüler kommt. Nun, vor dem Neubau, sei noch Zeit, Pläne und pädagogisches Konzept anzupassen – und dann auch über den Bau der bisher nicht eingeplanten Sporthalle neu nachzudenken.
Laut Mpouras müsste die Grundschule beim Wegfall der weiterführenden – „Das ist ein Verbund!“ – neu beantragt werden, „und ich bezweifle, dass die Genehmigung erteilt würde“. Zudem zeige die Zahl der Rückläufer von den Realschulen, „dass sie dort keine Heimat finden werden“.
Während Mpouras betonte, dass ein Teil der Landesmittel, die aus dem Startchancen-Programm an die Schillerschule fließen werden, für Gebäudesanierungen verwendet werden dürfe, hat Markus Münch, Leiter des Amtes für Familien, Bildung, Sport und Soziales, andere Informationen. Matthias Strähler (CDU) betonte, dass Eigenbeteiligung der Stadt nötig sei: „Das Geschenk kostet Geld.“ Ein zusätzliches Fass machte Nils Maute (SPD) auf, indem er forderte, im Fall der Verlegung der Schiller-Schüler die Sporthalle am Schulzentrum Lammerberg in Tailfingen wieder ins Programm zu nehmen. „Aus unserer Sicht ist es noch nicht zu spät.“ Ein Standort in „fußläufiger Entfernung“, wie ihn die Stadt laut Beschlussvorschlag suchen will, ist ihm zu wenig. Die Freien Wähler kritisierten die Auflösung der Klassenverbünde, zumal die Schülerzahlen steigen, die Schillerschule im nächsten Schuljahr zweizügig sei. In Onstmettingen entstünden bald 48 neue Wohnungen, und viele Schüler wanderten schon jetzt nach Frommern ab, gab Ulrike Münster zu bedenken. Zudem: „Die Lammerberg-Realschule braucht ihre Lernzonen statt weiterer Klassenräume.
Nils Maute: „Das Schulzentrum braucht eine Sporthalle“
Die Schulleiter melden sich mit einem Aufruf
Thomas Voelter (Z.U.G.) gab einen Aufruf der Albstädter Schulleiter weiter, die in der Sitzung waren und sich beraten hatten – einen Aufruf, das Thema zu vertagen. Was auch Ortsvorsteher Jürgen Kurz forderte, zumal das Thema Schule den ganzen Ort betreffe: „Wenn der Ortsvorsteher Teil der Verwaltung ist, sollte er in Planungen für seinen Stadtteil einbezogen werden und in der Lage sein, bestehende Interessenskonflikte sachlich zu klären.“
Dem Antrag von SPD und Freien Wählern auf Vertagung schloss sich am Ende die Mehrheit der Räte an. Mit den Schulleitern dürfte in den nächsten Wochen viel zu diskutieren sein.