Ein Hauch Wilder Westen lag über dem früheren Käpfleswiesenhof in Gruol. Line-Dance, Country-Musik und Reitvorführungen mit Quarterhorses ließen die Herzen höher schlagen.
Olaf Brendle hat den Hof 2022 vom früherem Besitzer Alfred Kohle erworben und betreiben ihn jetzt unter dem neuen Namen MB Quarterhorses zusammen mit seiner Lebensgefährtin Annette Mikus, deren Sohn Kevin Mikus und dessen Freundin Chantal Szellem.
Zum Hof gehören mit Wiesen etwa 30 Hektar Fläche und er bietet Platz für 35 Einstellpferde. Seitdem das Quartett die Anlage übernommen hat, hat sich dort viel getan. Zuwegungen auf dem Gelände und zwölf Parkplätze wurden asphaltiert, Paddocks gerichtet und neue Unterstände gebaut.
Eine Menge an Investitionen und auch sehr viel Arbeit sind in den Hof geflossen – und deshalb haben sich die neuen Besitzer dazu entschlossen, die Anlage in Form eines zweitägigen Hoffestes der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Große Reithalle wird zur Country-Scheune
Und das hatte es in sich: Das Western-Weekend startete am Samstagabend mit einem Countryabend mit Live-Musik in der großen Reithalle. Die dreiköpfige Band „Arizona Fire“, spielte so ziemlich jeden Klassiker, den man hierzulande aus der Country- und Westernmusik kennt und auf einem mit Spanholzplatten ausgelegten Quadrat wiegten sich im Takt der Musik die Line Dancer in Formation hin und her.
Stark vertreten waren die „Rising Sun Dancer“ aus Gruol, die mittler
weile wieder eine 16-köpfige Anfängergruppe hat, welche die derzeit 14 aktiven Tänzerinnen verstärkt. Draußen konnte man sich an mehreren Ständen mit Essen und Getränken stärken, es gab herzhafte Pulled-Porked-Burger aber auch Rote Würste, Pizza oder typisch oberschwäbische Dinnede. Drinnen im Reitstall hatte die Bar geöffnet.
Evangelischer Gottesdienst mit Musik
Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Haigerloch, begleitet von der eigenen Kirchenband mit Annika Saia, Ilona Nobic-Scheel, Thommy Winning und Ingo Pape.
Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Cowboy“. Und so wie ein Cowboy, auch mal die Zügel locker lassen und ganz, darauf vertrauen, müsse, dass sein Pferd die richtigen Schritte macht, so müsse auch der Mensch auf Gott vertrauen. „Glaube braucht Momente des Loslassens“, sagte der in ein schwarz-rot kariertes Westernhemd anstatt in Talar oder Albe gekleidete Saia.
Quarter-Horses sind ganz schön flink
Danach gab es in der Reithalle Vorführungen mit den äußerst agilen Quarterhorses in den Disziplinen Cutting und Reining – darin geht es um Fähigkeiten, des Pferdes, die in der täglichen Arbeit mit Rinderherden verlangt sind. Es gab auch eine zirzensischen Auftritt, bei dem sich Pferde zum Beispiel auf Kommando hinlegten.
Besonders hervor tat sich hier Meiko Spitzenberger aus Pliezhausen, ein hervorragender Western-Reiter der erst kürzlich bei der „Americana“ in Friedrichshafen ganz vorne mitgemischt hat: Er ritt nicht nur selbst, sondern kommentierte auch die Auftritte seiner Reiterkolleginnen und -kollegen.
Tierrettung Südbaden präsentiert sich
Das Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde – und das durften Kinder beim Ponyreiten genießen. Es gab aber auch Einblicke in die Arbeit eines Hufschmiedes oder man konnte dem Sattler beim Anfertigen von Taschen und Gürteln aus Leder über die Schulter schauen.
Vor Ort war auch die Tierrettung Südbaden aus Radolfzell mit einem Infostand, ihrem Einsatzfahrzeug und ihren Gerätschaften. 2000 Einsätze pro Jahr absolvieren die in einem Verein organisierten ehrenamtlichen Helfer – nicht selten geht es dabei um Pferde.