Neben den etablierten Parteien standen am Sonntag auch zahlreiche Kleinparteien auf den Wahlzetteln. Foto: Uwe Ade

Chancen auf einen Einzug in den Landtag hatten sie zwar nicht – im Wahlkreis Freudenstadt konnten Kleinparteien wie Bündnis C oder Tierschutzpartei aber Achtungserfolge erzielen.

Von der Partei für Verjüngungsforschung über die Klimaliste bis hin zu „dieBasis“ – auf den Wahlzetteln standen am Sonntag neben den etablierten Parteien auch viele Kleinparteien. Im Ergebnis werden sie unter „Sonstige“ zusammengefasst.

 

Auch im Wahlkreis Freudenstadt besteht die Top 6 erwartungsgemäß aus CDU, AfD, Grüne, SPD, FDP und Linke. Andere Parteien konnten aber den einen oder anderen Achtungserfolg einfahren.

Dass auf Platz 7 das BSW mit 1,6 Prozent folgt, dürfte angesichts der Medienpräsenz der Partei nicht allzu überraschend sein – und mit Sabine Frank trat auch eine Direktkandidatin an, die 1,9 Prozent holte.

Die Freien Wähler, ebenfalls in mehreren Landesparlamenten vertreten, stehen im Kreis auf Platz 8 mit 1,5 Prozent – verlieren im Vergleich zu 2021 aber 3 Prozent, was damit begründet sein dürfte, dass die Partei diesmal keinen Direktkandidaten stellte.

Bündnis C in Pfalzgrafenweiler stark

Wie wichtig ein Direktkandidat mit lokaler Bekanntheit ist, zeigt sich am Bündnis C: Walter Schäuffele, der aus Waldachtal stammt, in Pfalzgrafenweiler wohnt und als Weltenbummler bekannt ist, weil er mehr als 130 Länder bereist hat, holte für die Partei 1,4 Prozent – und 1,0 Prozent der Wähler gaben auch ihre Zweitstimme an das Bündnis C, das seiner Politik „das biblische Menschenbild und die christliche Ethik“ zugrunde legt.

Vor allem in Schäuffeles Wohnort schneiden er und das Bündnis C gut ab: 4,1 Erst- und 3,6 Prozent Zweitstimmen in Pfalzgrafenweiler. Würde nur der Bezirk Bösingen zählen, wäre das Bündnis C sogar im Landtag vertreten: 8,3 Prozent der Zweitstimmen (mehr als SPD, FDP und Linke) gehen dort an die Partei, während Schäuffele in Herzogsweiler mit 7 Prozent Erststimmen sein bestes Ergebnis einfährt.

Auch in Wörnersberg und Wälde steht das Bündnis C bei Erst- und Zweitstimmen jeweils über 5 Prozent. Ein ungewöhnliches Bild ergibt sich in Schopfloch-Unteriflingen: Dort wählten 6,2 Prozent Schäuffele, für seine Partei entschieden sich aber nur 1,8 Prozent.

Auch andere Kleinparteien knacken die 5 Prozent

Das Bündnis C ist nicht die einzige Kleinpartei, die zumindest in einzelnen Bezirken die 5-Prozent-Marke knackt: In Baiersbronn-Friedrichstal kommt „Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer“ auf 5,3 Prozent. Dort ist auch das BSW (7,9 Prozent) stark. Wäre wiederum nur in Glatten-Neuneck gewählt worden, säße die Tierschutzpartei (5 Prozent) im Landtag.

Am schlechtesten schneidet im Wahlkreis die Partei der Humanisten (PdH) ab – sie erhält nur 17 von 60 582 Stimmen.