Oliver Fiedel hatte am Todtnauer Neujahresempfang einiges zu tun: ein Rückblick auf Veranstaltungen zum Stadtjubiläum und ein Ritt durch millionenschwere Projekte.
Nach einer langen Begrüßungsrunde blickte Bürgermeister Oliver Fiedel in seinem ersten Teil der Rede auf ein Jubiläumsjahr mit 34 Veranstaltungen zu „1000 Jahre Todtnau“. „Dadurch sind die Bürger ein Stück zusammengerückt, das ist ein schönes Gefühl“, sagte Fiedel sichtlich ergriffen. Denn hätten mitwirken und ihren Beitrag leisten wollen: Vereine, lose und feste Institutionen, einzelne Bürger.
Ein Jahr des Feierns
Fiedel erinnerte an das Todtnauer Bier, von dem mittlerweile rund 10 000 Liter gebraut wurden, an die Veranstaltung des Skiclubs zu den Deutschen Skimeisterschaften 1968 und auch an die Fasnacht, die ganz im Zeichen des Jubiläums stand. Zu den Höhepunkten zählte der Festakt mit rund 500 Gästen, der Mittelaltermarkt sowie die Glockenweihe und das zweitägige Städtlifest. Es gab Konzerte, Turniere, Vorträge, Ausstellungen und weiteres, etwa den Italienischen Tag auf dem Marktplatz. Zusätzlich feierten 2025 zehn Vereine und Institutionen ihr Jubiläum – „ich glaube, so viele wie noch nie“, so Fiedel. „Es war ein vollgepacktes Jahr“.
Die Zahlen
In seinem zweiten Rede-Teil präsentierte Fiedel einige Zahlen. So liege die Einwohnerzahl bei 4956 (Stand: 30.12.2025) und dabei bei einem oberen Wert im Trend der vergangenen zehn Jahre. Deutlich werde aber wie sich Kreisumlage und Gewerbesteuer immer mehr voneinander weg bewegen. Aktuell liege die Kreisumlage für Todtnau bei 3,1 Millionen Euro und damit eine Millionen unter den Einnahmen durch die Gewerbesteuer. Ebenso wenig erfreulich sei die Entwicklung der Schulden: Diese hätten lange bei rund drei Millionen Euro gelegen, seien dann 2024 auf knapp unter fünf Millionen Euro angestiegen und würden 2026 auf rund sieben Millionen Euro steigen. Die Pro-Kopf-Verschulung steige damit von 946 Euro auf schätzungsweise 1419 Euro.
Eine positive Nachricht sei aber das Sondervermögen des Bundes, das Todtnau in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro erhält. „Das ist eine gute Investitionshilfe.“ Positiv sei auch die Entwicklung im Forst.
Großprojekte in Todtnau
Fiedel blickte auf das Projekt Windpark Lailehöhe zurück, betonte die gute Integration der „Gegner“ in die Diskussion. Am Ende stimmten die Kommunen gegen das Projekt.
Ambitioniert sei der Zeitplan gewesen, in dem das Notschrei-Hotel erweitert wurde – in nur eineinhalb Jahren wurde das 14 Millionen-Projekt realisiert.
Ein „Riesenprojekt“, das nun Mitte des Jahres starten soll, sei der Busbahnhof-Areal in Todtnau. 8,4 Millionen Euro kostet der dortige Neubau der Feuerwehrgarage (der Eigenanteil liegt bei rund fünf Millionen Euro). Der Busbahnhof wird für drei Millionen Euro rückgebaut und verkleinert neu aufgebaut. Dafür liegt der städtische Anteil bei 1,2 Millionen Euro. Rund 70 neue öffentliche Parkplätze werden dort entstehen, 20 davon unter der Feuerwehrgarage. Der Lebensmittelmarkt soll erweitert werden mit weiteren Parkplätzen. „Das sind extrem große Summen, die wir hier zu stemmen haben“, sagte Fiedel, er sei dankbar über die Fördermittel.
Als weiteres Großprojekt steht die Aufstockung der Mensa der Gemeinschaftsschule mit drei Klassenräumen für rund 1,9 Millionen Euro an. Auch befasse sich die Stadt mit der verpflichtenden Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Zuversichtlich sei Fiedel, dass das Biosphären-Besucherzentrum nach Todtnau komme. „Unglaublich“ seien jedoch die Kostensteigerungen für die Herrichtung des Hasenhorn-Turms.
Projekte in den Ortsteilen
Fiedel blickte auch auf die Projekte in allen Ortsteilen. So wird etwa in Muggenbrunn nach 16 Jahren nun die Sanierung der Hohfelsstraße realisiert und soll im Herbst abgeschlossen sein. Weiterhin seien sich Stadt und Bürger uneinig, ob es sich um eine für die Bürger kostspielige Erschließungsstraße handle. In Todtnauberg möchte der „Liebenswert“-Verein fünf Bergbauschauplätze anlegen, und in Schlechtnau wurde das 3,2 Millionen Euro schwere Projekt Regenüberlaufbecken abgeschlossen. Im am weitesten entfernten Ortsteil Herrenschwand sollen zwei neue Baugebiete erschlossen werden, sieben neue Bauplätze soll es auch im Aftersteger „Brühl“ geben.
Die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs übernahm die Musikschule mit den Schülern Rosalie Stöffler am Violoncello, begleitet von Constanze Bark, sowie von Moritz Zimmermann am Euphonium, begleitet von Arne Marteter.