Die Deutsche Bahn beginnt mit vorbereitenden Arbeiten für Pfaffensteigtunnel. Foto: DB/Jannik Walter

Der Pfaffensteigtunnel nimmt Fahrt auf: Für den Schwarzwald-Baar-Kreis rückt die schnellere Gäubahn näher – schneller nach Zürich, besser zum Flughafen Stuttgart.

Der Ausbau und die Modernisierung der internationalen Bahnverbindung Stuttgart–Zürich und damit einer der wichtigsten Bahnverbindungen für den Schwarzwald-Baar-Kreis gewinnen an Fahrt. Die Deutsche Bahn hat vor einer Woche mit den Vorarbeiten für den Vortrieb des Pfaffensteigtunnels begonnen.

 

Nördlich des Flughafens Stuttgart und der Autobahn A8 laufen die Erdarbeiten auf der zentralen Baustelleneinrichtungsfläche. Erst kürzlich hatten Bund und Bahn die Finanzierungsvereinbarung für den Pfaffensteigtunnel geschlossen, im Dezember 2025 hatte das Eisenbahn-Bundesamt die Baugenehmigung für den Großteil des Projekts erteilt.

Im Rahmen der jetzt begonnenen vorbereitenden Arbeiten wird zunächst auf einer rund drei Hektar großen Fläche der Ober- und Unterboden abgeschoben. Anschließend werden die Zufahrten zu dieser Fläche hergestellt, Vorbereitungen für den Bau einer Lärmschutzwand getroffen sowie der Einsatz von Großbohrgeräten vorbereitet.

Die nun laufenden Arbeiten dienen dazu, dass im Anschluss der Startschacht für die maschinellen Tunnelvortriebe gegraben werden kann. Vom Startschacht aus werden die beiden Röhren mit zwei Tunnelvortriebsmaschinen aufgefahren.

Im Zuge der Vorarbeiten wurden Wirtschaftswege südlich der Echterdinger Straße und nordöstlich der Landesstraße L 1192 gesperrt. Umleitungen sind ausgeschildert.

Ein Projekt in Abschnitten

Im Rahmen des Partnerschaftsmodells Schiene gelang die Planung des Pfaffensteigtunnel „in Rekordzeit“, teilt die Deutsche Bahn in einer Pressemeldung mit. Mit dem Pfaffensteigtunnel und dem Partnerschaftsmodell Schiene werde erstmals ein Infrastrukturgroßprojekt der Bahn in sämtlichen relevanten Leistungsphasen gemeinsam mit späteren Auftragnehmern als Allianzpartner realisiert.

Die Planung des Projekts ist in Abschnitte aufgeteilt. Die für den Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1 Ende 2025 erteilte Baugenehmigung umfasst den bergmännisch herzustellenden Teil des Pfaffensteigtunnels mit einer Länge von 10,8 Kilometern. Im PFA 2 schließt sich der in offener Bauweise zu errichtende rund 300 Meter lange Teil des Pfaffensteigtunnels an, gefolgt von den oberirdischen Streckenabschnitten bis zur zwischen Böblingen und Sindelfingen gelegenen S-Bahn-Station Goldberg.

Die Planfeststellungsunterlagen für den zweiten Projektabschnitt hat die Bahn im April 2025 beim EBA eingereicht.

Im vordringlichen Bedarf

Der Ausbau der Gäubahn – und damit auch der Bau des Pfaffensteigtunnels – ist im Bedarfsplan für die Bundesschienenwege als vordringlich aufgeführt.

Mit dem Pfaffensteigtunnel wird die Gäubahn an den Flughafen sowie weiterführend an den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angeschlossen. Somit erfüllt der Tunnel auch einen wesentlichen Teil des von den Stuttgart-21-Projektpartnern geschlossenen Finanzierungsvertrags.

Der Tunnel bilde, so die Bahn, die Basis für den Deutschlandtakt auf der Gäubahn und für eine rund 15 Minuten kürzere Reisezeit zwischen Stuttgart und Zürich. Zudem können Reisende von der Gäubahn aus bereits am Flughafen bequem auf schnelle Verbindungen in Richtung Ulm und München umsteigen.