Die AfD hatte zum Rottweiler Dialog geladen. Gekommen waren führende Politiker der Bundestagsfraktion. Das Thema lautete „Schulden-Tsunami“.
Während draußen der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen seine angemeldete Gegenversammlung abhielt wurde im Inneren der Halle über das mehrer hundert Milliarden schwere Schuldenpaket gesprochen, dem der Bundestag am 18. März zugestimmt hatte.
Zu der mit „Schulden-Tsunami“ überschriebenen Veranstaltung in der Rottweiler Stadthalle am Donnerstagabend waren laut Schätzung der Polizei 650 Interessierte gekommen. Während der mehr als zwei Stunden dauernden Veranstaltung sprachen neben dem AfD-Landesvorsitzenden Emil Sänze, der durch den Rottweiler Dialog führte, Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier und Stephan Brandner auch der Vorsitzende der von der AfD gegründeten Struve-Stiftung, Bernhard Seitz.
In ihren Reden gingen Brandner und Frohnmaier auf die Schuldensituation ein und nannten Gründe, die aus ihrer Sicht dazu geführt haben. Dafür gab es viel Applaus.
Personenschutz und stehende Ovationen
Frenetisch Gefeiert wurde Tino Chrupalla, der zusammen mit Alice Weidel das Führungsduo der AfD in der Bundestagsfraktion bildet. Er erhielt beim etwas verspäteten Einzug in die Halle unter Personenschutz stehende Ovationen. Chrupalla schwor unter anderem in seiner Ansprache die AfD auf die kommende Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 ein.
Für leichte Unruhe hatten zwei Demonstranten gesorgt, die auf das Dach der Stadthalle geklettert waren und während des Rottweiler Dialogs ein Plakat mit der Aufschrift „Es ist 5 vor 1933“ an eines der Oberfenster gehalten hatten. Laut Polizei müssen sich die beiden wegen Hausfriedensbruchs verantworten.
Messer und Protest
Zudem, so die Polizei, haben Ordnungskräfte des Veranstalters während der Einlasskontrolle zum Rottweiler Dialog mehrere Messer gefunden. Ansonsten sei es zu keinen polizeilichen Vorkommnissen gekommen.
Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Grund hierfür sei gewesen, dass verschiedene Gruppierungen nach Bekanntwerden der AfD-Veranstaltung in den Sozialen Medien zu Gegenprotesten aufgerufen hatten.
Die Gegenversammlung der Grünen und des Bündnisses „Rottweil bleibt bunt“ vor der Stadthalle zählte rund 120 Teilnehmende – darunter laut Angaben der Polizei auch Mitglieder des Offenen Antifaschistischen Treffens VS. Gegenprotest habe es von einer Gruppierung gegeben, die die Polizei dem rechten Spektrum zuordnet. Hier seien acht Leute vertreten gewesen. Die Polizei bilanziert insgesamt einen friedlichen Verlauf der Veranstaltungen.