Das Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld beherbergt seit 25 Jahren ein Forum für Information und Kommunikation. Foto: Helen Moser/Klumpp

Gut 100 Jahre alt und einst Heimat der Familie des Nobelpreisträgers: Seit 25 Jahren beherbergt das Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld ein Forum für Information und Kommunikation.

Ein Museum im klassischen Sinne ist es nicht, dieses Albert-Schweitzer-Haus in Königsfeld. Das betont Wolfgang Schaible, Vorsitzender des Historischen Vereins, der die Begegnungsstätte mit Ausstellung führt und die inhaltliche und organisatorische Arbeit leistet. Stattdessen ist es das Forum für Information und Kommunikation, das hier am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen feiert.

 

Was das genau bedeutet? Das Haus, das Schweitzer im Mai 1923 zusammen mit seiner Frau Helene und seiner Tochter Rhena bezog, ist heute mehr als nur ein Erinnerungsort an den berühmten Königsfelder Ehrenbürger und Nobelpreisträger.

Es gehe vielmehr um die Auseinandersetzung mit Albert Schweitzers Gedanken, Leben und Wirken. Wie hat der Urwalddoktor in Königsfeld gelebt? Wie dachte und wirkte er – in Lambarene, als Ethiker und Philosoph, als Musiker und als Theologe und Seelsorger? Und wer ist die Frau, die, wie Schaible erklärt, „immer hinter ihm stand“?

„Es soll zum Nachdenken anregen über Albert Schweitzer“, fasst Schaible Sinn und Zweck des Forums für Information und Kommunikation zusammen. Etwa 2500 Besucher, welche die Ausstellung im Erdgeschoss des Albert-Schweitzer-Hauses unter anderem im Rahmen von Führungen erkunden, zählt die Einrichtung jedes Jahr.

Viel ehrenamtliches Engagement

Insgesamt fällt Schaibles Bilanz nach einem Vierteljahrhundert deshalb positiv aus – auch die positiven Rückmeldungen im Gästebuch des Forums für Information und Kommunikation „machen Hoffnung“, sagt er – Hoffnung darauf, dass die Einrichtung im Albert-Schweitzer-Haus ihrem Anspruch gerecht wird.

Ehrenamtliche, die Führungen anbieten, habe man aktuell einige, freut sich Schaible. Doch Aufsichtspersonal werde immer benötigt. Die Albert-Schweitzer-Tage sowie Diskussions- und Studienveranstaltungen bedeuten zusätzliche Aufgaben. Und auch die finanzielle Unterstützung der Gemeinde Königsfeld sei für den Weiterbetrieb des Forums für Information und Kommunikation unerlässlich, sagt er anlässlich des anstehenden Jubiläums mit Blick auf die kommenden 25 Jahre.

Auch junge Zielgruppe im Blick

Doch zunächst einmal steht das Jubiläumswochenende am kommenden Samstag, 16., und Sonntag, 17. Mai, an. Dabei sollen speziell auch Kinder und Jugendliche mit speziellen Angeboten angesprochen werden – eine wichtige Zielgruppe für das Forum für Information und Kommunikation, wie Schaible berichtet.

Besonders für seine Arbeit als Urwalddoktor ist Königsfelds Ehrenbürger Albert Schweitzer bekannt. Doch sein Wirken umfasst noch mehr. (Archivfoto) Foto: akg-images/epd

Denn vielfach kommen zu seiner Freude auch Schulklassen ins Albert-Schweitzer-Haus, um sich mit Leben, Wirken und Ideen des Nobelpreisträgers auseinanderzusetzen. In der Regel sehe jeder Schüler der Königsfelder Zinzendorfschulen das Haus im Zuge seiner Zeit an der Bildungseinrichtung einmal von innen, sagt Schaible.

Ein großes Vorbild – noch heute

Dann kommen die Schüler auch in den siebten von sieben Ausstellungsräumen. Unter dem Titel „Jeder muss ein eigenes Lambarene finden“ geht es darin um Schweitzers Bedeutung „für unsere Zeit“. Und die ist groß, findet Schaible: „Albert Schweitzer kann auch heute noch ein großes Vorbild für uns sein“, betont er. Das hat gleich mehrere Gründe: Schweitzer habe es sich zum Ziel gemacht, anderen Menschen zu helfen, erklärt Schaible – und nicht nur das: Er habe entsprechend seiner Aussagen auch konsequent gehandelt.

25 Jahre – so wird gefeiert

Samstag
Mit einem Festabend am Samstag, 16. Mai, beginnt das Jubiläumsprogramm um 19 Uhr im Haus des Gastes. Sowohl Bürgermeister Fritz Link als auch Roland Wolf, Vorsitzender des Deutschen Hilfsvereins für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene, sprechen Grußworte. Zudem lesen Ursula Biebinger und Peter Kramny unter dem Titel „Aus zwei Welten“ aus dem Briefwechsel zwischen Albert und Helene Schweitzer. Eine Jazz-Band der Zinzendorfschulen unter der Leitung von Reinhard Ziegler sorgt für den musikalischen Rahmen.

Sonntag
Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, beginnt um 11.15 Uhr eine Führung für Kinder und Jugendliche. „Geschichten aus dem Urwald-Krankenhaus“ werden ab 14 Uhr mit dem Rollmopstheater lebendig. Um 15 Uhr beginnt eine weitere Führung durch das 1923 erbaute Albert-Schweitzer-Haus. Sein Buch „Genius Loci“ über Albert Schweitzer und seine Familie in Königsfeld präsentiert Günter Ludwig ab 17 Uhr im Haus des Gastes.