Konzert in Königsfeld: Musik zu Ehren von Albert Schweitzer

Der musikalische Reichtum Albert Schweitzers wird bei beim Jubiläumskonzert des „Forums“ herausgestellt. Mit eingängiger Musizierkunst brillieren der Pianist Klaus Schüller und Ágnes Suszter-Gautschi mit ihrer Querflöte.
Siegfried KoubaEin ansprechendes Konzert boten Klaus Schüller (Tropenklavier) und Ágnes Suszter-Gautschi (Querflöte). Hintergrund waren das Gedenken an den 150. Geburtstag und 60. Todestag Albert Schweitzers. Erinnert wurde auch an das 25-jährige Bestehen des „Forums für Information & Kommunikation“.
Vorsitzender Wolfgang Schaible konnte einen erlesenen Zuhörerkreis im Albert-Schweitzer-Haus willkommen heißen und erinnerte an den Musiker Schweitzer.Das Programm böte Musik, die dem Allround-Genie am Herzen lag.
Die Interpreten hatten die Werke ausführlich im Programmheft erläutert, und der Pianist zeichnete die Entwicklung der Sonderprodukte von Tasteninstrumenten bis zum „Tropenklavier“ nach.
Voluminöser und weicher Klang
Albert Schweitzer erwarb es 1912 vom bedeutenden Pariser Hersteller Érard. Es ist von einem voluminösen, abgerundet-weichem Klang geprägt. Aber, so Klaus Schüller, verleite der Pedalbass zu einer dynamischen Überbetonung. Gelassen, ruhig interpretierte er als Exempel Bachs Choralvorspiel zu „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“, zwar teils wuchtig, aber nicht aufdringlich wirkend.
Mit den Sonaten Bachs kam der Musikforscher Schweitzer zur Geltung, zu der die Flötistin bestens beitrug. Ihr durchdringender, reiner Ton, ihre virtuose Technik, die brillierende Ornamentik und ihre musikalische Ausstrahlung bezauberten.
Mit Charles-Marie Widor war Schweitzer befreundet
Bewundernswert waren vor allem die Differenziertheit der Menuette (I/II/I) des BWV 1033 und die bekannten Sicilianas in Bachs Es-Dur-Sonate und Händels F-Dur-Sonate. Beachtlich waren auch die schnellen oder die einfühlsamen langsamen Tempi, wie gerade Mozarts Andante KV 315 – eine innige Wiedergabe beider Musiker. Was nicht fehlen durfte, war Charles-Marie Widor, mit dem Schweitzer befreundet war.
Aus dessen Suite für Flöte und Klavier (bearbeitet für Orgel) war mit dem Tropenklavier die „Romanze“ zu hören – charmant fließend, unterhaltsam-lieblich im französischen Grundton und mit einer spannenden Kunstpause, nach der nonchalant die Fortsetzung folgte. Schweizer war nicht nur Theologe, Arzt und Philosoph, sondern Musikkenner und Organist. Seine kleinmotivisch angereicherte „Berceuse“ wurde zu einem lieblichen Lullaby, und das schlichte „Lied“ ließ deutsche Romantik ahnen, wobei der Pianist mit der linken Hand glänzte.
Forum für Information & Kommunikation
Festakt
Einen großen Festakt wird es am Sonntag, 17. Mai, geben. Zu feiern sind 50 Jahre Kneippkurort Königsfeld und 25 Jahre Albert-Schweitzer-Haus, dessen „Forum für Information & Kommunikation“ das Gedächtnis an Schweitzer durch unterschiedliche Veranstaltungen hoch hält.