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Horb a. N. Gäubahn: Kann ein Tunnel Abhilfe schaffen?

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Die Gäubahn, hier ein Abschnitt beim Bahnhof Eutingen, bleibt im Fokus politischer Diskussionen. Foto: Spotts

Horb/Stuttgart - Die Diskussion um die Zukunft der Gäubahn dauert an. Während die FDP im Landtag die Idee eines Gäubahntunnels begrüßt, sprechen sich die Fahrgastverbände VCD und Pro Bahn dafür aus, Alternativen zu prüfen.

Seit bekannt ist, dass die Fahrgäste auf der Gäubahn zwischen Singen und Stuttgart, darunter viele Berufspendler, bei Stuttgart-21-Planung mit Nachteilen rechnen müssen, rückt die Zukunft der Gäubahn noch stärker in den Mittelpunkt.

Landtagsabgeordneter Timm Kern (FDP) begrüßt den Plan eines Gäubahntunnels auf den Fildern. Kern teilt mit: "Wir brauchen klare Perspektiven statt jahrelanger Hängepartie."

Verkürzung der Fahrzeit im Fokus

Im Zusammenhang mit der Diskussion um einen Gäubahntunnel zum geänderten Anschluss an den Flughafen Stuttgart und den damit verbundenen Unklarheiten über die Dauer der Streckensperrung zum Hauptbahnhof in Stuttgart sagt Kern: "Die Fahrgäste auf der Gäubahn brauchen jetzt eine klare Perspektive. Ich bin froh, dass unser verkehrspolitischer Sprecher Jochen Haußmann bei der Beratung seines Antrags im Verkehrsausschuss klare Worte gefunden hat. Der Verkehrsausschuss hat im Zuge der Beratung eines FDP-Antrags die Pläne über einen Gäubahn-Tunnel auf den Fildern begrüßt." Im Fokus des neuen Gäubahnkonzepts steht der Deutschland-Takt und die Verkürzung der Fahrzeit zwischen den Knoten Stuttgart und Tuttlingen.

"Im Windschatten dessen könnten weitere Effekte entstehen, darunter kürzere Fahrzeiten im Regionalverkehr sowie ein deutlicher Nutzen für den Güterverkehr durch weniger Eingleisigkeit", heißt es weiter in der Pressemitteilung. Allerdings sei hier Eile und Dringlichkeit geboten. Bund und Land müssten jetzt "ein drohendes Chaos durch einen jahrelangen Schwebezustand" abwenden. Kern meint: "Wir können es uns nicht leisten, über längere Zeit parallel den bisherigen Planfeststellungsabschnitt PFA 1.3b weiter zu planen und gleichzeitig den Tunnel anzugehen. Es droht ein jahrelanger Interimszustand. Es darf keinesfalls passieren, dass für die Fahrgäste auf der Gäubahn vor den Toren Stuttgarts Schluss ist und sie dann mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof fahren und dort wieder in den Zug einsteigen.

Auf Skepsis stößt der Tunnelplan dagegen bei den Fahrgastverbänden VCD und Pro Bahn. In einer gemeinsamen Presseerklärung fordern sie einen "neuen Dialog Stuttgart 21 Plus. Alternativen zum Gäubahntunnel sollten ergebnisoffen geprüft werden.

"Seit dem Konflikt um Stuttgart 21 vor zehn Jahren gibt es bei neuen Infrastrukturprojekten ein umfangreiches Beteiligungsverfahren", stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest und fordert: "Solch ein Verfahren ist auch für die zusätzlich geplante Infrastruktur rund um Stuttgart notwendig."

Spezielles "Flügelungskonzept" geplant

"Der Gäubahntunnel ist nicht alternativlos", betont Andreas Kegreiß von Pro Bahn. Aus Sicht der beiden Verbände bestehe keine Notwendigkeit, die Gäubahn zu unterbrechen. Die Gäubahn könne weiterhin dauerhaft zum Stuttgarter Kopfbahnhof fahren, mindestens aber, solange keine alternative Anbindung zum neuen Tiefbahnhof bestehe. Die geplante Unterbrechung der Gäubahn sei eine rein städtebauliche Entscheidung der Stadt Stuttgart zulasten der Fahrgäste im Schienenverkehr und stehe im Widerspruch zu den Klimaschutzzielen. Als Alternative zum Gäubahntunnel – gemeint als Diskussionsbeitrag – schlagen VCD und Pro Bahn vor, die bisherige Gäubahnanbindung an den Hauptbahnhof zu behalten. Mit einer kurzen Ergänzung am Nordbahnhof könne die Gäubahn in den neuen Tiefbahnhof eingeführt werden, so VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb.

"Mit einem Flügelungskonzept in Böblingen können Züge der Gäubahn von Konstanz oder Freudenstadt sowohl über Stuttgart-Vaihingen und die Panoramabahn zum Hauptbahnhof als auch via Rohrer Kurve über Leinfelden und Echterdingen zur Landesmesse und zum Flughafen und perspektivisch bis Nürtingen gelangen", beschreibt Andreas Kegreiß den zweiten Baustein und weitere Ausbauoptionen.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt aus Sicht von Annette Sawade, frühere SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemaliges Mitglied des Verkehrsausschusses, auf der Hand: "Das Konzept nutzt weitgehend bestehende Infrastruktur, kann stufenweise umgesetzt werden, besteht aus überschaubaren Einzelmaßnahmen, die jeweils für sich sinnvoll sind und kann deutlich schneller als der Gäubahntunnel realisiert werden."

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