Carl Christian Hirsch, Miguel Klauß, Daniela Steinrode – drei Nagolder kandidierten für den Landtag. Alle drei könne sich als Gewinner fühlen. Dank der Ergebnisse in ihrer Heimatstadt.
Man kennt das nach jeder Wahl: Verlierer gibt es wenige, Gewinner dagegen jede Menge. Sich Wahlergebnisse schön zu reden, darin sind Politiker ganz große Klasse.
Beim Blick auf die Ergebnisse der Landtagswahl aber dürfen sich die drei Nagolder Kandidaten tatsächlich als Gewinner fühlen. Zumindest, was die persönlichen Erfolge in ihrer Heimatstadt Nagold angeht.
Carl Christian Hirsch beerbt nicht nur Thomas Blenke als CDU-Direktabgeordneten des Landkreises Calw. Hirsch hat in Nagold 37 Prozent der Erststimmen auf sich vereint, mit mehr als zehn Prozent Vorsprung auf den AfD-Kontrahenten Klauß. Damit ist er in seiner Heimatstadt – man verzeihe das Wortspiel – ganz klar der landespolitische Platzhirsch. Und das als neuer Kandidat.
Ein typisches AfD-Phänomen
Der ebenfalls in Nagold wohnende AfD-Mann Miguel Klauß wird sich über die 26,2 Prozent an Erststimmen aber auch freuen. Dieser Wert ist fast gleich hoch wie die Zweitstimmen – ein typisches AfD-Phänomen übrigens. Vor allem aber sind es zehn Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Klauß und seine AfD legen also in Nagold weiter zu.
Kommen wir zur dritten Nagolder Kandidierenden, Daniela Steinrode. Die SPD-Gemeinderätin und Kreisvorsitzende fuhr angesichts der katastrophalen Landeswerte der Sozialdemokraten (5,5 Prozent) ein fast schon phänomenales Ergebnis ein. 14,5 Prozent der Erststimmen vereinte sie in Nagold auf sich. Was für einen Leistung!
Das erwartete große Wahlkampfgetöse blieb aus
Und wo wir gerade bei Daniela Steinrode sind. Sie und Carl Christian Hirsch beeindruckten in den vergangenen Wochen auch menschlich, als Lokalpolitiker. Beide sind bekanntlich Stadträte im Nagolder Gemeinderat. Doch nie kam es zu polemischen Grabenkämpfen zwischen ihnen.
Hirsch und Steinrode wussten sauber die Lokalpolitik von der Landespolitik zu trennen. Das von manchen erwartete große Wahlkampfgetöse blieb im Nagolder Stadtparlament jedenfalls aus. Auch das ist in diesen aufgeregten Zeiten bemerkenswert.