Derzeit führt eine Behelfsbrücke über die Peterzeller Straße. Eine neue Brücke ist in Planung. Foto: Marc Eich

Der Technische Ausschuss der Stadt VS fasste den Projektbeschluss für den Neubau der Brücke Peterzeller Straße. „Ein emotionales Thema“, meinte CDU-Stadtrat Dietmar Wildi.

Bereits im Jahr 2018 waren massive Schäden an der Brücke Peterzeller Straße in Villingen (Baujahr 1957) festgestellt worden. Es folgten Einschränkungen der Traglast und andere provisorische Lösungen, die die Brücke insbesondere für den Autoverkehr befahrbar halten sollten bis eine Gesamtlösung umgesetzt würde. Das führte im Ergebnis immer wieder zu Verkehrsbehinderungen auf einer viel befahrenen Strecke. Zuletzt war die Passierbarkeit dieser Stelle durch eine Behelfsbrücke sichergestellt worden – als Übergangslösung.

 

Am Dienstagabend beschäftigte sich der Technische Ausschuss in der Sitzung in der Neckarhalle mit dem geplanten Neubau. Ralph Liebold vom Büro Weber Ingenieure stellte das 5,3 Millionen teuere Projekt vor. Bei der Stadt geht man von Fördermitteln in Höhe von 2,1 Millionen Euro aus, so dass die Kommune noch rund 3,2 Millionen Euro schultern müsste. Bürgermeister Detlev Bührer informierte das Gremium, dass die für den Doppelhaushalt 2026/27 einzustellende Summe um 21 000 Euro höher sei als zunächst angenommen. „Das ist eigentlich ein gutes Ergebnis, ich hatte mit anderen Zahlen gerechnet.“

Die Ausführungen von Ralph Liebold verdeutlichten, wie anspruchsvoll der Neubau der Peterzeller Brücke ist, was es dabei alles zu berücksichtigen gibt – dies spiegelt sich letztlich auch in den Kosten wider. Eigentlich müssten neue Brücken laut Vorschriften einem 100-jährigen Hochwasser standhalten können. Das wäre nochmals teurer gekommen. Hier gab es einen Kompromiss mit den Genehmigungsbehörden, dass die Anforderungen für ein 20-jähriges Hochwasser ausreichten, wenn gleichzeitig dafür gesorgt ist, dass die Brücke bei Hochwasser nicht so überflutet wird, dass beispielsweise Rettungsfahrzeuge sie nicht mehr passieren könnten.

Viele mischen mit

Auch die Anzahl der für das Projekt eingebundenen Behörden und andere Beteiligte macht die Komplexität eines solchen Brückenbauwerkes deutlich: Das reichte vom Regierungspräsidium Freiburg über Verkehrsbehörden, die Polizei, einem externen Sicherheitsaudit, die verkehrstechnische Untersuchung des Knotenpunktes (Stichwort Ampel), eine Verkehrszählung, den ÖPNV, die Wasserwirtschaft und hier das Landratsamt sowie die Fachstelle Hydraulik, die Naturschutzbehörde, die Umweltverträglichkeitsprüfung, der Nachweis über eventuelle Kampfmittel, die benachbarten Grundstückseigentümer und Leitungsträger wie die Stadtwerke. Und die Liste ist noch nicht vollständig.

Gebaut wird unter Vollsperrung des Knotenpunktes. Ralph Liebold sagte, dass Anliegerverkehr in die Sebastian-Kneipp-Straße bei zeitweisen Einschränkungen möglich bleibe. Anfang des nächsten Jahres sollen die Ausschreibungen für den Neubau raus, der Baustart ist für das Frühjahr 2026 geplant, die Fertigstellung für den Sommer 2027.

Eine 3D-Skizze des Bauwerksentwurfs. Eine ganze Reihe von Pfählen (grau) müssen eingebracht werden für die nötige Standfestigkeit. Foto: Weber Ingenieure

„Der Vortrag hat uns unheimlich geholfen für das Verständnis der Brücke“, meinte Dietmar Wildi (CDU). Es helfe beispielsweise, die Kosten zu verstehen für „dieses monumentale Brückenbauwerk“. Denn es habe schon Zweifel gegeben, ob es in Gänze und dieser Tiefe notwendig sei. Die Sanierung der Brücke Peterzeller Straße sei aufgrund der Vorgeschichte „ein emotionales Thema“.

Özden Baumeister-Özkan (Freie Wähler) fragte nach, ob es an dieser Stelle bereits ein 20-jähriges Hochwasser gegeben habe. Das verneinte Silvie Lamla, Leiterin des Grünflächen- und Tiefbauamtes. Aber ein Restrisiko bleibe immer. Sebastian van Ryt (AfD) sprach von einem „unverantwortlichen Zeitverlust“ bei der Umsetzung des Brückenneubaus. Seit sechs Jahren mache man an dem Thema rum. Eine Mehrheit von CDU und Freien Wählern habe im Jahr 2022 verhindert, dass der Neubau damals schon in die Wege geleitet worden sei. „Wir stimmen zu, aber nur, damit es nicht noch länger dauert.“

Behelfsbrücke ins Lager

Auf Nachfrage von Bernd Lohmiller (SPD) sagt Silvie Lamla, dass die derzeitige Behelfsbrücke aufgebaut und solange zwischengelagert werde, bis man sie an anderer Stelle benötige. Der Technische Ausschuss fasste den Projektbeschluss einstimmig. Das letzte Wort hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch.