Trotz schwieriger Finanzlage stimmte der Gemeinderat Steinen mehrheitlich für die Eröffnung der Badesaison im Mai 2026. Kurzzeitig stand der Weiterbetrieb des Freibads auf der Kippe.
Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung am Dienstag wurden auf Antrag der CDU-Fraktion jene Tagesordnungspunkte abgesetzt, die den Haushaltsplan 2026 betreffen. Die Gemeinde hinkt bei den Haushaltsberatungen hinterher. Bei den abgesetzten Punkten ging es beispielsweise um eine geplante Erhöhung des Hebesatzes der Gewerbesteuer von 380 auf 400 Prozent.
Bekenntnis zum Badbetrieb
Eine Entscheidung jedoch duldete trotz hoher Folgekosten keinen Aufschub: Es ging um nichts Geringeres als die Öffnung oder Schließung des Freibads in der kommenden Saison. Es war Rudolf Steck (SPD), der darauf hinwies, dass die Saison unwiederbringlich verloren ist, wenn nicht jetzt zusammen mit der Ausschreibung für einen Betreiber die Gelder für Reparatur und Instandhaltung zur Verfügung gestellt werden. Schließlich blieb dieser Tagesordnungspunkt bei der getrennten Abstimmung als einziger von der Absetzung verschont.
Es geht um Gesamtkosten in Höhe von 305 000 Euro, die bewilligt werden mussten. Weil sich aber für den Ergebnishaushalt 2026 erneut ein Defizit von mehr als fünf Millionen Euro abzeichnet, fassten nicht wenige Ratsmitglieder die Möglichkeit einer Schließung der für Steinen wichtigen Freizeiteinrichtung ins Auge. Am Ende einer lebhaft geführten Diskussion setzten sich die Befürworter einer Wiedereröffnung des Freibads mit 13 Ja- gegen sechs Nein-Stimmen durch.
Die deutliche Mehrheit kam auch deshalb zustande, weil sich im Verlauf der Diskussion herausstellte, dass die Ausschreibung nicht gleich für drei Jahre erfolgen muss. Stattdessen will die Gemeinde den Freibadbetrieb nun zunächst für ein Jahr ausschreiben – mit der Option auf Verlängerung um jeweils ein weiteres Jahr. Dieses Vorgehen ermöglicht es offenbar, eine EU-weite Ausschreibung zu umgehen. Für potenzielle Betreiber indes könnte das Angebot dadurch an Attraktivität verlieren.
Stefan Glaser (CDU) verwies auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 2022. Dieser besagt, dass das Freibad nur dann saniert werden soll, wenn dafür auch Fördermittel fließen. Dies jedoch war bisher trotz entsprechender Bemühungen nicht der Fall. Bürgermeister Gunther Braun argumentierte, dass es sich bei den anstehenden Maßnahmen nicht um eine Sanierung, sondern lediglich um notwendige Reparaturen handele. Auch Rainer Eiche (SPD) hielt den Beschluss aus diesem Grund für hinfällig.
Was bis Mai noch zu tun ist
Mit Blick auf eine Eröffnung im Mai besonders dringend sei nun die Instandsetzung der Technik am Kinderbecken sowie die Vorbehandlung des Füllwassers. Diese Maßnahmen würden sich insgesamt auf etwa 100 000 Euro belaufen, erklärte Braun, während der restliche Betrag für laufende Unterhaltskosten sowieso angefallen wäre.
Die Befürworter, zu denen die SPD-Fraktion sowie die Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf gehörten, hoben die soziale Funktion des Freibads als Treffpunkt hervor, betonten den Standortfaktor für Steinen und die Bedeutung des Bades für Kinder und Jugendliche.
Wie es weitergeht
Nachdem bereits im vergangenen Jahr vieles wieder hergerichtet wurde, warnte Dietmar Ernst (CDU) vor weiteren Schäden, die scheibchenweise repariert werden müssten. Sabine Glaser (CDU) wiederum verwies auf andere Freizeiteinrichtungen, wie Halle oder Sportplatz, die ebenfalls wichtig seien.
Sabine Vater vom Fachbereich Finanzen hielt eine Ausschreibung für drei Jahre zwar für sinnvoll, um potenziellen Betreibern mehr Planungssicherheit zu ermöglichen, konnte sich jedoch vorstellen, dass es Betreiber gibt, die sich auf erst einmal eine Saison einlassen würden. Dass diese Alternative immerhin die Kosten für die erforderliche offizielle Ausschreibung reduziert, konnte die Gemüter etwas besänftigen. Nun wird seitens der Verwaltung alles in die Wege geleitet, damit das Freibad im Mai wieder eröffnen kann.