Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Albstadt OB-Wahl: Ergebnis ist Novum im Land

Von
Albstadts OB Jürgen Gneveckow (rechts) muss um die Wiederwahl fürchten. Foto: Kistner

Albstadt - In Albstadt ging die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl unentschieden aus. Eine Sensation – denn der Name des Herausforderers, der dem Amtsinhaber nun im Nacken sitzt, stand gar nicht auf den Stimmzettel.

Dass sich bei einer Bürgermeisterwahl zwei Kandidaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, kommt vor. Aber dass ein Kandidat nach dem Urnengang fast gleichauf mit dem Amtsinhaber liegt, obwohl er erst nach Ende der Bewerbungsfrist und zwölf Tage vor dem Wahltermin auf der Bildfläche aufgetaucht war, dürfte ein Novum im Land sein, zumindest für ein Mittelzentrum mit rund 45.000 Einwohnern. Der Fall ist am Wochenende eingetreten. In Albstadt distanzierte Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow seinen Herausforderer Klaus Konzelmann nur um 1,3 Prozent der Stimmen – er brachte es auf 44,7, Konzelmann auf 43,4 Prozent.

Der Unterschied: Gneveckow, der von der CDU unterstützt wurde, hatte seine Kandidatur bereits Monate zuvor angekündigt und sich frühzeitig beworben – von Klaus Konzelmann, einem Kriminalhauptkommissar, der seit 21 Jahren die Freien Wähler im Albstädter Gemeinderat vertritt, wusste am Abend des 9. Februar, als die Bewerbungsfrist abgelaufen war, kein Mensch etwas.

Wer den Namen Klaus Konzelmann auf den Stimmzettel schrieb, konnte einiges falsch machen

Außer Gneveckow kandidierte lediglich ein in Albstadt tätiger Nähmaschinenhändler, der sich als Protestkandidat und Sprachrohr von Albstadts Wutbürgern verstand, aber eingestandenermaßen kein Interesse daran hatte, Albstädter OB zu werden. Alle Versuche von Albstadts Freien Wählern und SPD, im Land einen Gegenkandidaten für Jürgen Gneveckow aufzutreiben, waren im Sande verlaufen – zu groß war der Respekt vor dem Amtsinhaberbonus und vor Gneveckows Kampagnenbilanz: 1999 war er nach einem wahlkämpferischen Parforceritt zum Oberbürgermeister gewählt, 2007 mit fast 65 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Bei so einem konnte man sich nur eine blutige Nase holen.

Es deutete also alles auf einen Durchmarsch hin – und das verdross offenbar mehr Albstädter als geahnt. Am 23. Februar kündigte ein Dutzend Bürger per Zeitungsinserat an, dass sie den Namen des populären Stadtrats Klaus Konzelmann auf ihren Stimmzettel schreiben würden und alle anderen Albstädter aufforderten, es ebenso zu halten: Sollte Konzelmann die Wahl gewinnen, sei er bereit, sie anzunehmen. Einen Tag später bekräftigte der Kandidat, der eigentlich keiner war, diese Zusage öffentlich, in den Folgetagen rührte er auf den Albstädter Wochenmärkten, in den Medien und im Internet die Werbetrommel in eigener Sache, und gab seinen Posten im Gemeindewahlausschuss auf – er war ja nun befangen.

Die Resonanz war überraschend groß – allerdings mussten Konzelmanns Wahlkampfhelfer einigen Aufwand treiben, um dem Wähler klar zu machen, was sie von ihm erwarteten. Albstadt wird gerne als "ABC-Stadt" bezeichnet", weil die drei Namen, die im Telefonbuch den meisten Platz in Anspruch nehmen, Alber, Bitzer und Conzelmann lauten. Wer am Sonntag den Namen Klaus Konzelmann auf den Stimmzettel schrieb, konnte einiges falsch machen: Selbst wenn er die Klippe des Initials – K statt des häufigeren C – umschiffte, musste er dennoch die volle Adresse hinschreiben, da es mindestens zwei Klaus Konzelmanns in Albstadt gibt. Nicht von ungefähr war die Zahl der ungültigen Stimmen mehr als fünfmal so hoch wie im Jahr 2007.

Im zweiten Wahlgang am 22. März entfällt dieses Problem, denn jetzt kandidiert Klaus Konzelmann offiziell – ein Kreuzchen genügt. Wäre es wirklich eine so große Überraschung, wenn er zum Oberbürgermeister von Albstadt gewählt würde? Vielleicht doch nicht – die Albstädter löcken am Wahltag gerne wider den Stachel: 1983 holte der "Remstal-Rebell" Helmut Palmer 27 Prozent, 1991 musste Hubert Wicker, CDU-Kandidat und Wahlfavorit, gegen seinen Herausforderer Hans-Martin Haller die Segel streichen, und 1999 kam Haller seinerseits gegen Gneveckow unter die Räder. Bür­gerfern sei er und habe sich im Amt verschlissen, hieß es damals – mit ganz ähnlichen Vorwürfen sieht sich heute Jürgen Gneveckow konfrontiert.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

2

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading