DRK Baden-Württemberg klärt auf: Sonnenstich oder Hitzschlag? Das muss beachtet werden

Die nächste Hitzewelle steht nun wieder an. Laut Wetterprognosen sollen bereits am Dienstag und Mittwoch Temperaturen über 30 Grad erreicht werden. (Symbolfoto)
Frank Rumpenhorst/dpaDie nächste Hitzewelle steht nun wieder an. Laut Wetterprognosen sollen bereits am Dienstag und Mittwoch Temperaturen über 30 Grad erreicht werden.
Bei solchen Temperaturen ist Vorsicht geboten. Denn die anfangs als angenehm empfundene Wärme kann schnell zur Gefahr für die Gesundheit werden. Mögliche Folgen sind Sonnenstich oder im schlimmsten Fall ein Hitzschlag.
Wir haben beim Deutschen Roten Kreuz Baden-Württemberg nachgefragt, wo sich Sonnenstich und Hitzschlag unterscheiden, welche Symptome auftreten und worauf besonders zu achten ist.
Unterschied zwischen Sonnenstich und Hitzschlag
„Ein Sonnenstich entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Dabei werden Hirnhäute und Gehirn gereizt. Ein Hitzschlag betrifft dagegen den gesamten Körper: Die Temperaturregulation versagt, die Körperkerntemperatur steigt stark an. Der Hitzschlag ist deutlich gefährlicher und gilt als medizinischer Notfall“, erklärt Udo Bangerter, Pressesprecher des Deutschen Roten Kreuzes Baden-Württemberg e. V.
Betroffene erkennen, ob es sich um einen Sonnenstich oder Hitzschlag handelt, an den jeweiligen Symptomen. „Typische Anzeichen eines Sonnenstichs sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Nackenschmerzen oder Nackensteife sowie heißer, geröteter Kopf“, so Bangerter. Anders sehen die Symptome bei einem Hitzschlag aus. Hier äußern Betroffene starke Erschöpfung, hohe Körpertemperatur, heiße Haut, Verwirrtheit, Krämpfe, Bewusstseinsstörungen oder auch Bewusstlosigkeit.
Besonders gefährdete Personengruppen
Betroffen kann jeder sein, allerdings gibt es Personengruppen, die vor einem Sonnenstich oder Hitzschlag besonders gefährdet sind: Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige und Schwangere. „Auch Personen, die körperlich schwer arbeiten oder Sport bei großer Hitze treiben, haben ein erhöhtes Risiko für hitzebedingte Notfälle“, erläutert Bangerter.
Während ein Sonnenstich meist gut behandelbar ist und nur in schweren Fällen zu Komplikationen führen kann, kann ein Hitzschlag innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden, da Gehirn, Herz und andere Organe geschädigt werden können. „Akute Lebensgefahr besteht insbesondere bei Bewusstseinsstörungen oder Körpertemperaturen über 40 Grad“, führt Bangerter fort.
Was kann man bei einem Hitzschlag tun?
Was kann man dann in der Situation tun? Bangerter erklärt: Betroffene sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen, körperlich schonen, lockere Kleidung tragen und den Körper mit feuchten Tüchern kühlen. Wichtig ist dabei auch ausreichend Trinken, sofern die Person bei Bewusstsein ist. Vorbeugend helfen auch Kopfbedeckung, Schatten und das Meiden der Mittagshitze.
Bei Verdacht auf Hitzschlag sollte dann sofort der Notruf verständigt werden, vor allem wenn sich die oben genannten Beschwerden rasch verschlimmern.
Häufige Fehler im Umgang mit Hitze
Wie Bangerter auf Nachfrage unserer Redaktion schildert, beobachten Rettungskräfte immer wieder Fehler im Umgang mit der Hitze. Vorwiegend ältere Menschen trinken demnach oft zu wenig oder zu spät. „Wir beobachten auch, dass Belastungen unterschätzt und Warnsignale ignoriert werden.“ Zudem sollen Räume oft unzureichend gekühlt sein. In stationären Einrichtungen sind zudem immer wieder Hitzeschutzpläne mangelhaft, veraltet oder fehlen sogar ganz.
Um die nächsten heißen Sommertage gesund zu überstehen, gibt der DRK-Pressesprecher noch einige Tipps mit auf den Weg: Man sollte regelmäßig trinken, auch ohne Durstgefühl. Körperliche Anstrengungen sollten möglichst in die Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Zudem sollte man leichte Kleidung tragen. Räume sollten morgens gelüftet und tagsüber abgedunkelt werden. Besonders wichtig ist es, Kinder und ältere Menschen nie unbeaufsichtigt in aufgeheizten Fahrzeugen zurückzulassen.

