Stuttgarter Konzern: Bosch stellt deutschen Start-ups 100 Millionen Euro bereit

Bosch investiert erneut in Start-ups. Der neue Fonds soll zu Beginn des kommenden Jahres starten.
dpa- Bosch plant einen Fonds über 100 Mio. Euro für Start-ups in Deutschland.
- Start Anfang des kommenden Jahres – Fokus auf Deep-Tech in allen Entwicklungsphasen.
- Priorität sind Seed- und Frühphasen sowie spätere Runden erfolgreicher Portfoliounternehmen.
- Der Fonds „Spark“ startet zum 1. Januar 2027 und soll Kooperationen mit Bosch fördern.
- Bosch Ventures investierte bisher über eine Milliarde Euro, Schwerpunkte u. a. KI und Medizintechnik.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bosch weitet sein Dasein als großer Unternehmensinvestor weiter aus. Der Stuttgarter Technologie- und Dienstleistungskonzern kündigt an, 100 Millionen Euro für Start-ups in Deutschland bereitzustellen. Der Konzern wolle so den technischen Fortschritt hierzulande fördern und zugleich „weitere Wachstumsimpulse“ für sich gewinnen, heißt es in der Pressemitteilung.
„Deutschlands Start-up-Landschaft ist nicht nur technologisch attraktiv, sondern besitzt auch viel Potenzial für unsere Wachstumsfelder“, wird Bosch-Chef Christian Fischer darin zitiert. „Mit Finanzierungen, Kooperationen und Partnerschaften wollen wir uns verstärkt Zugang zu neuen Geschäftsmodellen und disruptiven Technologien eröffnen, die ganze Märkte verändern können“, ergänzt er. Zudem stärke der neue Fonds – genannt „Spark“ (zu Deutsch: Funke) – das deutsche Innovationsökosystem im Land.
Bosch legt Fokus auf Deep-Tech-Start-ups
„Aus Sicht von Bosch verfügt der Wirtschaftsstandort Deutschland mittlerweile über eine gereifte Gründungsszene, eine Start-up-Landschaft mit breitem Technologiespektrum sowie außergewöhnlich starken industriellen und wissenschaftlichen Wurzeln“, heißt es in der Mitteilung. Dieses Innovationsökosystem bietet laut Konzernchef Fischer gute Voraussetzungen, um auch im derzeit anspruchsvollen Umfeld gezielte Investitionen in deutsche Start-ups zu tätigen.

Steht seit Juni an der Bosch-Spitze: Christian Fischer folgte in diesem Jahr auf Stefan Hartung, der von dem Posten als Bosch-Chef zurücktrat.
BoschAll diese Aktivitäten gehen bei Bosch von der Wagniskapital-Tochtergesellschaft Bosch Ventures aus. Die werde mit „Spark“ zum 1. Januar 2027 starten. Der neue Fonds sei neben den globalen Investmentplattformen „ein eigenständiges Finanzierungsangebot für Start-ups in Deutschland“, so Bosch-Venture-Capital-Chef Ingo Ramesohl.
Er richtet sich Bosch zufolge „an Deep-Tech-Start-ups in Deutschland in allen Entwicklungsphasen“. Von Deep-Tech-Start-ups ist bei solchen Unternehmen die Rede, die tiefgehend wissenschaftlich forschen und technologische Durchbrüche realisieren wollen. Den Schwerpunkt der Bosch-Unterstützung sollen Investitionen in Anfangsstadien, genannt Seed- und Frühphaseninvestments, sowie die Begleitung erfolgreicher Portfoliounternehmen in späteren Finanzierungsrunden bilden.
„Wenn Start-ups und etablierte Unternehmen ihre Stärken zusammenbringen, können Lösungen schneller entstehen und die Innovationseffizienz steigt“, ergänzt Ramesohl. Der neue Fonds solle „solche Zusammenarbeit fördern, damit vielversprechende Technologien deutscher Start-ups weltweit den Anschluss halten können“.
Bosch ist großer Unternehmensinvestor
Neu sind derartige Investitionen von Bosch nicht. Der Konzern, der als Zulieferer derzeit unter dem schwächelnden Auto-Geschäft leidet und sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befindet, gehört nach eigenen Angaben zu den größten Unternehmensinvestoren in Europa. Über seine bisherigen Fonds – im Vorjahr startete der sechste – stellte er gemäß der Mitteilung mehr als eine Milliarde Euro an Wagniskapital zur Verfügung.
Bosch Ventures unterstütze somit „weltweit Start-ups, die mit ihren Technologien helfen können, die Lebensqualität der Menschen zu verbessern“. Schwerpunktmäßig investiere die 2007 gegründete Tochtergesellschaft derzeit unter anderem in die Bereiche Automatisierung, Elektrifizierung, Künstliche Intelligenz und Medizintechnik.
In den fast 20 Jahren hat sie laut Bosch in deutlich mehr als 100 Jungunternehmen investiert. Unter den derzeit 70 Beteiligungen im Portfolio befänden sich auch welche aus Deutschland, etwa 4screen aus München. Das Start-up hat eine digitale Plattform für Navigations- und Infotainmentsysteme im Auto entwickelt.
Programm für Start-ups
Bosch Ventures ist neben der Bereitstellung des Wagniskapitals auch für das Programm „Open Bosch“ zuständig. Mit diesem bringt die Tochtergesellschaft dem Konzern zufolge frühzeitig Jungunternehmen mit operativen Bosch-Geschäftseinheiten zusammen. „Start-ups erhalten darüber einfach und schnell die Möglichkeit, Zulieferer, Kunde oder auch Technologiepartner zu werden sowie Zugang zu einer breiten Industrieexpertise zu erhalten“, heißt es in der Mitteilung. In „Open Bosch“ verfüge der Konzern über mehrere hundert Partnerschaften mit Start-ups. Mehr als ein Viertel Bosch davon seien aus Deutschland.
Bosch erklärt zudem, auch selbst als sogenannter Corporate Venture Builder „neue Geschäftsideen jenseits des heutigen Kerngeschäfts“ aufzubauen. „Ziel ist es, diese systematisch zur Marktreife zu führen und auch neue führende Geschäftsmodelle für Bosch zu entwickeln“, erklärt der Konzern.

