Deutsche Bahn und Ministerium
: Verkehrsminister Bilger im Gespräch mit Bahn – Bald wieder Familienreservierung?

Verkehrsminister Steffen Bilger ist im Gespräch mit der Deutschen Bahn zur Familienreservierung. Der Wegfall sorge „zurecht“ für viel Unzufriedenheit.
Von
afp
Berlin
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Steffen Bilger: ARCHIV - 10.08.2026, Hamburg: Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) steht auf dem Bahnsteig im Hauptbahnhof Hamburg. (zu dpa: «Bilger sieht Bahnprobleme als einen Grund für Unzufriedenheit im Land») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Verkehrsminister Steffen Bilger drängt die Bahn, die Familienreservierung in Fernzügen wieder einzuführen.

Marcus Brandt/dpa
  • Verkehrsminister Steffen Bilger fordert die Rückkehr der Familienreservierung in Fernzügen.
  • Er spricht mit der Deutschen Bahn und kritisiert den Wegfall als Quelle großer Unzufriedenheit.
  • Die Bahn schaffte die vergünstigte Familienreservierung im Juni vergangenen Jahres ab.
  • Seitdem kostet jede Sitzplatzreservierung extra, eine Petition sammelte über 128.000 Unterschriften.
  • Bilger lehnt ein generelles Tempolimit ab und verweist auf Elektromobilität als Klimapfad.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat laut einem Bericht auf eine Wiedereinführung der vor mehr als einem Jahr abgeschafften vergünstigten Familienreservierung in Fernverkehrszügen gedrängt. „Wir sind mit der Bahn dazu im Gespräch“, sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zuvor hatte er die Abschaffung selbst kritisiert. Der Wegfall der Familienreservierung sorge „zurecht“ für viel Unzufriedenheit, sagte Bilger.

Zugleich nahm der Minister die Bahn in puncto Familienfreundlichkeit in Schutz: „Die Bahn hat für Familien grundsätzlich viele gute Angebote“, sagte er.

Deutsche Bahn hat Familienreservierung 2025 abgeschafft

Die Deutsche Bahn hatte die Familienreservierung im Juni vergangenen Jahres abgeschafft. Bis dahin konnten konnten Familien für Fahrten im Fernverkehr zum Fixpreis von 10,40 Euro Sitzplätze für alle Familienmitglieder reservieren. Seitdem muss für jeden Platz einzeln bezahlt werden, was die Kosten für Familien deutlich erhöhen kann. Die Entscheidung hatte massive Kritik von Politik und Fahrgastverbänden ausgelöst. Eine vom Verkehrsclub Deutschland gestartete Petition für die Wiedereinführung unterzeichneten mehr als 128.000 Menschen.

Eine Familie steigt in einen ICE ein

Deutsche Bahn: Seit vergangenem Jahr müssen Familien für jede einzelne Sitzplatzreservierung zahlen.

Zacharie Scheurer/dpa-mag/dpa

Bilger bekräftigte zudem seine Ablehnung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Er begründete dies unter anderem mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Ein Tempolimit würde die Spaltung im Land noch einmal verstärken, weil es viele als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden würden“, sagte Bilger den Funke-Zeitungen.

Tempolimit kein „großes Potenzial an CO2-Einsparungen“

Auch hinsichtlich des Klimaschutzes spricht aus Bilgers Sicht wenig für eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung. Viele Menschen würden schon heute mit dem Tempomat oder wegen der Spritpreise freiwillig langsamer fahren. „Ich bezweifle deshalb, dass es ein großes Potenzial an CO2-Einsparungen durch ein Tempolimit gäbe“, sagte Bilger.

Auch bei der Verkehrssicherheit sehe er „keinen nennenswerten Effekt“. Die deutschen Autobahnen seien sicherer als die meisten Autobahnen in europäischen Ländern mit Tempolimit.

Elektromobilität in Deutschland steigt an

Für das Erreichen der Klimaziele im Verkehr gebe es sinnvollere Wege, führte Bilger aus. Sein Ziel sei, dass der Verkehrssektor „nicht mehr das Sorgenkind der Klimapolitik ist, sondern dass wir auch in unserem Bereich die Ziele erreichen“. Dafür bestünden gute Chancen, weil Deutschland nun in der Phase des Hochlaufs der Elektromobilität sei. In Deutschland gebe es mehr als 3,6 Millionen Elektroautos, auch bei Bussen und Lkw gingen die Zahlen spürbar nach oben.

„Als Bundesregierung haben wir uns darauf verständigt, am Klimaziel 2045 festzuhalten“, sagte Bilger. „Da muss jeder Sektor seinen Beitrag leisten.“