Winterlingen Winners Reitturnier
: So viele Nationen am Start wie noch nie

Bei den Winterlingen Winners sind im Springparcours so viele Nationen wie noch nie zuvor an den Start gegangen – das Reitturnier auf der Anlage von Andy Witzemann war dabei topbesetzt.
Von
Frank Häusler
Oberndorf
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Mogheeth Alshehab (Hirschhof Nordstetten) und Carlotto, hier kämpferisch über dem letzten Sprung dem Ziel entgegen, gewannen in Winterlingen die Zweisterne-S-Champions Trophy.

Frank Häusler

Die Starterfelder der Winterlingen Winners waren auf der Anlage von Andy Witzemann topbesetzt, sogar Briten, einige Schweizer und Springreiter aus den Niederlanden mischten mit. Dazu im Verlauf der hochklassigen sechs Turniertage ein internationales Schwarzwald-Trio: Der syrische Springreiter Mogheeth Alshehab, dessen Springpferde ihr Zuhause auf dem Hirschhof in Nordstetten haben, der für Irland international reitende Heiligenbronner Thomas O´Brien sowie der in Kanada geborene Nikolaus Leckebusch aus Loßburg.

Am Ende entführte aber Maximilian Schmid aus Königsbrunn den Großen Preis erstmals nach Bayern (wir berichteten). „Wir bleiben mit den Winterlingen Winners aber auch zukünftig national“, bekräftigte Turnierchef Andy Witzemann, „wollen immer auch mit der Regional- und Amateur-Tour den hiesigen Turnierställen viele Startmöglichkeiten bieten.“

Einer dieser Amateure im hohen S-Bereich ist Witzemanns guter Reiterkumpel Frieder Dietterle (TV RG Gültstein). Der 54-Jährige wagte sich sogar in den Großen Preis, reihte sich nach einem Springfehler an 27. Stelle ein. Wie er die Winterlingen Winners fand? „Besser geht’s nicht, mein Lieblingsturnier in der gesamten Saison“, so Dietterle. Im Sommer möchte er sich für die im pfälzischen Zeiskam stattfindende Amateur-DM qualifizieren. Nach Dietterles Finalauftritt mit der Stute Corinna am Pfingstmontag in Winterlingen spricht einiges dafür.

Elektroroller für Alshehab

Mit sensationellen vier Siegen konnte die Tage zuvor Mogheeth Alshehab kaum gestoppt werden. Souverän ging das zweitschwerste Springen dieses Turniers, die Zweisterne-S-Champions-Trophy, im Sattel des Fuchs-Wallachs Carlotto siegreich an den Könner vom Hirschhof in Nordstetten. Obendrein gewann er ein Zweiphasen-S-Springen und zwei mittelschwere Zweisterne-Prüfungen.

„Ganz weit vorne“, ertönte es nach dem Großen Preis aus den Lautsprecherboxen, „hat mit seinen vier Siegen in der großen Tour Mogheeth Alshehab gelegen.“ Als Gesamtsieger in einer Sonderwertung bescherte das dem 40-Jährigen als Ehrenpreis einen schmucken Elektroroller. Offensichtlich auch geländegängig. Denn vor jubelnder Zuschauerkulisse drehte der Springreiter-Profi, mit breitem Grinsen auf seinem neuen Gefährt stehend, zwei fetzige Ehrenrunden auf Winterlinger Sand. „Meine Springpferde waren wirklich alle in Topform, unglaublich und ein Riesendank an Andy Witzemann für dieses erstklassige organisierte Reitturnier auf seiner Anlage“, sagte Alshehab.

Erneuter Speed-Derby-Sieg

Die als Alshehab-Schülerin in den großen Springsport hineingewachsene Anastasia Wetzstein schnappte sich in Winterlingen ebenfalls zwei S-Siege, die 23-jährige Tailfingerin gewann das U25-Finale mit Liviane und zum zweiten Mal auf Galita das Winterlingen-Speed Derby über einen alljährlich immer identischen Parcours. „Ich bin überglücklich und diesmal war auch mein Opa Helmut Wetzstein, der im vorigen Jahr nicht dabei sein konnte, als mein größter Fan dabei“, sagte die jetzt zweifache Siegerin des Winterlinger Speed Derbys.

Andy Witzemann brachte in mehreren Youngster-Springen seine Zukunftspferde an den Start, überzeugte auf den Springpferden namens Goose, MCC oder dem immer besser werdenden Snow Peak. Vollgas-Ritte vermied der 46-Jährige auf dem 60 mal 50 Meter großen Turnierplatz aber jedes Mal. Starts in den Zweisterne-S-Höhepunkten peilte Witzemann als Lokalmatador erst gar nicht an. „Ich würde behaupten, von der Qualität her habe ich derzeit die besten Pferde im Stall stehen, die ich jemals hatte – so eine starke Truppe hatte ich noch nie“, so Witzemann.

Witzemann mit positivem Fazit

Nun müsse aber in Ruhe abgewartet werden, bis die Youngster für große Aufgaben auch wirklich so weit sind. „Jetzt muss ich das nur mit Hirn zu Ende spielen, denn verheizt sind sie schnell und gesund bleiben müssen sie natürlich auch“, verdeutlichte der Winterlingen Winners-Turnierchef, „das ist wie bei jungen Fußballern, wie viele Gute gibt’s da, von denen man später nie mehr was hört.“ Und sein allgemeines Fazit nach sechs Springtagen? „Ich klopfe auf Holz“, sagte Andy Witzemann, „wir hatten bestes Wetter, beste Stimmung, die besten Reiter und Pferde weit und breit.“

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