Winterlingen Winners Reitturnier: Der Sieg des Zweisterne-S-Finale geht nach Bayern

Nikolaus Leckebusch aus Loßburg wurde als insgeheimer Winterlingen-Lokalmatador mit Toulonia Blue Finaldritter.
HäuslerNachdem der Große Preis von Winterlingen in den vorigen Jahren in baden-württembergischer Hand blieb (2024 gewonnen von Hans-Dieter Dreher aus Eimeldingen und 2025 von dem Ilsfelder Sven Schlüsselburg), entführte am Montagnachmittag Springreiter-Ass Maximilian Schmid (RV Königsbrunn) den Zweisterne-S-Sieg erstmals nach Bayern.
„Meine holländische Fuchsstute Hetty Emaire ist nur 1,58 Meter groß, aber eben rasant schnell“, sagte der überglückliche Finalsieger. Es sei, so Ansager Hendrik Schulze Rückamp mit begeisterter Stimme am Mikrofon, „seit Langem das beste Stechen in der süddeutschen Hemisphäre gewesen.“
Elf Starterpaare hatten sich mit astreinen Nullfehlerritten im Normalumlauf für die Entscheidungsrunde dieses anspruchsvollen Zweisterne-S-Springens mit bis zu 1,45 Meter hohen Sprüngen qualifiziert. Doch zahlreiche Baden-Württemberger konnten am Ende dem schnellen Bayern kein Paroli bieten. „Ich habe im Stechen alles gegeben, nur war Maximilian Schmid diesmal eben schneller“, meinte als knapp geschlagener Zweitplatzierter Hans-Dieter Dreher aus dem südbadischen Eimeldingen. Starker Finaldritter wurde der Loßburger Nikolaus Leckebusch, ein gebürtiger Kanadier, der mit seiner Oldenburger-Stute Toulonia Blue nach 38,17 Sekunden im Stechen ebenso rasant ins Ziel kam. „Jetzt freue ich mich, mit meinen Pferden demnächst unter der Flagge Kanadas auf osteuropäische Turniere zu gehen. Doch diese nationalen Winterlingen Winners sind einfach ein erstklassiges Turnier und unglaublich, die einzigartige Stimmung hier“, sagte der 26-Jährige.
Leckebusch gefeiert wie ein Lokalmatador
Während der Winterlingen Winners wurde der Loßburger wie ein Zollernalbkreis-Lokalmatador gefeiert, schließlich ist Nikolaus Leckebusch mit der ebenfalls aus Kanada stammenden Ellah Dubeau-Kielty liiert. Und die 23-jährige Springreiterin, an den Pfingstfeiertagen für das gastgebende PS-Team Winterlingen in den kleineren S-Springen mehrmals platziert, ist die neue Bereiterin im Stall von Andy Witzemann. An vierter Stelle des Großen Preises landete Thomas O’Brien aus Waldachtal-Heiligenbronn auf dem Stolzenberg-Sohn Saint Vidal. Auch auf seinem Zweitpferd, dem Hannoveraner-Wallach Vario, zog der schnelle Ire ins Stechen ein und reihte sich an neunter Stelle ein.
Hingegen verpasste Vielseitigkeitsolympiasieger Michael Jung (Horb-Altheim), der wegen des nicht stattgefundenen Wiesbaden-Klassikers, seinem eigentlichen Stammturnier an Pfingsten, erstmals in Winterlingen im Großen Preis sattelte, mit beiden Pferden den Einzug ins Stechen. Erst fiel mit dem Springpferd namens BCC eine dünne schwarze Steilsprung-Planke. Später touchierte er auch auf der Stute Eclaire eine andere und die fiel prompt herunter. Mehr als Platz 13 und 15 sprang somit für den Olympiasieger bei seiner Winterlingen-Premiere nicht heraus.
Alshehab nicht im Stechen
Auch der bis dato erfolgreichste Starter der diesjährigen Winterlingen Winners, der 40 Jahre alte Moghheth Alshehab, kassierte im Normalumlauf Springfehler und erreichte auf den zuvor noch siegreichen Pferden Jaguar und Carlotto nicht das Stechen.
Alshehab, dessen Springpferde ihr Zuhause auf dem Hirschhof in Horb-Nordstetten haben, gewann dafür das zweitschwerste Springen dieses Turniers. Und zwar im Sattel des Fuchs-Wallachs Carlotto die Zweisterne-S-Champions-Trophy vor Nikolaus Leckebusch mit Kanna Ravella auf dem zweiten und der Schweizerin Joana Schildknecht mit Quonchita auf dem dritten Platz.