„Roter Zauber“ beim SC Freiburg
: Joker Keisuke Goto bringt seinen Trainer zum Schwärmen

Lange Zeit sah es am Sonntag für den SC Freiburg nach einem Unentschieden gegen Schalke aus. Dann kam Keisuke Goto. Anschließend schwärmte Trainer Julian Schuster vom Joker – und Igor Matanović äußerte eine spezielle Theorie.
Von
Felix Paschke
Freiburg
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SC Freiburg - FC Schalke 04: Fußball, Männer: Bundesliga, SC Freiburg - FC Schalke 04, 5. Spieltag, Europa-Park Stadion, Keisuke Goto (SC Freiburg) jubelt nach seinem Tor zum 2:1. (zu dpa: ««Roter Zauber»: Auch Joker verzücken Spitzenreiter Freiburg»)

War zum wiederholten Male als Joker für den SC Freiburg erfolgreich: Keisuke Goto.

Tom Weller/dpa
  • Freiburg gewann nervenaufreibend 2:1 gegen Schalke – trotz Unterzahl nach Platzverweis Suzuki.
  • Joker Goto traf per Kopf in der 85. Minute nach Flanke von Grifo und wurde gefeiert.
  • Trainer Schuster lobte Gotos Einsatz, sprach aber die Erfahrung in Unterzahl als wichtiger an.
  • Backhaus parierte in der Nachspielzeit einen gefährlichen Ball, was den Sieg sicherte.
  • Freiburg steht erneut an der Tabellenspitze, nächste Gegner sind Bayer Leverkusen und Bayern München.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es lief bereits die Nachspielzeit am Sonntagabend, da rutschte Julian Schusters Herz noch einmal in die sprichwörtliche Hose. Als Mio Backhaus im Tor des SC Freiburg eine flache Hereingabe des FC Schalke 04 abfangen wollte, ließ er den Ball noch einmal kurz aus den Händen gleiten und das Leder lag frei im Sechzehner der Gastgeber.

„Ich dachte wirklich, es kommt ein Spieler zum Abschluss – so habe ich es aus meiner Perspektive wahrgenommen“, sagte Schuster nach dem nervenaufreibenden 2:1-Sieg gegen den Aufsteiger. Dass es bei diesem Ergebnis blieb, war auch Backhaus zu verdanken, der in dieser Szene dann doch noch die Hände auf den Ball bekam. Er sorgte dafür, dass sein Trainer – die Hände auf die Knie gestützt – einmal ganz tief durchatmen durfte.

Wenig später war Schluss und auf der Südtribüne im Europa-Park-Stadion wurden „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Gesänge angestimmt, die Spieler hüpften im Rhythmus. Denn bereits zum zweiten Mal in dieser Saison steht der SC Freiburg nach einem Spieltag in der Tabelle der Fußball-Bundesliga ganz oben.

„Ich wusste es selbst nicht, ich hab’s erst dann mitbekommen“, sagte Stürmer Igor Matanović über die Tabellenführung. Erst als die Fans sangen, machte es auch beim kroatischen Nationalstürmer Klick. „Selbstverständlich ist es schön, dass wir Spitzenreiter sind“, sagte er nach dem Spiel. „Und ich sage auch: Es ist kein Zufall. Es ist die harte Arbeit, die wir jeden Tag betreiben.“

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Für Julian Schuster ist die Tabelle kein Thema

Für seinen Trainer dagegen war die Tabelle, die seine Mannschaft nun mindestens eine Woche anführt, gar kein Thema. „Es hat weder vor noch nach dem Spiel eine Rolle gespielt“, sagte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

„Die Erfahrung gemacht zu haben, in Unterzahl zu gewinnen und so pressen zu können, ist eine viel wichtigere und größere Tatsache“, fand Schuster und spielte damit auf die knapp 30 Minuten an, die der Sport-Club nach dem Platzverweis von Yuito Suzuki zu zehnt bestreiten musste.

Und während ein Japaner nach 65 Minuten vorzeitig duschen musste und seinen Frust an einer Bande am Boden ausließ, brachte Schuster mit einem anderen Japaner den Matchwinner aufs Feld. In der 85. Minute, als die Schalker Kräfte langsam schwanden, fand Joker Vincenzo Grifo den Kopf vom ebenfalls eingewechselten Keisuke Goto.

SC Freiburg - FC Schalke 04: Fußball, Männer: Bundesliga, SC Freiburg - FC Schalke 04, 5. Spieltag, Europa-Park Stadion, Christian Günter (SC Freiburg) jubelt nach dem Spiel mit der Mannschaft über den Sieg. (zu dpa: ««Roter Zauber» in Freiburg: Mit Teamwork an Tabellenspitze»)

Nach dem Spiel feierten die Freiburger Spieler gemeinsam mit den Fans die Tabellenführung.

Tom Weller/dpa

Zum wiederholten Male traf der Neuzugang als Joker spät für die Freiburger. „Der Junge hat so viel Hunger, nimmt alles an, fragt nach“, sagte Schuster über den groß gewachsenen Mittelstürmer. Matanovic, der am Sonntag für Goto ausgewechselt wurde, sprach gar vom „roten Zauber“ und spielte auf die neue Haarfarbe des 21-jährigen Japaners an, der sich nach seinem Treffer zu Recht von Fans und Mitspielern feiern ließ.

Allzu lang dürften die Feierlichkeiten der Mannschaft über die Tabellenführung jedoch nicht ausgefallen sein. „Ehrlich gesagt: Tabellenführer ist nicht so wichtig. Aber die Punktausbeute, wenn du Tabellenführer bist, wird bis dahin ganz gut gewesen sein und das ist das Wichtigste für uns“, sagte Eggestein.

In der Liga geht’s nun gegen Bayer und Bayern

„Jetzt müssen wir einfach genauso weitermachen. Nicht die Beine hochlegen und sagen: ‚Wir sind Erster, das läuft jetzt alles irgendwie von alleine‘“, ging der Blick von Matanovic bereits nach vorne. Denn nach der langen Länderspielpause geht es für den SC Freiburg nun Schlag auf Schlag.

In der Bundesliga heißen die kommenden beiden Gegner Bayer Leverkusen und Bayern München, zudem stehen im Oktober zwei Spiele in der Conference League und eines im DFB-Pokal an.