Nordische Kombiniererin: Das macht Nathalie Armbruster nach ihrem Traumabitur

Nathalie Armbruster – hier in Schonach – ist derzeit froh, ohne Lerndruck trainieren zu können.
Axel KlischNathalie Armbruster aus Kniebis hatte erst vor einigen Tagen ihr Abiturzeugnis erhalten. Eine 1,0 stand am Ende auf dem Dokument. Eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, wie die 19-Jährige besonders kurz vor den schriftlichen Prüfungen von einem Weltcup-Auftritt zum nächsten unterwegs war.
Aber auch vor dem mündlichen Abi steckte Armbruster wieder mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison. „Den ersten Trainingslehrgang hatte ich bereits Ende Mai in Rastbüchel, Nummer 2 und Nummer 3 Ende Juni – beide in der Schweiz. Nur zwei Tage nach dem mündlichen Abitur war ich schon bei meinem 4. Lehrgang in Hinterzarten und wir konnten dort auch gleich den neuen Windkanal nutzen“, erzählt sie. Der erste Lehrgang ohne Schuldruck. „Das hat Vieles leichter gemacht.“
Neue Stelle
Vergangene Woche stand das Eignungsauswahlverfahren bei der Bundeswehr an. „Ich freue mich sehr, ab 1. September eine Spitzensportförderstelle bekommen zu haben, das heißt ich werde jetzt erstmal Soldatin im freiwilligen Wehrdienst.“ Eine typische Laufbahn, die auch andere Athletinnen und Athleten einschlagen, um sich auf den Sport konzentrieren zu können.
So kann sich Armbruster erstmal ganz auf die Nordische Kombination konzentrieren und ist in der laufenden Vorbereitung bislang zufrieden mit ihren Leistungsdaten. Zwischen den Lehrgängen trainiert die junge Kombiniererin auch daheim. „Im Heimtraining wird mit Tino Uhlig und Joni Siegel zwischen den Lehrgängen fleißig gearbeitet.“
Im Fokus der Vorbereitung steht das Springen. Hier will die 19-Jährige mehr Konstanz schaffen, damit ihr diese Disziplin leichter fällt und um weniger „zittern“ zu müssen. Läuferisch sieht sie sich wie auch in den vergangenen Jahren auf einem guten Weg.
Insolvenz mach Probleme
Ein kleines Hindernis dabei war die Tatsache, dass ihr bisheriger Sprungskihersteller Insolvenz anmelden musste. „Ich habe schon in der letzten Saison einige andere Sprungski ausprobiert, was mich in der Vorbereitung einiges an Energie gekostet hat. Nun habe ich – zumindest hoffe ich das – den für mich perfekten Ski gefunden und bin gerade in Hinterzarten ohne den „Rucksack Schule“ befreiter aufgesprungen“, sagt Armbruster, die mit ihren Ergebnissen nach diesem Prozess überraschend zufrieden ist.
Ihr grundsätzliches Ziel nach der überragenden Saison soll es sein, in der Spitze mithalten zu können und wieder auf dem Podium stehen zu dürfen. Klar ist der Freudenstädterin aber auch, dass „ich in Summe nur schlechter oder gleich gut sein kann“. Schließlich kann sie den Gesamtweltcupsieg nicht toppen. „Daher hoffe ich, dass die Menschen verstehen, dass auch ich nur ein Mensch und keine Maschine bin. Ich werde, wie immer, mein Bestes geben, aber ich kann nicht jedes Mal gewinnen.“
Und die Konkurrenz schläft nicht. Gerade die Nordische Kombination der Frauen ist in der Entwicklungsphase und auch andere Nationen holen immer mehr auf. „Das Niveau unheimlich gestiegen. Das hat man im letzten Winter gesehen.“
