Was ein Abend für Tino Uhlig: Der Baiersbronner wurde bei der Preisverleihung des Landessportverbands Baden-Württemberg (LSVBW) im Porsche-Museum zum „Trainer des Jahres 2023“ gekürt. Seine Athletin Nathalie Armbruster hielt eine emotionale Laudatio und würdigte den 47-Jährigen.
Es war eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Veranstaltung, die mit den Konferenzräumen des Stuttgarter Porsche-Museums und zahlreichen illustren Gästen einen entsprechenden Rahmen vorfand. Eine der Protagonisten des Abends war Tino Uhlig, Langlauftrainer aus Baiersbronn.
Eine erneute Premiere
Moderator Michael Antwerpes begrüßte gewohnt launig das Publikum und sprach davon, dass er sich Jahr für Jahr auf diesen „Montag im Januar freue“, der in diesem Fall aber ein Dienstag war. Er bat Nathalie Armbruste, Vize-Weltmeisterin der Norischen Kombination 2023, auf die Bühne. Die 18-Jährige vom SV-SZ Kniebis sprach von „einem ganz besonderen Jahr 2023 und einer Saison der vielen Premieren“. Eine solche erlebte sie auch in Stuttgart, denn erstmals durfte sie eine Laudatio halten. Im Mittelpunkt stand an diesem Abend schließlich ihr Langlauf-Trainer, der von seinem Glück aber lange nichts wusste.
„Notlüge“ funktioniert
Armbruster hatte Uhlig nämlich gebeten, ihn zu einer Verleihung zu begleiten, bei der sie einen Preis bekommt. Sie sagte mit einem Schmunzeln: „Ich habe zum ersten Mal und das mit einem guten Grund, meinen Trainer angelogen.“ Unter donnerndem Applaus wurde Uhlig auf die Bühne gebeten. Armbrusters Eloge auf den 47-Jährigen war aber noch lange nicht zu Ende, so dass dieser sich nochmals setzen und den emotionalen Worten seiner Athletin lauschen durfte. Bemerkenswert offen, authentisch und auch mit einem kleinen Funkeln in den Augen erzählte sie unter anderem: „Ich bin unglaublich froh, dich als Trainer zu haben. Ich kann im Training sein, wie ich bin, und auch jede noch so anstrengende Einheit macht Spaß. Ich kann dich immer anrufen, wenn etwas ist. Erst beim letzten Wettkampf in Oberstdorf ist mir wieder aufgefallen, welche Sicherheit mir deine Anwesenheit gibt. Du bist der perfekte Trainer für mich und die ganze Gruppe.“
Auch Uhlig selbst erklärte, man „sei wie eine Familie zusammengewachsen“. Lacher gab es nach seinem Satz: „Für die Lüge gibt es natürlich eine Revanche. Da lasse ich mir im Training mal etwas einfallen.“
Tolle Laudatio
Die gegenseitige Wertschätzung war den beiden aber in allen Aussagen – ob während oder nach der Veranstaltung – anzumerken. So meinte er im Anschluss im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das war ein toller Abend, die Überraschung ist geglückt.“ Armbruster, die von allen Seiten Lob für ihre Laudatio erhielt, sagte: „Ich war im Vorfeld total nervös, aber mit der Zeit ging es dann, und wenn einem etwas am Herzen liegt, findet man auch die richtigen Worte.“
Für die 18-Jährige steht am Wochenende der Heimweltcup in Schonach auf dem Programm. Uhlig wird natürlich vor Ort sein. Seit 2001 ist er bereits als Trainer aktiv und übt diese Tätigkeit ehrenamtlich aus. Seit einem Motorradunfall sind die Nerven an seiner rechten Hand geschädigt – das Langlaufen wollte er aber nicht aufgeben und startete 2010 sowie 2014 bei den Paralympischen Spielen. Er belegte dreimal den fünften Platz. Mittlerweile läuft er wieder mit zwei Stöcken. Auf die Frage von Antwerpes, wer denn im direkten Duell schneller sei, gab er anerkennend zu Protokoll: „Im Sprint habe ich keine Chance. Nathalies Explosivität sucht ihresgleichen.“
Weitere Trainer geehrt
Neben Uhlig wurden drei weitere Trainer geehrt. Den Preis für sein Lebenswerk erhielt der ehemalige Basketball-Landestrainer Reiner Braun (Weilheim an der Teck). Den Sonderpreis der „Barmer“ erhielt Judo-Trainer Matthias Krieger (Heidelberg), dessen ehemaliger Trainer ebenfalls eine emotionale und mit einigen Tränen versehene Laudatio hielt. Mit dem Sonderpreis des LSVBW wurde Ralf Weber (Mannheim), ehemaliger Trainer von Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo, bedacht.