Handballprofi aus Straßberg: Lena Degenhardt über die Heim-WM und ihr turbulentes Jahr 2025

Lena Degenhardt geht seit dieser Saison für die HSG Bensheim/Auerbach auf Torejagd und drückt bei der Heim-WM Teamkolleginnen und Freundinnen im DHB-Team die Daumen.
Eibner/Jan RollingerNein, überrascht oder gar enttäuscht war Lena Degenhardt nicht, als ihr Name Anfang November im WM-Kader von Bundestrainer Markus Gaugisch fehlte. „Es war mir bewusst, dass es schwer wird, und es war auch keine Priorität“, sagt die Profihandballerin aus Straßberg (Zollernalbkreis), die bei der HSG Albstadt begonnen hat und seit diesem Sommer beim Bundesligisten HSG Bensheim/Auerbach unter Vertrag steht.
Dort hatte sie in den vergangenen Wochen auch immer wieder mit kleineren Blessuren zu kämpfen. Die Belastung einer Weltmeisterschaft wäre daher wohl ohnehin zu viel gewesen, sagte sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Stattdessen nutzte sie die handballfreien Tage zuletzt für einen Kurzurlaub in der Schweiz mit Freundinnen und schaute auf dem Rückweg auch in der Straßberger Heimat vorbei.
Am Donnerstag starten die „Flames“ wieder mit dem Training, bereits einen Tag zuvor eröffnet das DHB-Team in Stuttgart gegen Island die Weltmeisterschaft in Deutschland und den Niederlanden. Mit dabei: Degenhardts Teamkolleginnen Nina Engel und Mareike Thomaier von der HSG sowie ihre gute Freundin Sarah Wachter, mit der sie bis zum Sommer bei Borussia Dortmund zusammenspielte. „Für sie hoffe ich, dass es eine erfolgreiche WM wird“, sagt Degenhardt, die am Sonntag beim dritten Vorrundenspiel in Stuttgart vielleicht vor Ort sein wird.
Das sagt sie über die Chancen der Nationalmannschaft
Der Nationalmannschaft traut die 26-Jährige einiges zu. „Es ist eine junge und talentierte Mannschaft mit sehr viel Potenzial – sie müssen es aber auch auf die Platte bringen“, sagt Degenhardt. In der Vorrundengruppe mit Serbien, Island und Uruguay rechnet die Älblerin mit einem Weiterkommen der Deutschen, „auch das Viertelfinale ist machbar“, so Degenhardt. Und danach? „Eine Medaille würde dem deutschen Frauen-Handball gut tun. Aber dafür muss das Team sein Potenzial komplett abrufen“, hofft die Rückraumspielern auf eine Signalwirkung durch die WM.
Denn erst im Sommer wurde der Frauenhandball von der Insolvenz des Topteams HB Ludwigsburg durchgeschüttelt. Degenhardt selbst war mittendrin, erst im Sommer wechselte sie aus Dortmund zum HB Ludwigsburg. Ihr Engagement dort dauerte nur wenige Wochen. „So etwas hatte ich auch noch nie im Leben“, erinnert sie sich an die schwierige Zeit im Sommer zurück.
Mit ihrem neuen Club auf Titeljagd
Das ist jedoch mittlerweile abgehakt, in Bensheim fühlt sie sich sehr wohl – und auch sportlich läuft es für die „Flames“, die als Tabellenzweiter der Bundesliga mittendrin sind im Titelkampf. Zudem steht Degenhardt mit ihrem neuen Team im Final Four um den DHB-Pokal. „Wir hoffen, dass wir es schaffen, in dieser Saison etwas mitzunehmen“, sagt Degenhardt zu den Zielen für die Saison, die derzeit aufgrund der Heim-Weltmeisterschaft pausiert.
Hoffen auf weitere Länderspiele
Ihr selbst kommt die Pause gelegen, um wieder vollständig fit zu werden. Und komplett abgeschrieben ist das Thema Nationalmannschaft für die Rückraumspielerin noch nicht. Denn neben dem Traum, einmal Champions League zu spielen, hat die Straßbergerin auch noch das Ziel, „noch mal ein paar Länderspiele machen zu dürfen“.
