Nach Ludwigsburger Insolvenzantrag: Die Albstädterin Lena Degenhardt hat einen neuen Verein

In der Vorsaison spielte Lena Degenhardt (rechts) noch bei Borussia Dortmund, ehe sie zum HB Ludwigsburg wechselte. Aufgrund des Insolvenzantrags der Ludwigsburger spielt die Albstädterin ab sofort für einen anderen Bundesliga-Verein.
Marijan Murat/dpaDiesen Sommer wird Lena Degenhardt wohl so schnell nicht vergessen. Nach zwei Jahren bei den Handballerinnen von Borussia Dortmund – eine Top-Adresse im Frauenhandball – wechselte die 26-jährige Albstädterin zum amtierenden deutschen Meister und Pokalsieger HB Ludwigsburg.
„Ich bin davon überzeugt, dass dies der nächste Schritt in meiner Karriere ist, um mich sportlich weiterzuentwickeln“, sagte Degenhardt im April, als ihr Wechsel zum schwäbischen Topteam bekannt wurde.
Gut drei Monate später dann der Schock: Der HB Ludwigsburg stellte Ende Juli einen Insolvenzantrag. Degenhardt und ihre Teamkolleginnen – darunter zahlreiche Nationalspielerinnen und internationale Topspielerinnen – durften sich dadurch einen neuen Verein suchen.
Nun ist die Halblinke, die bei der HSG Albstadt mit dem Handball begonnen hat, in der Bundesliga fündig geworden und wechselt zur HSG Bensheim/Auerbach in Südhessen.
Ihr neuer Verein muss auf eine Verletzung reagieren
Die „Flames“, so der offizielle Beiname des Bundesliga-Fünften der Vorsaison, hatten nach der schweren Verletzung von Rückraumspielerin Nyala Baijens Bedarf und haben sich die Dienste der 17-fachen deutschen Nationalspielerin gesichert.
Für Degenhardt endet damit ein Monat der Ungewissheit, wie sie in der Pressemitteilung ihres neuen Vereins durchblicken lässt. „Ich freue mich total, endlich wieder Handball spielen zu können. Die letzten Wochen ohne Training und mit der Ungewissheit über meine sportliche Zukunft waren nicht einfach. Umso dankbarer bin ich, jetzt eine neue sportliche Heimat gefunden zu haben“, sagt die 1,78 Meter große Rückraumspielerin, die seit der Saison 2017/18 in der Bundesliga aktiv ist. „Ich möchte mit voller Energie ins Training starten und der Mannschaft helfen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen“, sagt Degenhardt weiter.
Neue Trainerin lobt Degenhardts Qualitäten
Gleichzeitig hat die Albstädterin auch persönlich ein Ziel: Die Weltmeisterschaft Ende 2025 im eigenen Land. Das weiß man auch bei ihrem neuen Club. „Mit Lena bekommen wir eine Spielerin, die sofort helfen kann und gut ins Team passt. Sie hat die Qualität, uns direkt weiterzubringen – und wir möchten ihr dabei helfen, sich auch wieder in den Fokus des DHB-Teams zu spielen“, wird die „Flames“-Trainerin Ilka Fickinger in der Pressemitteilung zitiert.
Wieder in den Fokus des Bundestrainers spielen
Degenhardt wolle sich „mit starken Leistungen bei den „Flames“ wieder in den Fokus von Bundestrainer Markus Gaugisch spielen – insbesondere mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft Ende des Jahres“, schreibt die HSG auf ihrer Homepage.
Mehrfach betont Degenhardts neuer Verein auch, dass sie eine Soforthilfe für die Mannschaft sei. Und genau das ist auch bitter nötig. Denn bereits am Freitag, 29. August, starten Degenhardt und die „Flames“ mit dem Auswärtsspiel in Neckarsulm in die neue Bundesliga-Saison.
