Fußball Landesliga: VfL Nagold verpasst eine große Chance

Auch Nagolds Chris Wolfer traf nach seiner Einwechslung nicht ins Schwarze.
Albert M. KraushaarKnapp 250 Zuschauer warteten beim Spitzenspiel zwischen dem VfL Nagold und dem SV Nehren vergeblich auf Tore. Dabei hatte es genügend Möglichkeit gegeben.
Im ersten Abschnitt hatten die Gäste klare Vorteile und ließen gleich vier Hochkaräter liegen, im zweiten Abschnitt setzte Elias Bürkle die beste VfL-Chance per Kopfball an die Querlatte, dazu rettete SVN-Torhüter Michael Geiger gegen Chris Wolfer, und zweimal wurde Tom Gutekunst aussichtsreich geblockt.
„Insgesamt gesehen war es ein gerechtes Unentschieden. Wer hier das 1:0 gemacht hätte, hätte das Spiel gewonnen“, lautete die Einschätzung von Marcel Schuon.
Marcel Schuon auf 180
Der Nagolder Coach erlebte nach dem klaren Sieg in Tuttlingen die neunminütige Nachspielzeit mit Blick durch den Zaun vom Baumarkt Graf aus, Lucas Lauxmann von der Bank. Beide hatten in der hektischen Schlussphase die Rote Karte gesehen, Schuon für heftiges Reklamieren, Lauxmann wurde des Nachtretens beschuldigt.
Glück für den VfL: kein Elfmeter
In dieser Situation hatte der VfL noch Glück, dass die gegen Ende unsicherer wirkende Schiedsrichterin Annika Depfenhart vor dem Nachtreten ein Foulspiel gepfiffen hatte und somit das Spiel mit Freistoß statt mit Elfmeter fortführen ließ.
Einen Elfmeter hatte Gästetrainer Pedro Keppler schon in der 33. Minute gesehen, nachdem Jeremie Arlt nach Gelber Karte – und nach einer Ermahnung – auf der Grundlinie mit Raphael Nill zusammengerasselt war.
Nagolder Abwehr unter Druck
Marcel Schuon hatte zu diesem Zeitpunkt schon die Auswechslung des als Linksverteidiger überforderten Arlt ins Auge gefasst. Arlt-Gegenspieler Nill, Marco Binder, sowie der umtriebige Burak Dursun hatten die VfL-Abwehr mächtig auf Trab gehalten.
Viel Arbeit für das Mittelfeld
Die profitierte davon, dass Fabian Mücke und Marc Rück (Innen) sowie Frederic Fleischle (Außen) einen soliden Part abgeliefert haben. Das Nagolder Mittelfeld hingegen hatte mit Burak Tastan, Jonny Rothfuß und Ruben Cinar alle Hände voll zu tun, um den Spitzenreiter einigermaßen in Schach zu halten.
Die Gäste sorgten mit ihrem schnellen Umschaltspiel und guten Pässen in die Tiefe für Gefahr. Nill (4.) Binder (16./19.) und Philipp Frank (23.) hätten die Gäste in Führung bringen müssen, zudem konnte Lauxmann (36.) einen zu zentral angesetzten Binder-Kracher entschärfen.
Zweite Halbzeit gehört dem VfL
Die zweite Halbzeit gehörte dem VfL Nagold. Tom Gutekunst wurde in seinen besten Szenen gleich zweimal geblockt (49.), Eilas Bürkle (52.) scheiterte an der Querlatte, den Nachschuss versiebte Ruben Cinar, dann zog Matthias Rauser per Kopf eine Hogg-Flanke am SVN-Kasten vorbei, und Chris Wolfer blieb an SVN-Keeper Michael Geiger hängen.
Tempo und Spannung
Das Spiel hatte Tempo und Spannung, Nagold arbeitete erfolgreich an einem Chancen-Gleichstand. „Ja, wir hatten eine gute Viertelstunde unserer Probleme“, räumte Pedro Keppler ein. Der Ex-Torjäger der Grün-Schwarzen sah seine Elf in der Schlussphase aber wieder auf Augenhöhe.
Pedro Keppler zufrieden
„Wir nehmen den Punkt gerne mit, man darf nicht vergessen, dass Nagold in der letzten Saison Relegation gespielt hat“, wusste Keppler das Ergebnis richtig einzustufen.Marcel Schuon war vor allem mit der Leistung der Unparteiischen unzufrieden: „Schon in den letzten Spielen musste ich feststellen, dass ‚pro Gegner‘ gepfiffen und Gelb vorrangig gegen uns verteilt wurde, das heute war eine Katastrophe“, war der Haiterbacher nach den Platzverweisen auf 180.
VfL Nagold – SV Nehren 0:0
VfL Nagold: Lucas Lauxmann (Tor/96. Laurent Bajraktari) – Jeremie Arlt (39. Marius Hogg), Marc Rück, Fabian Mücke, Frederic Fleischle, Ruben Cinar, Jonny Rothfuß (73. Jan Beifuß), Elias Bürkle, Burak Tastan, Matthias Rauser (64. Chris Wolfer), Tom Gutekunst (61. Karypidis Panagiodis).
Tore: Fehlanzeige.
Schiedsrichterin: Annika Depfenhart (Aichhalden) – Christoph Krajewski, Eric Müller.
Zuschauer: 230.
Rote Karten: Lucas Lauxmann (Nagold, 90.+5.) Marcel Schuon (Trainer Nagold, 90.+7).