Fußball Landesliga: Der VfL Nagold dreht groß auf

Frederic Fleischle erzielte das 2:0 für den VfL Nagold.
Albert M. KraushaarPlatz fünf gegen Platz sechs – im Donaustadion ging laut Tabelle das erste Verfolgerduell in der noch jungen Saison über die Bühne. „Der SC 04 Tuttlingen hat uns schon immer das Leben schwer gemacht“, hatte Marcel Schuon schon im Vorfeld vor dem Gegner gewarnt.
Auch am Sonntag sollte der VfL-Coach vor den gut 250 Zuschauern im weiten Rund mit dieser Einschätzung Recht behalten.
Die Gastgeber, die gegen den VfL ohne den nach einer Gelb-Roten Karte gesperrten Marcel Misic antreten mussten, hatten zuletzt mit 0:2 bei der TSG Balingen II ihre erste Niederlage kassiert und versuchten ihr Heil gegen die Schwarzwälder in frühem Anlaufen.
Es geht gut los
Ein Mittel, das dem in Sachen Spieleröffnung nicht gerade auf Rosen gebetteten VfL Nagold in der Regel überhaupt nicht schmeckte. Diesmal zeigte das jedoch keine Wirkung, weil Elias Bürkle das Resultat aus dem ersten guten Nagolder Angriff – Foulelfmeter/Torhüter Luca Moser an Chris Wolfer – mit dem Führungstreffer abschloss (5.).
Der VfL legt nach
Keine 20 Minuten später fiel das 2:0 für die ausgeruhten und frischen Nagolder durch den aufgerückten Rechtsverteidiger Frederic Fleischle, der eine Steckpass von Jonny Rothfuß mit einem Schuss ins lange Eck veredelte.
Die Defensive steht
„Tuttlingen hat spielerisch gut mitgehalten, nach vorne aber wenig zwingende Situationen erarbeitet – auch weil meine Elf gut gegen den Ball gearbeitet hat“, lobte der Nagolder Trainer, der in der jüngeren Vergangenheit schon mehr Stress bei den Spielen gehabt hatte. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam Innenverteidiger Marc Rück nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Elias Bürkle zum 3:0 mit dem Kopf an den Ball.
Der Taktik-Kniff sitzt
VfL-Coach Marcel Schuon hatte ohne den beruflich verhinderten Niklas Watzl mit Chris Wolfer und Tom Gutekunst eine Doppelspitze installiert, dahinter stand Elias Bürkle, im Mittelfeld ging Jonny Rothfuß in die Rolle von Johannes Fleischle als Motor und Antreiber weite Wege. Dafür mussten Ruben Cinar und Matthias Rauser erst mal auf der Bank Platz nehmen.
Schon früh alles klar
Die Rechnung ging auf. Nach der 3:0-Pausenführung kam Ruben Cinar ins Mittelfeld, für ihn machte Burak Tastan Platz, kurz danach übernahm Matthias Rauser von Chris Wolfer (58.). Mit dem Tor von Jonny Rothfuß – einem strammen 25-Meter-Kracher zum 4:0 – war die Partie entschieden (60.).
Das ganze Team überzeugt
In der Folge konnten sich der junge Philipp Gauss noch als Einwechselspieler (für Panagiotis Karypidis) und Jermie Arlt (für Perparim Halimi) für weitere Einsätze empfehlen. „Das 1:4 durch Emirhan Karakaya war im Endeffekt der Ehrentreffer“, sah Marcel Schuon das Tor zum 1:4-Endstand relativ gelassen.
SC 04 Tuttlingen – VfL Nagold 4:1 (0:3)
VfL Nagold: Luca Lauxmann (Tor) – Marc Rück, Frederik Fleischle, Fabian Mücke, Perparim Halimi (69. Jeremie Arlt), Burak Tastan (46. Ruben Cinar), Jonny Rothfuß, Chris Wolfer (58. Matthias Rauser), Elias Bürkle, Panagiotis Karypidis (63. Philipp Gauss), Tom Gutekunst.
Tore: 0:1 Elias Bürkle (5., Foulelfmeter), 0:1 Frederik Fleischle (21.), 0:3 Marc Rück (45.+1.), 0:4 Jonny Rothfuß (60.), 1:4 Emirhan Karakaya (77.).
Schiedsrichter: Jan Streckenbach (Dettingen/Erms) – Alexander Merkel, Nina Bürgermeister.
Zuschauer: 250.