„heute-show“-Reporter bedrängt
: DJV wirft Ulrich Siegmund Einschüchterung von Fabian Köster vor

Für die „heute-show“ ist Köster mit konfrontativen Interviews unterwegs. AfD-Politiker Siegmund erinnert an die Kündigung des Medienstaatsvertrags. Später gibt es einen weiteren Vorfall.
Von
dpa
Magdeburg/Berlin
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Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, 06.10.2026: Konstituierende Sitzung des Landtags: Ulrich Siegmund, AfD, wird von Fabian Köster von der Heute-Show ZDF interviewt. *** Magdeburg, Saxony-Anhalt, Germany, October 6, 2026: Inaugural session of the state parliament Ulrich Siegmund AfD is interviewed by Fabian Köster from ZDFs *Heute Show* Copyright: xdtsxNachrichtenagenturx dts_137361

Fabian Köster war vergangene Woche für die „heute-show“ im ZDF bei der konstituierenden Landtagssitzung und hatte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Landtag für ein Interview abgepasst.

IMAGO/dts Nachrichtenagentur
  • DJV kritisiert AfD-Politiker Ulrich Siegmund wegen Auftreten gegen „heute-show“-Reporter.
  • Siegmund fragte Fabian Köster im Landtag nach Job, falls die AfD den Medienstaatsvertrag kündige.
  • DJV spricht von Einschüchterung und fordert sicheren Arbeitsraum für Journalistinnen und Journalisten.
  • ZDF betont Rundfunkfreiheit und hohe Priorität für Sicherheit der Mitarbeitenden.
  • In Magdeburg wurde Köster von „Deutschland Kurier“-Filmer verfolgt – ein weiterer Vorfall.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Deutsche Journalisten-Verband hat AfD-Politiker Ulrich Siegmund scharf für sein Auftreten gegenüber einem ZDF-Reporter der „heute-show“ kritisiert. „Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster in einer Mitteilung. Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie.

Dreharbeiten für ZDF „heute-show“

Der ZDF-Reporter Fabian Köster (31) war vergangene Woche für die „heute-show“ im ZDF bei der konstituierenden Landtagssitzung und hatte AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Landtag für ein Interview abgepasst. Im Laufe des Gesprächs fragte Siegmund Köster, was der denn mache, wenn die AfD noch in diesem Jahr den Medienstaatsvertrag kündige: „Haben Sie sich schon einen Job gesucht?“ Ähnlich hatte Siegmund auch bereits während des Wahlkampfes bei einem Treffen reagiert.

Im Zuge der Dreharbeiten im Magdeburger Landtag wurde Köster zudem von einem Filmer des Youtube-Kanals „Deutschland Kurier“ verfolgt und bedrängt, wie in einem Video des Kanals zu sehen ist. „Parlamentarische Räume müssen Orte sein, an denen Journalistinnen und Journalisten frei und sicher arbeiten können“, sagte DJV-Vorsitzender Beuster. Der DJV fordert die Verantwortlichen in den Landtagen auf, den Schutz der journalistischen Arbeit sicherzustellen.

Auch während des Wahlkampfs schon Zwischenfälle

Das ZDF betonte, die journalistische Unabhängigkeit des Senders sei durch eine im Grundgesetz garantierte Rundfunkfreiheit geschützt. „Regierungen und Parteien können dem ZDF keine Vorgaben für seine Berichterstattung machen“, teilte ein ZDF-Sprecher auf Anfrage mit. Mögliche Risiken würden im Vorfeld von Einsätzen bewertet und geeignete Schutzmaßnahmen getroffen. „Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat für das ZDF grundsätzlich hohe Priorität.“

Es ist nicht das erste Mal, dass rechte Streamer Journalisten bei der Arbeit im Umfeld von AfD-Veranstaltungen bedrängen. Vor allem bei Wahlkampfterminen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kam es häufiger zu solchen Szenen. Mitte September hatte der AfD-Bundesvorstand einen Beschluss gegen einen Streamer befasst. Demnach soll dieser nur noch Zugang zu Parteiveranstaltungen bekommen, wenn er „vorab verbindlich zusichert, andere Streamer und Journalisten nicht zu belästigen“. 

Zu den aktuellen Vorfällen im Magdeburger Landtag, in dem AfD-Landtagspräsident Tobias Rausch das Hausrecht hat, äußerte sich die AfD auf Anfrage bislang nicht. Fabian Köster war erst vor einem Monat mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Comedy/Late Night“ ausgezeichnet worden.