Geheimdienste
: Ex-BND-Präsident Hanning wegen Spionageverdacht in U-Haft

EilmeldungHanning soll geheime BND-Informationen laut Bundesanwaltschaft für eigene Beratungen genutzt haben. Die Ermittler prüfen, ob er sie auch ins Ausland weitergab – und an wen.
Von
dpa
Karlsruhe
Ex-BND-Präsident Hanning : Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, wartet im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus in Berlin auf den Beginn der Sitzung des NSU-Untersuchungsausschusses.  (zu dpa: «Ex-BND-Präsident Hanning wegen Spionageverdachts in U-Haft»)

Der ehemalige BND-Präsident August Hanning kommt in Untersuchungshaft.

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  • Ex-BND-Präsident August Hanning sitzt in Untersuchungshaft – Verdacht auf Spionage.
  • Ein Ermittlungsrichter des BGH in Karlsruhe vollzog den Haftbefehl.
  • Die Bundesanwaltschaft teilte die Entscheidung mit.
  • Hanning ist 80 Jahre alt und war Präsident des BND.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Unter anderem wegen Spionageverdachts muss Ex-BND-Präsident August Hanning in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe habe den Haftbefehl gegen den 80-Jährigen in Vollzug gesetzt, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die oberste Anklagebehörde in Deutschland wirft Hanning geheimdienstliche Agententätigkeit, landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und versuchten Landesverrat vor.

Hannings früherer Büroleiter beim Bundesnachrichtendienst (BND), Manfred D., war am Dienstag wegen Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung in U-Haft gekommen. Einige Stunden zuvor hatten Beamte des Bundeskriminalamts die beiden auf Grundlage von Haftbefehlen festgenommen – Hanning im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen, D. im bayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Ex-Chef mit geheimen Infos aus dem BND versorgt?

Sie sollen den Angaben zufolge vermutlich 2010 vereinbart haben, dass der Ex-Büroleiter dem fünf Jahre zuvor aus dem Amt geschiedenen Hanning gegen Bezahlung fortlaufend wertvolle BND-Erkenntnisse besorgen solle. Diese Infos soll Hanning gewinnbringend bei seiner Beratertätigkeit verwertet haben.

Demnach hätte Hanning über einen Zeitraum von möglicherweise zwölf Jahren über Informationen verfügt, die ausschließlich für interne Angelegenheiten des deutschen Auslandsgeheimdienstes gedacht waren. In einem Fall soll er geheime Informationen genutzt haben, um für den Mitarbeiter eines fremden nachrichtendienstlichen Sicherheitsapparates eine Analyse zu erstellen. „Ob das Produkt den Adressaten erreichte, ließ sich bislang nicht feststellen“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Um welches Land es geht, blieb offen.

Enge Weggefährten

Hanning war von Dezember 1998 bis Ende November 2005 BND‑Präsident. Laut Bundesanwaltschaft soll Manfred D. zwischen Dezember 2005 und November 2009 Hanning als Assistent ins Bundesinnenministerium gefolgt sein, wo dieser Staatssekretär war. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.

Manfred D. arbeitete laut Bundesanwaltschaft zwischen März 2012 bis März 2026 erneut für mehrere BND-Präsidenten als Büroleiter. In dieser Funktion habe er Zugriff auf geheimhaltungsbedürftige Informationen gehabt. Nach dpa-Informationen ist Manfred D. mittlerweile pensioniert.