Erinnerung an Attentat: AfD-Rechtsaußen Tillschneider an Teilnahme an Halle-Gedenken gehindert

Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Tillschneider wurde an der Teilnahme am Halle-Gedenken gehindert . (Archivbild)
Jan Woitas/dpa- Menschenkette hinderte AfD-Politiker Tillschneider am Zutritt zur Synagoge in Halle.
- Er wollte kurz vor Beginn der Gedenkveranstaltung das Gelände betreten, gab dann auf.
- Polizei sprach von einer spontanen Versammlung, die Lage blieb ruhig – er verließ den Ort.
- AfD gilt in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem; Tillschneider ist Vizepräsident des Landtags.
- In Halle wird der Opfer des Anschlags vor sieben Jahren gedacht, Schulze und Haseloff nahmen teil.
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Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Tillschneider hat versucht, an der Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an das antisemitische Attentat in Halle teilzunehmen. Wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Halle bestätigte, wollte Tillschneider das Gelände der Synagoge kurz vor Beginn der Gedenkveranstaltung am Mittag betreten.
Mehrere Anwesende bildeten aber eine Menschenkette vor dem Eingang zu dem Gelände und hinderten den Politiker so an der Teilnahme an der Veranstaltung.
Die AfD wird in Sachsen-Anhalt als rechtsextrem eingestuft. Sie gewann dennoch die Landtagswahl im September, Tillschneider wurde am Dienstag zum Vizepräsidenten des neuen Landtags in Magdeburg gewählt.
Die Teilnehmer der Menschenkette in Halle protestierten gegen den Besuch Tillschneiders bei der Gedenkveranstaltung. Es habe sich um eine spontane Versammlung gehandelt, so die Polizei. Mitglieder der Versammlungsbehörde hätten zwischen Tillschneider und den Demonstrierenden vermittelt, die Situation sei ruhig geblieben. Nach längerer Diskussion habe der AfD-Politiker den Ort schließlich verlassen.
Ministerpräsident und Amtsvorgänger Haseloff vor Ort
In mehreren Veranstaltungen wird in Halle heute der Opfer des antisemitisch motivierten Anschlags an der Synagoge vor sieben Jahren gedacht. Auch der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze und sein Amtsvorgänger Reiner Haseloff (beide CDU) nehmen am Gedenken teil.
Rechtsextremist erschoss vor sieben Jahren zwei Menschen
Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Rechtsextremist am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in die Synagoge einzudringen. Als ihm das nicht gelang, erschoss er davor eine 40 Jahre alte Passantin und in einem nahen Döner-Imbiss einen 20 Jahre alten Gast. Auf seiner Flucht verletzte der Attentäter zahlreiche weitere Menschen, ehe er von der Polizei gefasst wurde. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte ihn 2020 zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.