AfD-Leak
: Hackerangriff auf E-Mail-Konten – 421.000 AfD-Mails im Visier

Im Netz brüsten sich Unbekannte, hunderttausende Mails der AfD veröffentlicht zu haben. Die AfD bestätigt einen Angriff, aber welche Daten sind echt?
Von
Michael Maier
Berlin
ARCHIV - 11.01.2025, Sachsen, Riesa: Der frühere Parteichef Alexander Gauland (AfD) nimmt am Bundesparteitag seiner Partei teil. (zu dpa: «Hitler ein Kommunist? Gauland widerspricht Weidel») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Einer der gehackten Accounts lief mutmaßlich auf den AfD-Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland.

dpa
  • Unbekannte veröffentlichen angeblich rund 421.000 AfD-E-Mails – Echtheit unklar.
  • AfD meldet Hackerangriff im September 2026 auf einen Hosting-Dienstleister der Partei.
  • Laut AfD wurden Teile weniger, teils alte Postfächer kopiert; Bundesverbandskonten seien sicher.
  • Betroffen sein sollen zehn Postfächer, darunter ein Konto auf den Namen Alexander Gauland.
  • Partei prüft die Onlineveröffentlichung; politische Motive werden vermutet, Inhalte nicht verifiziert.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Bei einem Hackerangriff sind nach AfD-Angaben mutmaßlich Daten aus E-Mail-Konten der Partei erbeutet worden. „Im September 2026 kam es zu einem Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei, bei dem offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer – von denen die meisten seit Jahren nicht mehr genutzt waren – widerrechtlich kopiert wurden“, teilte die AfD auf Anfrage mit. Zuvor hatte die „Bild“ berichtet. Aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien nicht betroffen gewesen.

Unbekannte veröffentlichten im Internet nach eigenen Angaben Daten, bei denen es sich um rund 421.000 AfD-E-Mails handeln soll. Ob diese authentisch sind oder nicht, ist unklar. Sie behaupten, dass es sich um Daten aus zehn Postfächern handele, darunter ein Account auf den Namen des früheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland sowie ein Konto, das von der AfD früher als Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle genannt wurde.

AfD-Leaks: Hacker-Angriff bestätigt

Die AfD erklärte weiter, der Angriff sei rasch erkannt und beendet worden. Alle Nutzer seien entsprechend informiert worden. „Die jetzt erfolgte Onlineveröffentlichung vermutlich eines Teils dieser Daten wird geprüft“, hieß es weiter. Eine erste Einschätzung dazu könne erst nach Abschluss dieser Prüfung gegeben werden.

Bei dem Hacker-Angriff auf die AfD scheint es einen politischen Hintergrund zu geben, um die Partei mit den mutmaßlichen E-Mails zu kompromittieren, wobei sich im Einzelfall schwer überprüfen lässt, welche Inhalte echt sind und welche möglicherweise manipuliert oder gefälscht. In sozialen Netzwerken ist die Rede von teilweise offen nationalsozialistischen oder anderweitig strafbaren Inhalten. Unabhängig überprüfen ließ sich das bislang nicht.

Auch auf die CDU war im Oktober ein Angriff bekannt geworden. Hierbei soll es sich laut Ermittlern allerdings um klassisches Phishing handeln – also Datendiebstahl ohne politische Komponente. Über ein gehacktes Konto in Heilbronn waren unter Hinweis auf Fake-Veranstaltungen mit Promis tausende Mails an andere in der CDU verschickt worden, unter anderem auch an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Mit dpa-Agenturmaterial