Theater in Müllheim: Wie Jugendliche mit Verzweiflung umgehen

Der English Theatre Club des Markgräfler Gymnasiums zeigte zwei Aufführungen des Stücks "DNA".
Katharina Coussot- Der English Theatre Club zeigte „DNA“ von Dennis Kelly in der Aula des Gymnasiums Müllheim.
- Thema ist eine Jugendgruppe, die nach Avas Sturz versucht, Schuld und Folgen zu bewältigen.
- Phil lenkt die Gruppe kalt und schweigend – Leah scheitert an Gesprächen über Sinn und Schuld.
- Drei Schauplätze prägen das Stück: Wald, Feld und Straße, unterstützt von Videoprojektionen.
- Am Ende zerfällt die Gruppe, das Publikum spendete langen Beifall für Spiel und Inszenierung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„DNA“ – so kurz und knapp lautete der Titel des zeitgenössischen Stücks des britischen Autors Dennis Kelly, das der English Theatre Club des Markgräfler Gymnasiums unter der Leitung von Katharina Coussot zur Aufführung brachte.
Scheinbar wahllos verteilte Blätter, Zweige und Äste bildeten auf der Bühne in der Aula des Gymnasiums Grundlage und Hintergrund der beklemmenden Geschichte, heißt es im Nachbericht der Schule.
Das Stück erzählte von einer Gruppe Jugendlicher, die im nahegelegenen Wald einen geeigneten Treffpunkt abseits von Schule und Elternhaus gefunden hat. Soweit, so harmlos, bis eines Tages eine Mutprobe ihr Leben aus der Bahn warf. Das Opfer war Ava (verkörpert von Katharina Weidner), deren Wunsch nach Zugehörigkeit dazu führte, dass sie sich zu entwürdigenden Aktionen und letztendlich zu einem lebensgefährlichen Balanceakt drängen ließ, bei dem sie in die Tiefe stürzte.
Das Publikum erfuhr von Avas Schicksal, als zwei der beteiligten Teenager die Ereignisse schilderten, untermauert durch Video-Sequenzen im TikTok-Stil. Wie die einzelnen Gruppenmitglieder mit dieser verzweifelten Situation umgehen, darauf lag der Fokus des Dramas.
Den Tod vertuschen
Einige wollten ihre Beteiligung am Tod der Schulkameradin vertuschen, andere zeigten sich völlig hilflos und verzweifelt. Die Entscheidungen traf Phil und gab detaillierte Anweisungen, wie und von wem falsche Spuren gelegt werden sollen, einschließlich fremder DNA. Er, der Anführer, konnte mit seinem kalten Intellekt und seiner Entschlusskraft die anderen leicht führen und manipulieren, heißt es.
Bezeichnenderweise war er aber auch der einzige, der sich – abgesehen von Anweisungen und Entscheidungen – nie an Gesprächen und Diskussionen beteiligte. Besonders deutlich wurde das in den Szenen, in denen die reflektierte Leah (Melina Baymaskhan) immer verzweifelter versuchte, ihn in ihre komplexen Überlegungen über den Sinn des Lebens oder die Auswirkungen der Tat auf die einzelnen Gruppenmitglieder einzubeziehen – und immer wieder scheiterte.
Unterstützt wurde diese Entlarvung der Emotionslosigkeit durch den Regieeinfall, Phil stets essend auftreten zu lassen, aber auch durch das schauspielerische Talent von Henry Whitehead, heißt es.
Drei wiederkehrende Schauplätze
Jeweils durch ein entsprechendes Bild auf einer großen Leinwand im Hintergrund wurden die drei wiederkehrenden Schauplätze dargestellt: ein Wald, ein Feld und eine Straße. Die beiden Mädchen Meg und Jan fungierten als Erzählerinnen (Lina Kreibich und Una von Ramin).
Ihre Gespräche auf der Straße dienten als Vorspiel zu den vier Akten des Stücks (klanglich angekündigt durch die entsprechende Anzahl an Trommelschlägen). In hektischen und unvollständigen Sätzen tauschen sie Neuigkeiten aus.
Die jungen Talente aus den Klassen neun bis zwölf beeindruckten mit ihrer großen Sicherheit im Englischen und ihrer Textkenntnis, heißt es: Cathy (dargestellt von Osawume Ojo) wollte immer gefallen und war deshalb besonders leicht zu manipulieren. Bree (Gia An Thai) war äußerst emotional und drohte an ihrem schlechten Gewissen zu zerbrechen. Danny (Aleah Fischer) hatte ein klares Ziel vor Augen, war ehrgeizig und folgte Phils Plan aus egoistischen Motiven, und Lou (Christine Hirsch), die typische Mitläuferin, sah immer so überbetont schwarz, dass sie die anderen nicht ernst nahmen.
Langanhaltender Beifall
Schuldig an Avas Tod, aber auch zu Opfern ihrer eigenen Täuschung wurden sie letztendlich alle: John Tate (Akif Özcelik) zog sich als erster zurück und trat der „Jesus Army“ bei, um seinen Frieden zu finden, Bree landete in der Psychiatrie, Jan und Meg wurden zu Ladendieben und Leah verließ die Schule.
Am Ende nahm Rachel (gespielt von Zoé Dissler) Leahs Platz neben dem immer noch schweigenden (aber nun nicht mehr essenden) Phil ein. Ein passender Song mit Videoclip bildete das Finale der Vorstellung.
Mit langanhaltendem Beifall würdigte das Publikum die Darbietung des English Theatre Club, der von der Eventtechnik-AG unter der Leitung von Jochen Zoller bei Licht und Ton unterstützt wurde. Auch die stellvertretende Schulleiterin Marion Neugebauer zeigte sich beeindruckt.
