Kultur in Weil am Rhein
: Frau Meiers Kopf gerät aus den Fugen

Das Theater-Ensemble im Kesselhaus präsentiert neues Stück. In „Frau im Wald“ treffen Alltag und Ausnahmezustand aufeinander. Was Frau Meier passiert scheint ein individuelles Problem zu sein, oder doch nicht?
Von
red/pm
Weil am Rhein
Jetzt in der App anhören
Das Theater-Ensemble im Kesselhaus spielt im Oktober „Frau im Wald“ von Julia Hänni.

Das Theater-Ensemble im Kesselhaus spielt im Oktober „Frau im Wald“ von Julia Hänni.

Simone Lüdi
  • Kesselhaus-Ensemble zeigt „Frau im Wald“ von Julia Haenni – Premiere Ende Oktober.
  • Regie führt Simone Lüdi, acht Darsteller proben seit Monaten im Auftrag des Kulturamts.
  • Inhalt: Frau Meiers Alltag kippt, To-do-Liste kollidiert mit Ängsten und Radiostimmen.
  • Bühne mit Stuhlbergen, vielstimmiges Spiel über Mental Load und verschwimmende Realität.
  • Termine: Do bis Sa, 22. bis 24. Oktober, 20 Uhr. Vorverkauf ab 17 Euro, Abendkasse 20 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Einer langjährigen Tradition folgend präsentiert auch in diesem Jahr die Regisseurin und Theaterpädagogin Simone Lüdi mit aktuell acht Schauspiel-Talenten ein neues Werk im Friedlinger Kesselhaus. Im Auftrag des Kulturamts hat sie über viele Monate hinweg mit ihrem Ensemble geprobt. Das Ergebnis dieser intensiven Vorbereitungsphase kommt nun an drei Abenden Ende Oktober zu Aufführung. Gespielt wird dann das Stück „Frau im Wald“ von Julia Haenni.

Zu sehen ist darin Frau Meier, wie sie am Morgen ihre To-do-Liste im Kopf durchgeht: Sie muss Brötchen holen, den Hasen suchen, der ausgebüxt ist, und zum Zahnarzt. Aber der Tag entwickelt sich ganz anders als erwartet. Ihr Auto ist weg, und der Hase liegt tot vor dem Fenster. Da gerät die scheinbar endlose To-do-Liste in Frau Meiers Kopf aus den Fugen, vermischt sich mit Erinnerungen, Ängsten und mit der Stimme im Radio, die von vermissten Frauen erzählt.

Vor einem Bühnenbild aus aufgetürmten Stühlen wird das Publikum mit einem Stimmengewirr aus Gedanken, Erlebtem und Phantasiertem konfrontiert. Die Protagonisten verfolgen Spuren, die aus Frau Meiers Wohnung in den Garten führen, zu den Frauen an der Tramhaltestelle, in den Wald, und sie präsentieren ein vielstimmiges Stück über Mental Load, in dem Alltag und Ausnahmezustand miteinander verschwimmen. Im Raum stehen Fragen wie: Was ist echt? Wer spricht hier eigentlich? Und: Wann hört die Realität auf, wo beginnt die Traumwelt?

Was ist echt, wo beginnt die Traumwelt?

Was sich für Frau Meier nach einem individuellen Problem anfühlt, betrifft in der Realität viele. Auch Julia Haenni, Autorin des Stücks, sagt über den Versuch, das Einzelne im Vielen und das Viele im Einzelnen darstellen zu wollen: „Das Stimmengewirr zeigt die Überforderung und stellt gleichzeitig die Addition der verschiedenen Probleme und Meinungen dar“.

Ein Spiegelbild der Gesellschaft

Die Inszenierung des Kesselhaus-Ensembles vereint diese Spannung zwischen individueller Überforderung und Mental Load als kollektivem Problem, und lädt das Publikum ein, danach zu fragen, was passiert, wenn man Frau Meier nicht mehr nur als einzelnes Individuum wahrnimmt, sondern davon ausgeht, dass es viele Frau Meiers gibt.

Unter der Regie von Simone Lüdi (Assistenz: Laura Simonelli) spielen Anja Meyer, Alexandra Krimmer, Eva Winter, Claudia Palladino, Barbara Wellinger, Doris Leimeier, Timm Rosburg und Liwia Ricken.

Das Theater-Ensemble im Kesselhaus spielt „Frau im Wald“ von Julia Haenni von Donnerstag bis Samstag, 22. bis 24. Oktober, jeweils mit Beginn um 20 Uhr, im Kulturzentrum Kesselhaus. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 17 Euro (für Schüler und Studenten 12 Euro) und an der Abendkasse 20 Euro (für Schüler und Studenten 15 Euro). An der Abendkasse ist Kartenzahlung möglich. Tickets gibt es im Vorverkauf unter www.reservix.de/p/reservix/group/551764, beim Reisebüro Rebland in Haltingen, an allen Vorverkaufsstellen von Reservix und unter der Ticket-Hotline 0761/888499 99