Hallenbad Neuenburg
: Öffnungsdatum steht noch nicht fest

Das Neuenburger Hallenbad kann nicht ohne vorherige Sicherungsmaßnahmen öffnen. Diese werden aktuell von einem Statiker erarbeitet.
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anl/pm
Neuenburg am Rhein
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Blick ins Neuenburger Hallenbad, das nicht wie üblich im September öffnen kann

Blick ins Neuenburger Hallenbad, das nicht wie üblich im September öffnen kann: Einzelne blaue  Betonsäulen, die das Dach tragen, sind nach Berechnung von zwei unabhängigen Statikern nicht mehr sicher.

Alexander Anlicker
  • Neuenburger Hallenbad bleibt vorerst zu, ein Öffnungsdatum steht nicht fest.
  • Statiker prüfen Sicherungsmaßnahmen – Ergebnisse voraussichtlich im September.
  • Gründe sind gravierende Mängel: angegriffene Stützen, undichter Beckenrand, Wasser auf dem Dach.
  • Stadt strebt Vollsanierung an und hat Förderung im Programm „SKS – Schwimmbäder“ beantragt.
  • Übergangslösung: Freibad Steinenstadt soll bis Ende September, ggf. bis Mitte/Ende Oktober offen bleiben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Stützen stark angegriffen, Beckenrand undicht, stehendes Wasser auf dem Dach – das sind nur drei der vielen Mängel des 50 Jahre alten Hallenbads, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Neuenburg. Deshalb muss die Eröffnung der Wintersaison verschoben werden.

Um das Hallenbad mit überregionaler Bedeutung vor der Schließung zu bewahren und gleichzeitig barrierefrei zu gestalten, ist eine Vollsanierung notwendig, heißt es. Doch die Haushaltslage gestaltet sich schwierig.

Die Stadt Neuenburg hat am 19. Juni eine Interessensbekundung für eine Förderung nach dem Bundesprogramm „SKS – Schwimmbäder“ eingereicht. Den Beschluss, welche Projekte eine Förderung erhalten, fasst der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags. Sollte dieser Beschluss positiv für die Stadt ausfallen, folgen danach Koordinierungsgespräche und die konkretisierte Antragstellung.

Infolge der durch die laufenden Tragwerksprüfungen zutage getretenen Baumängel wird sich die reguläre Öffnung des Hallenbads im September verzögern. Zum jetzigen Zeitpunkt kann aufgrund der komplexen Untersuchungs-, Planungs- und Entscheidungszusammenhänge noch kein Öffnungsdatum mitgeteilt werden. Die Prüfungen ergaben eine zu geringe Schutzschicht des Betons, heißt es.

Ergebnisse liegen voraussichtlich im September vor

Das bedeutet, dass die äußere Lage der Bewehrung nicht mehr vor Korrosion geschützt ist. Erschwerend kommt laut der Mitteilung hinzu, dass das statische System der Hallenbadkonstruktion auf tragenden Einzelelementen beruht. Versagt ein Element, beispielsweise eine Stütze, gibt es kein Nachbarelement, das redundant die Aufgabe mitübernehmen kann.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass das Hallenbad nicht ohne Sicherungsmaßnahmen geöffnet werden kann, heißt es. Mögliche Sicherungsmaßnahmen werden derzeit von einem Statiker erarbeitet. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich im September vor und werden dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt.

Er hoffe, dass man noch in der bevorstehenden Hallenbadsaison öffnen könne, erklärte Bürgermeister Jens Fondy-Langela beim Pressegespräch auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies hänge aber von den notwendigen Maßnahmen ab. Ziel sei es, das Bad mit einem Provisorium schnellstmöglich wieder zu öffnen. Dies sei unabhängig von der geplanten Sanierung, für die es noch keinen Zeitplan gebe, solange noch keine Förderzusage vorliege.

Parallel zur Untersuchung des Ist-Zustands des Hallenbads hat die Verwaltung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Darin soll, als Entscheidungsgrundlage für den Gemeinderat, die beabsichtigte Sanierung mit einem potenziellen Neubau verglichen werden.

Für unterschiedliche Nutzergruppen wichtig

„Unser Neuenburger Hallenbad ist wichtig für die Stadtgesellschaft, insbesondere für die Schulen und die Vereine“, hebt Bürgermeister Jens Fondy-Langela die Bedeutung des Hallenbads in der Mitteilung hervor und ergänzt: „Aber nicht nur für Neuenburg. Auch für die umliegenden Gemeinden erfüllt das Hallenbad eine wichtige zentrale Versorgungsfunktion.“ Die Stadt schreibt von knapp 45.000 Nutzern pro Jahr im öffentlichen Badebetrieb.

Die Deutsch-Französische Brigade nimmt dort die Basisschwimmausbildung aller in Müllheim stationierten Soldaten vor. Darüber hinaus ermöglicht das Hallenbad den Schwimmunterricht für jährlich mehr als 7200 Schüler, heißt es. Zudem nutzt die DLRG die Einrichtung für ihre Schwimm-, Rettungs- und Katastrophenschutzausbildung sowie für Ausbildungsangebote zugunsten weiterer Blaulichtorganisationen. Nicht zuletzt findet dort der Trainingsbetrieb der Startgemeinschaft Badenweiler-Neuenburg des Turnvereins Neuenburg sowie der Triathlonabteilung des Turnvereins Heitersheim statt.

Kein vergleichbares Hallenbad zwischen Weil und Freiburg

Für diese Nutzergruppen sei das Neuenburger Hallenbad alternativlos, da zwischen Weil am Rhein und Freiburg kein vergleichbares Hallenbad zur Verfügung steht.

In diesem Sinne sei es wichtig, dass alle zum Erhalt des Hallenbads an einem Strang ziehen, betont die Stadt. Die Förderung aus dem Förderprogramm des Bundes sei deshalb ein elementarer Baustein für die Rettung des Bads.

Freibadsaison wird verlängert

Da das Hallenbad nicht wie geplant öffnet, soll die Saison im Sport- und Freizeitbad in Steinenstadt verlängert werden. Das Freibad im Neuenburger Ortsteil soll bis Ende September, womöglich auch bis Mitte oder gar Ende Oktober geöffnet bleiben, erklärte die für die Bürgerdienste zuständige Teamleiterin Liane Klasen. Vorausgesetzt natürlich, dass das Wetter mitmacht.